Lokalsport
Die olympischen Triumphe und Tragödien der Teckregion

Rückblick Als Tobias Unger, Lado Fumic und Stefan Schumacher bei Olympia für Lokalkolorit gesorgt haben.

Kirchheim. Olympiateilnehmer aus der Teckregion - da fallen einem neben Manuel Fumic noch andere Namen ein, die in der Vergangenheit die deutschen Farben beim größten Sportevent der Welt vertreten haben.

Einer davon hat sich seinen Platz in den Geschichtsbüchern seiner Sportart vor 16 Jahren gesichert: Der Kirchheimer Sprinter Tobias Unger schaffte es bei den Spielen 2004 in Athen als einziger weißer Teilnehmer ins Finale über 200 Meter, wo er in 20,64 Sekunden Siebter wurde. Der damals 25-Jährige war außerdem der erste Deutsche seit Ralf Lübke 1984 in Los Angeles, der ein olympisches Sprintfinale erreicht hatte. Mit der deutschen 4x100-Meter-Staffel schied Unger an der Seite von Ronny Ostwald, Alexander Kosenkow und Till Helmke im Vorlauf aus.

Athen sollten für Tobias Unger nicht die einzigen Olympischen Spiele bleiben: Vier Jahre später in Peking wurde der „Schwabenpfeil“ mit Martin Keller, Alexander Kosenkow und Till Helmke Fünfter über 4x100-Meter. Das deutsche Quartett wurde nachträglich auf Platz vier gesetzt, nachdem Olympiasieger Jamaica wegen positiver Dopingtests aus der Wertung genommen worden war. In Peking hatte es Unger außerdem über 100 Meter ins Viertelfinale geschafft, in dem er nach 10,36 Sekunden jedoch ausschied.

Bei seinen dritten Spielen 2012 in London war Unger erneut Teil der deutschen 4x100-Meter-Staffel. Obwohl als erweiterter Medaillenanwärter angereist, schied das DLV-Quartett mit Unger, Julian Reus, Lukas Jacubzyk und Alexander Kosenkow im Vorlauf aus. Bei einem Vorbereitungswettkampf hatten sie in der gleichen Besetzung den 30 Jahre bestehenden Deutschen Rekord auf 38,02 Sekunden verbessert - damit wäre Unger, der seine Karriere 2014 beendete, mit seinen Kollegen in London Zweite geworden.

Der Pechvogel von Athen

Der größte Einzelerfolg bei Olympischen Spielen aus Tecksicht gelang Lado Fumic. Der sieben Jahre ältere Bruder von Manuel Fumic wurde 2000 in Sydney Fünfter im Mountainbike-Einzelrennen. Vier Jahre später in Athen galt er als einer der Topkandidaten auf den Olympiasieg. Gleich nach dem Start des Rennens lag der damals 28-Jährige auch in Führung, ehe ein Defekt am Sattel alle Medaillenträume zerstörte. „Da bereitest du dich vier Jahre lang vor, um wegen einem solchen Mist auszuscheiden“, klagte er hinterher.

Aus den Annalen getilgt

Teilgenommen, aber aus den Ergebnislisten gestrichen - so lässt sich die Olympiabilanz von Stefan Schumacher zusammenfassen. 2008 in Peking war der Nürtinger Radprofi im Straßenrennen gestartet, musste allerdings genauso wie Gerald Ciolek, Jens Voigt und Bert Grabsch der Hitze Tribut zollen und gab auf. Nachdem er nach den Spielen des Doping überführt worden war, wurde Schumachers Name aus den Olympia-Annalen getilgt. Peter Eidemüller