Lokalsport

Die Reise ins Ungewisse beginnt mit zwei Trips nach Baden

Tischtennis Der VfL bangt nach dem Abgang von Spitzenmann Grover um den Oberliga-Klassenerhalt.

Den Ball vor Augen, den Klassenerhalt im Sinn: VfL-Routinier Klaus Hummel gibt sich vor dem Rückrundenstart zurückhaltend.Foto:
Den Ball vor Augen, den Klassenerhalt im Sinn: VfL-Routinier Klaus Hummel gibt sich vor dem Rückrundenstart zurückhaltend.Foto: Carsten Riedl

Kirchheim. Einmal Nord- und Südbaden und zurück: Mit den Auswärtspartien beim TTV Ettlingen und TTC Singen beginnt für Tischtennisoberligist VfL Kirchheim an diesem Wochenende die Rückrunde in der fünfthöchsten deutschen Spielklasse. Für die Teckstädter sind die beiden Trips Auftakt zu einer Reise ins Ungewisse - nachdem man die Vorrunde überraschend als Tabellenvierter abgeschlossen hatte, sind die Erwartungen an die restlichen neun Saisonspiele eher gering. „Für uns geht‘s in erster Linie darum, nicht noch in Abstiegsgefahr zu geraten“, betont VfL-Routinier Klaus Hummel.

Das mag nach zuletzt fünf Siegen in Folge und gerade mal zwei Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze und einem auf den Relegationsplatz nach Understatement klingen, ist bei genauerer Betrachtung aber durchaus realistisch. Grund: Spitzenmann Sudhanshu Grover, der mit einer 9:1-Bilanz am vorderen Paarkreuz der personifizierte Kirchheimer Höhenflug war, steht in der Rückrunde nicht zur Verfügung. Der 23-jährige Inder, der seit Saisonbeginn beim badischen Bundesligisten ASV Grünwettersbach trainiert, ist in seiner Heimat regelmäßig bei Turnieren im Einsatz, um seinen Traum von Olympia aufrechtzuerhalten. „Ohne ihn“, sagt Klaus Hummel, „wird es für uns schwierig, da er in der Hinrunde alle mitgerissen und jeder über seinem eigentlichen Niveau gespielt hat.“

Grovers Aus sorgt teamintern für Rochaden. Matthias Gantert und Patrick Strauch müssen zwangsläufig jeweils ein Paarkreuz aufrücken, was nach Hummels Einschätzung eher von Nachteil sein wird. „Darum müssen wir in den Spielen gegen die direkten Abstiegskonkurrenten vier bis sechs Punkte holen“, nimmt er die Mannschaft vor allem in den Partien gegen Gnadental (16. März), Neckarbischofsheim (17. März) und Odenheim (13. April) in die Pflicht. Dass Letztgenannter als Tabellenvorletzter vor zwei Wochen Spitzenreiter Birkmannsweiler schlug, zeige, wie ausgeglichen die Liga ist, so Hummel. „Jeder kann jeden schlagen“, weiß er.

Frühstück als Ritual

Dennoch rechnen sie sich im Kirchheimer Lager vor den Duellen beim Tabellensechsten in Ettlingen (Samstag, 18 Uhr) und Tabellenzweiten in Singen (Sonntag, 14 Uhr) wenig aus: Ein Punkt soll nach den beiden kilometerintensiven Fahrten auf dem Konto landen. Eine Übernachtung auf halber Strecke zwischen den Spielorten ist übrigens kein Thema: Das VfL-Sextett wird morgen nach dem Ettlingen-Match heim unter die Teck kehren, wo am Sonntagmorgen ein Ritual gepflegt werden soll: Das gemeinsame Frühstück vor einer Auswärtsfahrt im Hause Hummel gehört bei Kirchheims Plattenkünstlern seit jeher dazu und soll die Truppe für Erfolge stärken. Peter Eidemüller

Ein Neuer aus der Region

Die Personalplanungen für die neue Saison sind beim VfL unabhängig von der Ligenzugehörigkeit in vollem Gange. Um nicht mehr so abhängig von ausländischen Spielern wie in den vergangenen beiden Jahren zu sein, sind die Kirchheimer an einer „regionalen Lösung“ dran, wie Klaus Hummel verrät. Demnach hat ein junger Spieler aus dem Umland den Kirchheimern bereits zugesagt - Namen will Hummel (noch) nicht nennen.pet

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