Lokalsport

Die Reise ins Ungewisse hat ein Happy End

Turnen Der VfL Kirchheim verteidigt dank eines 46:19-Siegs in Monheim die Tabellenführung der 3. Liga

Monheim. Der TSV Monheim II war für die Drittligaturner des VfL Kirchheim kein echter Prüfstein. Überlegen sammelten sie bei der zweiten Mannschaft des bayrischen Erstbundesligisten Punkt für Punkt und lagen am Ende mit 46:19 Score-Punkten vorn. Die Kirchheimer bleiben damit Tabellenführer.

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Die lange Anfahrt nach Monheim glich für die VfL-Turner einer Reise ins Ungewisse. Zu schwierig einzuschätzen ist das Leistungsvermögen einer Erstligareserve. Oftmals tummeln sich in solchen Teams ehrgeizige Talente, die den Sprung in die erste Mannschaft noch nicht geschafft haben, oder erfahrene Turner, die nach einer Verletzung wieder Wettkampfpraxis suchen. Zudem hat Monheim die Ausländerposition mit Nandor Szabo extrem stark besetzt: Weil den Bayern der VfL übermächtig erschien, die Gastgeber sich in der Tabelle im gesicherten Mittelfeld bewegen und keine Aufstiegsambitionen hegen, haben sie auf ihren teuren ungarischen Top-Scorer verzichtet - zum Vorteil der VfL-Turner, die damit deutlich entspannter zu Werke gehen konnten.

Dementsprechend furios startete das Kirchheimer Boden-Quartett: Manuel Halbisch war seinem Gegner deutlich überlegen, und der VfL ging mit 4:0 in Führung. Manuel Hofmann holte den nächsten Punkt, Marcus Bay drei, während es für Yasin el Azzazy trotz spektakulärer Übung aber wegen eines Schnitzers nur zu einem Unentschieden reichte. Ihren mit Abstand besten Pauschenpferd-Spezialisten boten die Monheimer gegen Julian Hausch auf, der ganz ungewohnt drei Punkte abgeben musste. Manuel Halbisch, Manuel Hofmann und Marcus Bay ließen mit insgesamt elf Score-Punkten am Pferd nichts anbrennen. Auch das zweite Gerät ging damit nach Kirchheim.

Etwas ausgeglichener lief es an den Ringen. Waldemar Guillard lag in seinem Duell nur knapp hinter seinem Konkurrenten, Julian Hausch trumpfte wie erwartet auf und holte fünf Punkte. Manuel Halbisch musste sich seinem Gegner geschlagen geben, aber Marcus Bay holte ganz souverän einen Dreier: Damit ging auch die Ringe­wertung mit 8:5 an den VfL, der zur Halbzeit mit 27:8 Score-Punkten deutlich vorne lag.

Nach der Pause segelten Manuel Hofmann, Manuel Halbisch, Marcus Bay und Yasin el Azzazy souverän über den Sprungtisch in den Stand - die ersten drei mit gestrecktem Tsukahara mit Schraube, Yasin el Azzazy sogar mit Doppelschraube. 13:0 Punkte für Kirchheim, der Sieg war den Gästen in der Monheimer Stadthalle kaum mehr zu nehmen.

Prompt folgte der erste Geräteverlust. Nur Marcus Bay punktete am Barren, Moritz Pohl, Julian Hausch und Manuel Halbisch gingen leer aus. Acht Punkte für den TSV Monheim II, vier für den VfL.

Am Reck sah es ähnlich aus: Manuel Hofmann schaffte ein Unentschieden, Moritz Pohl (Foto: Heiko Paul) gab einen, Julian Hausch zwei Punkte ab. Mit drei Score-Punkten gewann nur Marcus Bay sein Duell. 3:2 für Monheim also. Damit war auch das zweite Gerät verloren.

„Wir waren offenbar nicht mehr konzentriert genug“, betrieb VfL-Coach Matthias Pohl Ursachenforschung. Der Endstand mit 46:19 Punkten war dennoch deutlich. Bester Kirchheimer Punktesammler in Monheim war Marcus Bay. Mit den 18 zusätzlichen Score-Punkten liegt er aktuell sogar an der Spitze im Ranking aller Turner in der dritten Bundesliga Süd.

Keine Veränderung gab es derweil an der Tabellenspitze: Der VfL Kirchheim führt mit 10:0 punktgleich vor der TG Hanauerland, die nur ein Gerät weniger in den fünf Wettkämpfen der Saison gewonnen hat.

Showdown im Badischen

Am Samstag, 11. November erwarten die Kirchheimer mit Zweitliga-Absteiger TSV Grötzingen/Karlsruhe eine lösbare Aufgabe in der Raunersporthalle - der TSV tummelt sich im unteren Mittelfeld der Tabelle. Eine Woche später geht es ins Badische zum Showdown um den Titel gegen die TG Hanauerland, die ihre Heimwettkämpfe in Kehl austrägt.Heiko Paul