Lokalsport

Die restliche Runde wird ein Kraftakt

Fußball Der VfL Kirchheim und die SGEH starten mit unterschiedlichen Voraussetzungen ins Saisonfinale. Die Verletzungsmisere haben beide gemeinsam.

Tempo aufnehmen: Michael Schweizer und die VfL-Kicker haben eine anstrengende Restrückrunde vor sich. Am Sonntag geht‘s gegen Ta
Tempo aufnehmen: Michael Schweizer und die VfL-Kicker haben eine anstrengende Restrückrunde vor sich. Am Sonntag geht‘s gegen Tabellenführer Frickenhausen. Foto: Carsten Riedl

Dreißig Punkte aus 17 Spielen: Bei Bezirksliga-Rückkehrer VfL Kirchheim ist angesichts dieser respektablen Ausbeute die Lage vor dem Restrundenstart am kommenden Sonntag relativ entspannt. „Wir haben bis zur Winterpause zwar einige Schwächephasen gehabt“, resümiert Abteilungsleiter Oliver Klingler, insgesamt gesehen habe sich die junge Mannschaft jedoch „gut geschlagen“.

Das kommende Match beim Tabellenführer FC Frickenhausen ist nicht nur ein Klassiker, sondern auch richtungsweisender Natur. Immerhin eine Minimalchance auf Tabellenplatz eins und zwei ist beim Tabellenfünften noch vorhanden. VfL-Spielertrainer Markus Schweizer will von solchen Rechenspielen allerdings vorerst nichts wissen. Erst einmal gelte es, „konstanter zu spielen“.

Die VfL-Verletztenliste sollte über die Winterpause eigentlich deutlich kürzer werden, vor allen Dingen, was die Langzeitverletzten betrifft. Doch die lange Schonphase brachte nur bedingt Linderung des Problems. So ist für Angreifer Kai Hörsting die Saison wohl gelaufen. „Davon müssen wir realistischerweise ausgehen“, sagt Schweizer geknickt. Erst im Sommer weise sich, ob der einstige Zehnkämpfer überhaupt noch einmal die Kickstiefel schnüren könne. Nicht gerade vom Glück verfolgt ist auch Lucca Ruoff. In dieser Woche wurden bei ihm am Fußgelenk Knochenabsplitterungen operativ entfernt. Schweizer: „Jetzt herrscht endlich Klarheit, was das Problem für seine massiven Beschwerden in den vergangenen Monaten war.“ Der VfL-Coach rechnet frühestens in vier Wochen mit einem Trainingseinstieg seines Offensivakteurs.

Mit Philipp Haußer (Trainingsrückstand) kann der VfL derzeit auch nicht planen. Einen Rückschlag musste ganz aktuell Torjäger Dominik Cseri (sieben Treffer bis zu seiner Verletzung im Oktober) verkraften. Gerade erst genesen, plagt sich der Youngster aktuell mit einem Kapselriss am Fußgelenk herum. „Die Chancen für einen Einsatz in Frickenhausen sind gering“, schätzt der Trainer. Unter diesen Voraussetzungen ist der Wunsch beim VfL („möglichst keine weiteren Verletzten“) mehr als verständlich. „Nur wenn wir in Frickenhausen sowie die folgenden Spiele gewinnen, hätten wir noch eine geringe Chance“, lautet Schweizers Statement bezüglich der Titelperspektiven. Zudem sieht er „ausreichend Abstand zum Tabellenkeller“.

SGEH setzt auf Feinarbeit

In jenem tummelt sich bekanntlich seit dem Spätherbst Saison-Senkrechtstarter SGEH (drei Siege in Serie). Das zweite heiße Eisen der Teckregion in der Bezirksliga hatte bis zur Winterpause mit dem VfL vor allen Dingen eines gemeinsam: die Verletztenmisere. „Somit konnten sich die Automatismen nicht so einspielen, wie wir uns das vorgestellt hatten“, erklärt Trainer Dieter Hiller. Zum Stimmungsaufheller taugte freilich am letzten Spieltag des vergangenen Jahres das 3:1 über Kellerkonkurrent TSV Denkendorf.

Der seit acht Monaten amtierende Coach legte in der Vorbereitung Wert auf fußballerische Feinarbeit. Vor allen Dingen die Raumaufteilung soll in den kommenden Spielen nach Trainer-Wunsch noch besser funktionieren. Mit dem FV Plochingen rückt am Sonntag der Tabellenletzte an und damit ein vermeintlich abgeschlagenes Schlusslicht, das bislang in vielen Partien allerdings wegen ansprechender Leistungen auch Beifall vom Gegner einheimste. Die Kicker der Sportgemeinschaft brauchen diesbezüglich keine Belehrungen: Aus eigener Erfahrung wissen die SGEH-Fußballer, wie viel Arbeit gegen die Plochinger vonnöten sein kann. Im denkwürdigen 5:4-Hinrundenspiel siegte die SGEH durch einen Parrotta-Treffer punktgenau in der 90. Minute.

Die auch in jener Partie gezeigte Moral sieht Trainer Hiller als Joker im Abstiegskampf. In diesen geht die Sportgemeinschaft als Tabellenzwölfter personell verstärkt. Mit Routinier Ingo Schäfer (TSV Oberlenningen), Sebastian Kiebel (SG Untertürkheim) und Giuseppe Giammichele (TSV Wernau) sind drei Neue im Kader. Abgänge gab es auf der Alb keine zu verzeichnen. Die Mission Klassenerhalt wird somit bei der SGEH (aktuell 17 Punkte) mit großer Kontinuität angegangen. Dass die Sicherung des Bezirksliga-Tickets für die kommende Saison 2017/18 ein Kraftakt wird, darüber sind sich die sturmerprobten Verantwortlichen auf der Alb im Klaren.rei

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