Lokalsport

Die Ritter und das Schlossgespenst

Dwayne Evans und der Kirchheimer Spuk

36 Punkte, acht Rebounds, 39 Effektivitätszähler – Das sind Statistiken, die auch ein Ausnahmekönner wie Dwayne Evans nicht alle Tage auflegt. Bühne für dessen Gala im Februar war ausgerechnet die Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte.

Kirchheim. Er ist einer, der in keine Schublade passt, und das liegt nicht nur an seinen zwei Meter Körpergröße. Viele Stärken, kaum Schwächen – den Begriff Allrounder verbinden wenige Spieler in der Pro A mit so konstanter Qualität wie Triers Superstar Dwayne Evans. Im Rückspiel in Kirchheim bezwang der 24-Jährige aus der Nähe von Chicago die Knights fast im Alleingang. Um die erste Play-off-Runde zu überstehen, muss das Team von Michael Mai den Mann mit der Nummer sechs folglich besser in den Griff bekommen als zuletzt.

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Leicht gesagt, denn der 2.01 Meter große Forward ist in allen Disziplinen stark. Mit durchschnittlich 16,2 Punkten in 29 Spielen war Evans in dieser Saison zweitbester Werfer der Liga. Nur Vechtas Christian Standhardinger, der die volle Distanz von 30 Spielen absolvierte, liegt mit 16,3 Punkten knapp vorn. Gleichzeitig angelte sich Evans 8,9 Rebounds pro Spiel – Platz vier im ligaweiten Ranking. Evans ist das, was man einen kompletten Spieler nennt: defensivstark, schnell im Dribbling, sprunggewaltig, mit gutem Timing und einem sicheren Wurf. „Ein absoluter Glücksfall“, sagt Triers Manager Michael Lang über den Mann, an dem er vor allem sein Teamplay schätzt. „Dwayne stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft, trotz seiner individuellen Klasse.“

Evans kam vergangenen Sommer aus den USA, wo er in der Saison 2013/14 im Trikot der Saint Louis Athletics zu den stärksten Akteuren der College-Liga NCAA zählte. Nach einem Jahr Zwangspause wegen einer Knieverletzung entwickelte er sich beim BBL-Absteiger in Trier ohne Startschwierigkeiten zur unumstrittenen Leitfigur auf dem Parkett. Eine von Evans wenigen Schwächen ist abseits des Spielfeldes zu entdecken: Er schwärmt für deutsche Musik und Helene Fischer.