Lokalsport

Die Rote Laterne hängt im Rübholz

Sportschießen Nach zwei Niederlagen am vorletzten Wettkampftag sind die Luftpistolenschützen des TSV Ötlingen auf den letzten Platz der Bundesliga abgerutscht.

Abwenden mit Grausen: Torben Engel (re.) und die Ötlinger sind Tabellenletzte der Bundesliga. Foto: Thomas Kaltenecker
Abwenden mit Grausen: Torben Engel (re.) und die Ötlinger sind Tabellenletzte der Bundesliga. Foto: Thomas Kaltenecker

Die Luftpistolenschützen des TSV Ötlingen sind nach zwei deftigen Niederlagen am vorletzten Wettkampfwochenende im badischen Hambrücken ans Tabellenende der Bundesliga zurückgefallen. Obwohl der TSVÖ damit vor den letzten beiden Wettkämpfen Mitte Januar sieglos die Rote Laterne trägt, ist der Klassenerhalt rechnerisch immer noch möglich. Sollten die Ötlinger ihre letzten beide Saisonduelle gegenFürth und Murrhardt mindestens 4:1 gewinnen und die Konkurrenz aus Peitung und Altheim entsprechend Federn lassen, könnte der TSVÖ das rettende Ufer doch noch erreichen - daran glauben mag im Rübholz allerdings niemand mehr wirklich.

Das Debakel in Hambrücken hatte sich bereits im Lauf der Vorwoche angedeutet, als feststand, dass keiner der Ausländer zur Verfügung stehen wird und mit Fabian Dröge und Achim Rieger zwei weitere Stammschützen krank oder verhindert waren. Trainer Markus Geipel musste mit André Böhm und Susi Scharpf gleich zwei Ersatzschützen einsetzen und auch selbst zur Waffe greifen. Da reichte dann auch der durchaus vorhandene Siegeswille nicht für das ersehnte Erfolgserlebnis.

In der ersten Begegnung gegen den bisherigen Tabellenletzten SV Peiting konnte einzig André Böhm, der normalerweise in der dritten Ötlinger Mannschaft schießt, einen Punkt beisteuern, indem er Helmschrott mit 373:367 Ringen bezwangen. Markus Geipel hatte mit 369:371 knapp gegen Michaela Brosselt-Guggemos das Nachsehen. Die anderen Begegnungen gingen da schon deutlicher verloren. Jörg Kobarg unterlag Steffi Böhm 367:374, Stefan Scharpf verlor gegen Müller 364:373, und Torben Engel war gegen Stojak mit 353:374 auf verlorenem Posten - am Ende stand es 4:1 für die bis dahin noch sieglosen Peitinger.

Noch dicker kam es dann am Sonntag. In der Begegnung gegen den neuen Tabellenführer aus Waldkirch, in der statt Böhm Susi Scharpf zum Einsatz kam, zeigten die Ötlinger zwar eine geschlossene Mannschaftsleistung. Gegen diesen Gegner reichte dies allerdings bei Weitem nicht aus, sodass man sich letztlich deutlich mit 0:5 geschlagen geben musste.

Sextett kämpft um Finaltickets

Im Kampf um die vier Tickets für das Finale um die deutsche Meisterschaft sind die Kandidaten in Hambrücken noch enger zusammengerückt. Aktuell kämpfen mit Waldkirch, Ludwigsburg, Kelheim-Gmünd, Waldenburg, Weil und München noch sechs Teams um die vier Finalplätze.jp

Drei Fragen an TSVÖ-Schützenchef Joachim Poppek

TSVÖ-Sportschützenchef Joachim Poppek. Foto: Jörg Bächle

1. Neun Wettkämpfe, null Siege, Tabellenletzter - ist Ötlingen so schlecht oder die Konkurrenz so gut?

Beides. Wir sind weit von dem entfernt, was wir eigentlich können. Zumal die Mannschaft bislang in jedem Wettkampf in einer anderen Formation antreten musste. Andererseits ist die Konkurrenz im entscheidenden Moment den entscheidenden Tick besser. Im Sportschießen sind das aber oft nur Millimeter.

2. Nach nur einem Jahr droht die Rückkehr in die 2. Liga. Welche Lehren lassen sich aus der Saison ziehen?

Wir wissen, wo wir Fehler gemacht haben, vor allem in der Wettkampfvorbereitung jedes Einzelnen. Wir müssen dahin kommen, dass wir geschlossen auftreten und jeder die Wettkampftermine auch verlässlich wahrnimmt.

3. Ist die 1. Liga für Ötlingen auf lange Sicht eine Nummer zu groß?

Auch wenn der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist, planen wir zweigleisig. Uns geht nichts verloren, wenn wir jetzt zwei, drei Jahre 2. Liga schießen.pet

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