Lokalsport

Die SGM-Girls haben alle Trümpfe in der Hand

Fußballszene Trotz Heimpleite sind die Wendlinger Frauen in der Landesliga Aufstiegsfavorit Nummer eins.

Trotz Niederlage am Abheben: Wendlingens Fußballfrauen. Foto: Mirko Lehnen
Trotz Niederlage am Abheben: Wendlingens Fußballfrauen. Foto: Mirko Lehnen

Wendlingen. In der Teckregion gibt es zwei Frauenfußballmannschaften, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Die einen gewinnen meistens und räkeln sich genüsslich auf einem Platz an der Sonne. Über die anderen ergießt sich Woche für Woche eine neue Torflut. In Zahlen ausgedrückt: 23 Spiele, 243 Gegentreffer. Eigene Erfolgserlebnisse in Form von Toren? Fehlanzeige.

Die Bedauernswerten sind die Mädels vom VfL Kirchheim. Eine blutjunge Truppe, die meisten unter 20. Ausgestattet mit einem Sportsgeist, der seinesgleichen sucht. Ihre Saison in der Bezirksliga stand von Anfang an unter einem ungünstigen Stern. Schwere Verletzungen (Schlüsselbein-, Schienbein-, Armgelenkbruch), dazu Abi-Stress, dezimierten den Kader. Oft mussten sie zu neunt oder zu acht auskommen. Wie kürzlich in Reichenbach, wo die Torhüterin bereits in der zweiten Minute mit einer Schädelprellung ausfiel. Ohne Ersatz brach das Unheil in Form einer 0:31-Klatsche über sie herein.

Doch die jungen Frauen lassen sich nicht entmutigen und ziehen trotzdem tapfer die Runde durch. Klaglos nehmen sie weitere Kränkungen in Kauf. So gestern mit 0:10 beim Tabellendritten VfB Neuffen. „Sie haben es versprochen und halten Wort“, lobt Trainer Angelo Docimo die vorbildliche Einstellung seiner Schützlinge, von der sich mancher Profi eine Scheibe abschneiden kann.

Mit Kontrastprogramm begeistert die SGM Wendlingen/Ötlingen eine Klasse höher. Weil in der Landesliga keine Spielgemeinschaften mehr erlaubt sind, spielt das kombinierte Team als TSV Wendlingen. Im Gegenzug firmiert die SGM der B-Juniorinnen in der Verbandsstaffel als TSV Ötlingen. Das Team von Martin Bestenlehner, Cheftrainer, Abteilungsleiter und Vater von zwei Spielerinnen aus Lindorf, steht vor dem direkten Durchmarsch von der Regional- über die Landes- bis in die Verbandsliga.

Gestern bekam die Vorfreude allerdings einen kleinen Dämpfer - 2:3 zu Hause gegen den starken Tabellendritten Rommelshausen. Trotzdem gehen die SGM-Girls mit fünf beziehungsweise acht Punkten Vorsprung in die restlichen drei Spiele. Denn auch der erste Verfolger Gröningen-Satteldorf patzte (0:1 in Sülzbach). Die Bestenlehner-Elf hat nach wie vor alle Trümpfe in der eigenen Hand, in die höchste Frauenliga in Baden-Württemberg aufzusteigen.

Das Erfolgsgeheimnis? „Unsere Stärke ist der gute Zusammenhalt, unser Prunkstück die Defensive“, sagt Spielleiter Uwe Starz. Nur 13 Gegentore in 19 Spielen, mit Abstand der beste Wert in der Liga, unterstreichen seine Aussage. Erheblichen Anteil daran hat das Duo Alina Witzler/Franziska Richter in der Innenverteidigung. Offensiv tut sich Anna Haußmann, die zehnfache Torschützin, hervor.

Der Erfolg schweißt weiter zusammen. Abgänge sind nicht zu erwarten, Zugänge eher. Und wenn keine schweren Verletzungen oder Laufbahn unterbrechende Schwangerschaften dazwischen kommen, wird der TSV Wendlingen auch das Abenteuer Verbandsliga meistern.

Ferdi Er verlässt Weilheim

Verbandsliga - seit fünf Jahren auch das Ziel der Landesliga-Männer des TSV Weilheim. Immer sind sie knapp gescheitert. Zweimal als Dritter, einmal als Zweiter, einmal als Vierter und in dieser Saison bisher als Dritter. Aber sie lassen nicht locker. Die Runde ist noch nicht beendet, da laufen schon die Vorbereitungen auf einen neuen Anlauf in der Saison 2017/18. Noch ist manches in der Schwebe, zwei Personalien scheinen jedoch fix. Ferdi Er („ich bleibe auf keinen Fall“) bricht in Weilheim seine Zelte ab - und schlägt sie vermutlich in Oberensingen auf. Zum TSVW kommt, wie berichtet, Marc-Kevin Theimer von der SGEH. Als zweiter neuer Stürmer ist Claudio Portale vom 1. FC Frickenhausen im Gespräch. „Aber jetzt wollen wir erst einmal die Saison mit Charakter und Anstand zu Ende bringen“, sagt Weilheims Abteilungsleiter Hans-Peter Bauer.Klaus Schlütter

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