Lokalsport

Die Stille nach dem Schuss

Volker Schlöndorff, einer der Renommiertesten seines Fachs hierzulande, hat den Moment vor Jahren als Sinnbild in einem seiner Filmtitel verbaut. Weil der Sport mehr von Fakten als von Symbolik lebt, haben wir Redaktions-Kollegen den Augenblick ganz real erlebt: Die Stille nach dem Schuss. Die Leere, die das Unvorstellbare nach sich zieht. Wenn plötzlich nichts mehr ist, wie es war. Wenn zur Wahrheit wird, worauf jeder zwar gehofft, aber keiner mehr wirklich geglaubt hatte. Monatelang haben wir uns gefragt, ob - und falls ja - wann und wie es geschehen würde. Wo jeder von uns in dem Moment sein, was er tun und woran er denken würde. Und jetzt? Jetzt fällt alles urplötzlich von einem ab. Und wissen Sie was? Es fühlt sich gut an.

Die Fußballerinnen des VfL Kirchheim haben am Sonntag ihr erstes Saisontor geschossen. Nicht eins, gleich deren drei. Nach 23 Spieltagen in der Bezirksliga, fast 2 100 torlosen Minuten und 248 Gegentreffern. Das nur, weil die unerschrockenste aller Mannschaften - fast durchweg Mädchen im Teenageralter - zum zweiten Mal in dieser Saison mit der gleichen Zahl Spielerinnen auflaufen durften wie ihre Gegner. Verloren haben sie trotzdem, ihr Saisonziel aber erreicht: Die Mannschaft hat nicht nur zusammengestanden, sie wird auch zusammenbleiben - und darf jetzt auf bessere Zeiten hoffen: Es soll künftig eine Spielgemeinschaft mit Dettingen und Owen geben. Endlich genügend Personal, in Verbindung mit altem Beißzwang. Bleibt der Rat an alle Gegnerinnen: Mädels, zieht euch warm an.


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