Lokalsport

Die TG vor großer Zäsur

Wolfgang Kretzschmars Rücktritt bei der TG Kirchheim ist Drama und Befreiungsschlag zugleich. Die Einen betrauern den fast klammheimlichen Abgang eines hoch verdienten Vereinsveterans, der über Jahrzehnte hinweg fleißig war und viele Erfolge einfuhr, die Anderen klatschen Beifall, weil beim 103 Jahre alten Traditionsclub mit einem Mal jetzt der Weg frei wird für einen weniger autoritär geprägten Führungsstil.

Wolfgang Kretzschmar vollzog mit seinem Abschied den richtigen Schritt: Auch der beste Funktionär verschleißt einmal. Doch in den letzten Monaten lief bei der Turngemeinde zu viel aus dem Ruder, weil Kretzschmar, Fan und Mitglied des FC Bayern, ungesunde Mir-san-mir-Mentalität nicht aus den Köpfen einiger TG-Hitzköpfe brachte – jene hatten sich nach wüsten Undiszipliniertheiten öfters vor dem Sportgericht Neckar/Fils zu verantworten. Womöglich hätte der TG-Chef zwischendurch besser intern ein energisches Machtwort gesprochen anstatt den Sündern öffentlich beizustehen. Er tat‘s nicht, und so endete eines der schwärzesten TG-Jahre in seltener Konfusion.

Und mit einer großen personellen Zäsur. Das Triumvirat, das die neue Führungsspitze der TG-Fußballabteilung ab sofort bildet, will dem eigenen Selbstverständnis nach wie manche Fußballtrainer mit einer „flachen Hierarchie“ operieren – heißt: Das TG-Teamwork wird künftig ganz groß geschrieben.THOMAS PFEIFFER

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