Lokalsport

Die VfL-Teams dominieren

Tischtennis Von der Landesliga abwärts mischen Kirchheimer Mannschaften in den ­diversen Spielklassen mit. Nur der SV Nabern kann noch mithalten. Von Max Blon

Den Gegner im Blick, den Aufstieg vor Augen: Manfred Scholdt und der VfL II gelten in der Landesliga als Titelanwärter. Foto: Ma
Den Gegner im Blick, den Aufstieg vor Augen: Manfred Scholdt und der VfL II gelten in der Landesliga als Titelanwärter. Foto: Markus Brändli

Neben seiner Oberligatruppe dominiert der VfL Kirchheim auch mit seinen weiteren Mannschaften die Region um die Teck: Die zweite und dritte Garde spielt in der Landesliga, die vierte in der Bezirksliga und die fünfte in der Bezirksklasse. Mithalten kann da am ehesten der SV Nabern, der ab der Landesliga ebenfalls gut vertreten ist.

In der Landesliga hat jedoch der TSV Wendlingen, der aus der Verbandsliga zurückgezogen hat, die stärkste Mannschaft. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass diese komplett spielen werden, wie auch Mike Juretzka vom SV Nabern weiß: „Aufstiegskandidat aus meiner Sicht ist der VfL Kirchheim II.“ Die Kirchheimer wiederum geben die Favoritenrolle an den TSV Oberbrüden weiter, der in der vergangenen Runde Dritter wurde. Entscheidend wird sein, wie oft beim VfL Spitzenspieler Markus Holzer zum Einsatz kommt, oder ob dieser regelmäßig in der Oberliga aushelfen muss.

Dahinter möchte sich der SV Nabern im Mittelfeld platzieren. Yannic Hiller kehrt in die junge Mannschaft zurück, in der Tobias Michalik mit 31 Jahren schon der Älteste ist. Für Aufsteiger VfL Kirchheim III geht es um den Klassenerhalt, dabei werden die Routiniers um Jürgen Raichle aber ihre ganze Erfahrung in die Waagschale werfen können.

In der Landesklasse versucht sich Aufsteiger TTC Notzingen-Wellingen zum zweiten Mal auf Verbandsebene. Da Simon Maier im Ausland weilt und nicht zum Einsatz kommen wird, ist Dennis Knapp an Position sieben aufgestellt. Bei zwei direkten Absteigern wird der Klassenerhalt nur schwer zu erreichen sein, aber es gibt ja noch die Relegation.

Als Kandidaten für die Meisterschaft sehen die meisten Vereine den TSV Wäschenbeuren und die TG Donzdorf III. Der TSV Wendlingen II ist mit zwei starken Neuzugängen der große Unbekannte.

In der Bezirksliga gehen dieses Jahr elf Mannschaften an den Start, sodass es drei direkte Absteiger geben wird. Dementsprechend haben die Aufsteiger SGEH und SV Nabern III den Klassenerhalt als Ziel ausgegeben. Erkenbrechtsweiler tritt mit unveränderter Aufstellung an, Nabern hat eine sehr junge Truppe.

Ambitionierter ist der TV Bissingen, der sich trotz des Abgangs von Alex Kapp nach Musberg wieder Hoffnungen auf einen Platz im Mittelfeld macht. Für ihn rückt Lenny Carle ins vordere Paarkreuz, Jochen Hummel aus der zweiten Mannschaft auf. Topfavorit auf die Meisterschaft ist der SV Nabern II, der sich den Wiederaufstieg als Ziel gesetzt hat. Auf Roger Goll müssen die „Greens“ dabei verzichten, dieser ist mit Sohn Michael zum VfL Kirchheim gewechselt. Dort sind beide in der vierten Mannschaft aufgestellt, die einen Platz im oberen Drittel anpeilt. Mannschaftsführer Kai Thalheim weist aber auf die unklare Personalsituation hin: „Es wird bei uns darauf ankommen, wie oft wir komplett spielen können.“

Auch in der Bezirksklasse (Gruppe 1) kommt der Favorit aus der Region: Der TV Hochdorf II möchte aufsteigen und hat sich dafür mit Para-Nationalspieler Tim Laue verstärkt. Die Teckvereine SV Nabern IV und TTV Dettingen wollen sich wie in der vergangenen Saison im gesicherten Mittelfeld platzieren. Der TTC Notzingen-Wellingen II kämpft dagegen um den Klassenerhalt, da Spitzenspieler Dennis Knapp in die Landesklasse aufgerückt ist. Die jungen Spieler müssen sich dafür vermutlich gegen den TSV Frickenhausen II und den TV Nellingen durchsetzen.

In der Gruppe zwei der Bezirksklasse sind nur der VfL Kirchheim mit seiner fünften und der TTC Notzingen-Wellingen mit der dritten Mannschaft vertreten. Ganz vorne erwarten die meisten den VfB Oberesslingen/Zell. Dahinter kämpfen mehrere Vereine um den Relegationsplatz, auf den sich auch der VfL leise Hoffnungen machen kann. Für die Notzinger wird es dagegen schwer werden, auch wenn sie mit Roberto Salow einen Joker dazu bekommen haben - auf dem Papier ist der Klassenerhalt außer Reichweite.

Immer weniger Spieler und Mannschaften

Die Zeiten, in denen im Bezirk Esslingen hochklassiges Tischtennis geboten wurde, sind vorerst vorbei. Nach dem Rückzug des TTC Frickenhausen aus der 2. Bundesliga und des TSV Wendlingen aus der Verbandsliga hält nur noch der VfL Kirchheim in der Oberliga im überregionalen Vergleich die Bezirksfahnen hoch. Auch bei den Frauen gehen immer weniger Teams an den Start und zeugen von einem massiven Rückgang der Spielerzahlen.

Im Bezirk Esslingen macht sich das besonders deutlich bemerkbar: Während die Bezirksliga und die Bezirksklassen der Herren noch voll besetzt sind, gehen in der Kreisliga A nur neun Teams pro Gruppe an die Tische, in der B-Klasse sind es teils nur acht Mannschaften und in der C-Klasse gibt es statt vier nur noch drei parallele Gruppen. Aufsteigen kann am grünen Tisch quasi jeder, die Ergebnisse rücken in den Hintergrund.

Mitschuld an dieser Entwicklung geben viele den unzähligen Regeländerungen, die in den vergangenen 20 Jahren auf die Tischtennisspieler einprasselten. Zuletzt wurde das Material der Spielbälle von Zelluloid auf Plastik umgestellt. Und die neuen Bälle weisen immer noch erhebliche Unterschiede in den Spieleigenschaften untereinander, aber auch im Vergleich zu den alten Zelluloidkugeln auf. Da der Einsatz der neuen Plastikbälle aber noch nicht verpflichtend ist, kommen auf die Spieler Woche für Woche teilweise komplett unterschiedliche Bedingungen zu. Spätestens zur Saison 2019/20 ist der Plastikball dann für alle Pflicht.mb

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