Lokalsport

„Diese Abspaltung ist ein Schlag für unseren Verein“

SCK-Vorsitzender Tobias Traier zur Neugründung der Schachritter

Der frühere Kirchheimer Tobias Traier (48) ist Vorsitzender des Schachclubs Kirchheim, dem nach der Neugründung der „Schachritter“ erheblicher ­Mitgliederverlust droht. Derzeit hat der SCK 39 Beitragszahler.

Tobias Traier.
Tobias Traier.

Hand aufs Herz: Wie sehr ärgert Sie die Neugründung der Schachritter?

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Tobias Traier: Ich ärgere mich nicht, ich finde sie nur schade. Weil diese Abspaltung dem Ansehen des Kirchheimer Schachsports schadet.

Angeblich werden bis zu zehn SCK-Jugendliche unter 16 geschlossen zum neuen Verein überwechseln. Das reißt bei Ihrem Verein ein tiefes Loch.

Traier: Ich schätze, dass vielleicht fünf Nachwuchsspieler wechseln werden, denn viele Eltern sind noch unentschlossen. Ich weiß das aus Gesprächen.

Können Sie den Weg akzeptieren, den ihr langjähriger Wegbegleiter Thorsten Fischer gegangen ist – einen neuen Verein zu gründen, weil der alte Verein kein attraktives Vereinsleben ermöglicht?

Traier: Die Abspaltung ist ein Schlag für unseren Verein, und jemand wie Thorsten Fischer, der überaus engagierte Arbeit leistete, wird für uns nicht leicht zu ersetzen sein. Doch die Abspaltung ist schädlich. Es wird jetzt Eltern geben, die sagen: Wenn die Schach-Funktionäre sich streiten, dann melde ich mein Kind lieber für die Leichtathletik an.

Als Indiz für die tiefe Gleichmäßigkeit im SCK-Vereinsleben führt Fischer die Tatsache an, dass das 50. Vereinsjubiläum im Jahr 2015 überhaupt nicht gefeiert wurde.

Traier: Es ist schon so, dass es innerhalb des Schachclubs zu wenige Leute gibt, die für Veranstaltungen, die über den Wettkampfbetrieb hinausgehen, Zeit und Engagement mitbringen. Im Jubiläumsjahr war das genauso. Es fehlt an engagierten Helfern, auch wenn wir 39 Mitglieder haben.

Zurück zur Jugendarbeit, ohne die kein Amateurverein der Welt auf Dauer existieren kann. Nachdem einige SCK-Jugendliche zum neuen Konkurrenzverein überwechseln werden, muss Ihr Verein reagieren – wie?

Traier: Es wird so sein, dass wir jene Jugendlichen, die noch unschlüssig sind, vom Bleiben überzeugen wollen.

Mit welchen Argumenten?

Traier: Der SC Kirchheim hat den Vorteil, dass er über eine bestehende Infrastruktur mit geeigneten Räumlichkeiten verfügt. Die komplette Schach-Ausrüstung haben wir auch. Unser Konkurrenzverein muss sie erst noch kaufen.

Ihren Jugendleiter haben Sie nach dem Abgang von Thorsten Fischer verloren. Wer soll ihn ersetzen?

Traier: Wir müssen dieses Amt auf mehrere Schultern verteilen, und auch ich bringe mich künftig da ein. Einen konkreten Nachfolger gibt es derzeit nicht.

Unterm Strich: Wie gefährlich ist die Lage des SCK nach Neugründung der Schachritter?

Traier: Ich halte sie für nicht so dramatisch.