Lokalsport

Dorfmerkinger auf Ärger aus

Fußball-Landesliga: Weilheimer wollen Platz zwei per Dreier zementieren

Morgen ist Feiertag – auch für den TSV Weilheim? Bei einem Heimsieg gegen den Tabellenzwölften Sportfreunde Dorfmerkingen (Spielbeginn 14.30 Uhr) wäre das der zehnte Erfolg nach dem 13. Saisonspiel und die Bestätigung des zweiten Tabellenplatzes, der zu den Relegationsspielen um den Aufstieg in die Verbandsliga berechtigt. „Ich habe Vertrauen in meine Mannschaft. Ich bin zuversichtlich, dass es klappt“, sagt ­Trainer Alexander Hübbe.

Fu?ball Landesliga, TSV Weilheim (rot) - TSV K?ngen (gr?n)
Fu?ball Landesliga, TSV Weilheim (rot) - TSV K?ngen (gr?n)

Weilheim. „Das Lindachstadion ist wohlbekannt/als eine Festung im Schwabenland/In unserer rot-weißen Bastion/sitzen wir auf dem Thron“. Etwas schwülstig kommt der Text in der Vereinshymne des TSV Weilheim daher. Aber treffend – bis auf die wenigen Ausnahmen, die die Regel bestätigen. Das war im letzten Heimspiel vor zwei Wochen der Fall, als die Rot-Weißen von den grün-weißen Kellerkindern aus Köngen mit 0:1 vom Thron gestoßen wurden. Hübbe im Rückblick: „Da hat bei uns die Einstellung nicht gestimmt“.

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Möglicherweise hatten seine Spieler im Unterbewusstsein den vermeintlich leichten Gegner unterschätzt. Mit Dorfmerkingen kreuzt diesmal wieder eine Mannschaft an der Limburg auf, der die Abstiegsangst im Nacken sitzt. Aber die Gefahr, dass das Team aus der 900-Seelen-Teilgemeinde von Neresheim auf die leichte Schulter genommen wird, besteht diesmal nicht. Erstens taugt der Last-Minute-Zittersieg in Waldstetten nicht dazu, nun mit übermäßig stolzgeschwellter Brust an die nächste Aufgabe heranzugehen. Zweitens hat Helmut Dietterle, der Trainer Heiko Wick nach schlechtem Start ablöste, den Gästen von der Ostalb frische Impulse verliehen.

„Was uns fehlt, ist die Leistungskonstanz. Wir rätseln noch, wa­rum“, meint Abteilungsleiter Karl Böss. So ist auch zu erklären, weshalb die Dorfmerkinger nach zwei Siegen und einem Unentschieden unter Ex-Profi Dietterle zuletzt wieder schwächelten. Der FC Frickenhausen verhagelte ihnen mit einem 3:1-Sieg die Stimmung beim heimischen Weinfest im Vereinslokal Talblick. An der Lindach sieht Böss seine Sportfreunde als klare Außenseiter, sagt aber trotzdem: „Wir wollen Weilheim ein bisschen ärgern.“

Das mit einer passenden Formation und der richtigen Taktik zu verhindern, ist die Aufgabe von Alexander Hübbe. Welche Elf er auflaufen lässt, entscheidet der TSV-Trainer erst nach der letzten Übungseinheit heute Abend. Er hat wieder einmal die Qual der Wahl. Im Kader sind fast alle Positionen doppelt besetzt und bis auf die verletzten Marco Parotta (Adduktoren) und Ferdi Er (Schlag auf den Spann) brennen alle auf ihren Einsatz. Hübbe: „Es ist angenehm, eine große Auswahl zu haben, hat aber auch seine Nachteile. Ein paar Unzufriedene gibt es immer. Aber damit müssen sie leben“.

Wie Weilheim ließ Primus 1. FC Heiningen seine Fans gegen Germania Bargau um die drei Punkte lange zittern. Nach einer 3:1-Führung wurde Torwart Domagoj Miklec nach einer Notbremse vom Platz gestellt. Spielleiter Timo Rees: „Die Entscheidung war sehr umstritten.“ Ersatzkeeper Marius Funk streckte sich vergeblich nach dem fälligen Strafstoß. Nach dem Anschlusstreffer warf Bargau alles nach vorn und der Spitzenreiter brachte den knappen 3:2-Vorsprung nur mit Mühe über die Zeit. Gegen Calcio in Leinfelden-Echterdingen sind „Black & Yellow“ wieder komplett und deshalb klarer Favorit, wie Rees mit einem gewinnenden Lächeln unterstreicht. Franco Petruso ist ihr Gewinngarant. Der Deutsch-Italiener hat schon zehn Tore geschossen und sechs vorbereitet. Kaum zu erwarten, dass der Vier-Punkte-Vorsprung der Heininger gegenüber Weilheim auf den Fildern schrumpft.

Der SV Bonlanden hat nach holprigem Start die Findungskrise nach dem Abstieg aus der Verbandsliga überwunden. Die Leistungskurve zeigt steil nach oben und plötzlich ist das Team von Neu-Trainer Klaus Fischer die Mannschaft der Stunde. Zuletzt gab es drei 4:0-Siege hintereinander und den Sprung auf Platz drei. Die Verfolgerrolle von Heiningen und Weilheim zu verteidigen gilt es im Gastspiel beim 1. FC Frickenhausen, dessen Saisonverlauf bisher einer Achterbahnfahrt gleicht.