Lokalsport

„Dorian“ sorgt für Zittern

Mountainbike Das Weltcup-Finale in Snowshoe bietet Manuel Fumic die letzte Möglichkeit, ein sportliches Highlight in den USA zu setzen. Die Ausläufer des Hurrikans bringen vermutlich viel Wind und Regen mit sich. Von Erhard Goller

Von der WM in Kanada ins abgelegene Snowshoe: Für Manuel Fumic ist es der letzte Wettkampf in den USA. Foto: Armin Küstenbrück
Von der WM in Kanada ins abgelegene Snowshoe: Für Manuel Fumic ist es der letzte Wettkampf in den USA. Foto: Armin Küstenbrück

Über 1200 Kilometer betrug die Reise, die der Mountainbike-Tross vom kanadischen Mont Sainte Anne nach Snowshoe zu absolvieren hatte. Egal wie die Profis die zähe Reise absolviert hatten, mit dem Auto oder teilweise mit dem Flugzeug, es war ein beträchtlicher Aufwand, ins amerikanische Snowshoe zu kommen. Die kleine Gemeinde liegt im Pocahontas County in West Virginia und ist vor allem bekannt durch das Skigebiet Snowshoe Mountain.

Dass der Weltcup-Zirkus seine Zelte dort aufschlägt, ist eher aus der Not geboren, weil sich andere Optionen zerschlagen hatten. Immerhin: Die Gegend ist eine MTB-Destination, voriges Jahr wurden dort die US-Meisterschaften ausgetragen. 2020 steht die Gemeinde hingegen nicht im Kalender.

Das veranlasst Manuel Fumic, das Weltcup-Finale in einer längeren Zeitschiene zu betrachten. „Das ist das letzte Weltcup-Rennen für mich in den USA“, konstatiert der Kirchheimer. Nächstes Jahr will der 37-Jährige seine Karriere beenden, die Abschiedstournee hat somit quasi schon begonnen. Aber ins Publikum winken will Fumic am morgigen Sonntag höchstens auf der Zielgeraden. „Ich will die Saison unbedingt auf einem Hoch beenden“, sagt er. Dabei möchte er das nachholen, was ihm bei der WM in Mont Sainte Anne mit Rang 13 nicht gelang - seine Saison-Bestmarke zu setzen.

„Die Form ist gut. Mit einem guten Short Race kann ich das Handicap vom vergangenen Wochenende wettmachen“, erklärt Fumic. Das bedeutet also, sich einen Startplatz in Reihe eins oder zwei (Top 16) zu ergattern und somit das Risiko zu minimieren, in der Startphase des Cross-Country-Rennens aufgehalten zu werden.

Der Kurs in Snowshoe ist mit dem in Kanada nicht zu vergleichen. Als echte fahrtechnische Herausforderung lässt sich lediglich eine künstliche Steinpassage ausfindig machen. Auch die Anstiege sind alles andere als gewaltig.

Das wiederum kommt Luca Schwarzbauer entgegen, der nach der WM in der Weltrangliste um neun Plätze nach oben geklettert ist. „Ich will zum Abschluss auf jeden Fall das Maximum rausholen“, kündigt der 22-Jährige an.

Das Cross-Country-Rennen beginnt am morgigen Sonntag um 20.50 Uhr mitteleuropäischer Uhrzeit. Mitte der Woche war mit Blick auf Hurrikan „Dorian“ noch Zittern angesagt. West Virginia wird zwar voraussichtlich nicht direkt betroffen sein, doch die Ausläufer bringen laut Wetterprognose viel Wind und vor allem extremen Regen.

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