Lokalsport

Duell der Unbesiegten

VfL-Oberligabasketballer erwarten morgen zum Topspiel die TSG Reutlingen

Es ist angerichtet: Zum großen Showdown der Basketball-Oberliga erwartet der Tabellenzweite VfL Kirchheim am Sonntag um 17.30 Uhr den Spitzenreiter TSG Reutlingen in der Sporthalle Stadtmitte. Beide Teams sind noch ungeschlagen.

Wild entschlossen: Shkelzen Bekteshi und die VfL-Korbjäger wollen Spitzenreiter Reutlingen vom Thron stoßen. Foto: Deniz Calagan
Wild entschlossen: Shkelzen Bekteshi und die VfL-Korbjäger wollen Spitzenreiter Reutlingen vom Thron stoßen. Foto: Deniz Calagan

Kirchheim. Die Geplänkel sind vorbei, die Testspiele im Punktspielbetrieb ebenfalls – jetzt gilt es. Seit dem 19. September haben sich alle Kirchheimer Basketballer den kommenden Sonntag rot im Kalender angestrichen. Damals wurde die VfL-Startruppe beim Test-Turnier in Nellingen von der TSG Reutlingen nicht nur 77:54 geschlagen, sondern vor allem in der zweiten Hälfte regelrecht gedemütigt. Dieser Stachel sitzt immer noch tief. Und soll jetzt mit einem einzigen entschlossenen Ruck herausgezogen werden.

Dass dazu alle Kräfte benötigt und ein optimaler Tag erwischt werden muss, ist allen klar. Denn was Kirchheim an individueller Klasse hat, zeigt Reutlingen als Team. Alle drei Spiele bisher wurden sehr souverän gewonnen, bei allen drei Spielen arbeitete das Team von Coach Vassili Tsouknidis, dem Bruder des ehemaligen Knights-Spielers Georgios Tsouknidis, nahezu perfekt zusammen. Was auch daran liegt, dass der Oberliga-Dritte der Vorsaison sein Team zusammenhalten konnte.

Zunächst wurde der Mitfavorit TSG Söflingen, der allerdings noch ohne Ex-Bundesligaspieler Chris Grosse auskommen musste, 78:59 bezwungen, anschließend beim Kirchheimer Mitaufsteiger TSV Eriskirch (mit Ex-VfLer Marsel Sibinovic) locker 84:43 gewonnen und am vergangenen Wochenende die jungen Wilden des SV 03 Tübingen II mit 96:69 aus der Halle gefegt. Auffallend dabei, aber nicht überraschend: Die TSG punktet sehr ausgeglichen. Topscorer bisher ist Damir Dronjic (16,7 Punkte pro Spiel), aber auch Nikolaos Seretis (11,0), gleichzeitig Co-Trainer, Thomas Gförer (10,3) und Olaitan Adeboyeku (10,0) haben bisher regelmäßig zweistellig gepunktet.

Was die Ausgeglichenheit angeht, kann der VfL aber dem Gegner mehr als nur das Wasser reichen. Tatsächlich hat Coach Bekim Kukiqi sogar sechs Spieler, die (fast) zweistellig punkten, die ersten drei gehören sogar zu den Top Ten der Oberliga: Nate Gibbs (19,7), Arber Shabani (17,0), Desmond Strickland (14,3), Devontee Lawson (12,7) sowie Shkelzen Bekteshi und Akant Sengül (beide 9,7). Schwer auszurechnen ist also auch der Gastgeber, nur das Zusammenspiel klappt noch nicht so reibungslos wie bei der TSG, die in dieser Besetzung zu großen Teilen bereits seit Jahren zusammenspielt.

Zu drei Siegen hat es aber auch dem VfL gereicht, was ihn zusammen mit dem Spitzenreiter zum Duo der einzigen ungeschlagenen Teams in Württembergs höchster Spielklasse macht. Wie wichtig dabei der 87:85-Auftaktsieg gegen Mitaufsteiger Tamm/Bietigheim durch Stricklands Wunderwurf mit der Schlusssirene war, zeigt der Blick auf die Tabelle: Die BG gilt mit 2:1-Siegen inzwischen als einer der schärfsten Verfolger des Spitzenduos. Die beiden weiteren Siege gegen Remseck (81:56) und in Illertal (108:74) hatten dagegen eher Testspielcharakter und boten eine perfekte Gelegenheit, um sich einzuspielen.

Auf diesem Weg also ist die Truppe schon ein gutes Stück vorangekommen, wie auch Trainer Bekim Kukiqi weiß (siehe „Nachgefragt“). Ob es am Sonntag schon reicht, um den Ligafavoriten unter Kontrolle zu halten, muss als offene Frage gelten – zumindest bis so etwa gegen 19.15 Uhr, wenn die Schlusssirene ertönt. Der Eintritt ist wie immer kostenlos.ut

VfL Kirchheim: Auerbach, Bekteshi, Gibbs, Kraft, Lawson, Pascucci, A. Sengül, E. Sengül, Shabani, Strickland, Wanzke

„Wir werden Meister!“

Herr Kukiqi, vor dem Kracher gegen die TSG Reutlingen: Wie ist die Stimmung im Team, wie schätzen Sie die Chancen ein?

Bekim Kukiqi: Die Stimmung ist bestens. Die letzten zwei Wochen ist das Team stark zusammengewachsen. Unsere Chancen sind sehr gut und ein Sieg wäre keine riesengroße Überraschung. Reutlingen hat aber definitiv ein Team, das extrem gut eingespielt ist. Wir werden uns keine Fehler erlauben können.

Beim Vorbereitungs-Turnier in Nellingen gab es eine deftige Niederlage. Was ist jetzt anders?

Kukiqi: Unser Team in Nellingen war noch gar nicht eingespielt. Bis zu diesem Turnier hatte ich gerade mal vier Einheiten mit dem Kader. Das konnte man deutlich erkennen. Am Sonntag wird Reutlingen auf ein anderes Team treffen.

Wie weit ist das neue Team?

Kukiqi: Wir haben in den letzten zwei Wochen sehr große Schritte in die richtige Richtung gemacht. Wir sind aber noch nicht am Ziel.

Was sind die Stärken, was die Schwächen des VfL 2015/16?

Kukiqi: Die Vielseitigkeit, die dieser Kader bietet, ist enorm. Wir sind auf allen Positionen sehr stark besetzt und können unterm Korb und von draußen punkten. Eine Schwäche ist, dass wir nur zwei Trainings pro Woche haben. Als Coach kann ich nicht so ins Detail gehen, um perfekt spielen zu können.

Unabhängig vom Spiel am Sonntag: Was ist in dieser Saison möglich?

Kukiqi: Wir werden um den Titel mitspielen, brauchen aber noch etwas Zeit, bis wirklich alles rund läuft.

Ihr Tipp: Wer wird Meister?

Kukiqi: Am Ende wird es ein spannender Kampf zwischen uns und Reutlingen. Wir werden Meister!ut

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