Lokalsport

Ein bunter Haufen sorgt für Optimismus

Tischtennis Der TTC Frickenhausen startet morgen in Passau mit einem völlig neuen Team in die Zweitligasaison.

Frickenhausen. Aufbruchstimmung im Neuffener Tal. Nach dem geglückten Klassenverbleib in der Relegation und der Grundsatzentscheidung der Verantwortlichen, in Frickenhausen weiterhin Tischtennis-Hochleistungssport bieten zu wollen, greift der TTC ab morgen wieder in der zweiten Liga an. Um 14 Uhr startet die neu formierte Mannschaft beim Titelmitfavoriten TTC Fortuna Passau in die neue Saison.

Bei der Teamvorstellung unter der Woche wollten die Frickenhausener eigentlich die komplette Mannschaft präsentieren. Doch so einfach ist es nicht, alle sieben Spieler unter einen Hut zu bekommen. Liang Qiu, der mit seinen 22 Jahren der Senior der Mannschaft ist, war zwei Wochen bei der Universiade in Taiwan, saß aber ebenso am Tisch wie der 20-jährige Grieche Konstantinos Angelakis. Der Rest fehlte. Diogo Chen weilt bei der portugiesischen Nationalmannschaft und die Japaner Fumiya Igarashi (18), Hibiki Tazoe (21) und Hiromi Tanaka (21) sind in ihrer Heimat und drücken dort die Schulbank. Sie werden ohnehin selten gemeinsam im Schwabenland sein, und im einen oder anderen Spiel wird gar keiner zur Verfügung stehen. Das erste Mal gleich beim morgigen Auftakt in Passau. Maikel Sauer komplettiert das Team.

Der Name Qiu taucht beim zweifachen deutschen Meister seit der Relegation wieder so häufig auf, wie zu den erfolgreichsten Zeiten. Beim ehemaligen Trainer Jianxin Qiu, der die Sportliche Leitung in ehrenamtlicher Funktion übernommen und wieder seine internationalen Kontakte bei der Zusammenstellung des Kaders spielen lassen hat, trainiert die Mannschaft in der Nürtinger Au. Er war mit die Triebfeder, dass der Laden nicht dichtgemacht wurde. Dessen Sohn Liang kehrt vom Erstligisten TTC Grenz­au zu seinen Wurzeln ins Täle zurück. „Hier ist man halt zu Hause, hier ist einem alles vertraut“, erklärt er seinen Entschluss.

Dem 22-Jährigen, der in Hohenheim Wirtschaftswissenschaften studiert, kommt eine Schlüsselrolle zu. Wie schon bei der Relegation, als er die Mannschaft mit Videos auf die Gegner eingestimmt hatte. „Er hat einen großen Anteil daran, dass wir weiter in der zweiten Liga spielen dürfen“, lobt Manager Jürgen Veith.

Die TTC-Granden haben auf den gerade noch verhinderten Totalschaden reagiert und den Kader mit sieben Spielern entsprechend breit aufgestellt. „Wir sind froh, dass wir jetzt immer eine komplette Mannschaft stellen und aus dem Vollen schöpfen können“, sagt Betreuer Derd Soos zufrieden. Die Richtigkeit dieser Entscheidung wird dabei bereits am ersten Spieltag deutlich. Da keiner der drei Japaner im Lande ist, versucht das Quartett Chen, Qiu, Angelakis und Sauer am Samstag dem Favoriten Passau Paroli zu bieten.

Als einen „bunten Haufen, die sich aber alle gut verstehen“ bezeichnet TTC-Manager Jürgen Veith das Frickenhausener Team. Unter Druck setzen will er die Jungs zwar nicht, ähnlich prekär wie in der Vorsaison soll es freilich nicht mehr werden. Seine Zielvorgabe lautet „obere Tabellenhälfte in einer Liga, die dermaßen stark ist“. Was die Mannschaft draufhat, hat sie ansatzweise schon im Pokal gezeigt.

Ist der Aufstieg ein Thema? Mittelfristig schon, das hat Jürgen Veith bereits angekündigt, als er Jianxin Qiu wieder ins Boot geholt hat. Jetzt will er sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. „Darüber reden wir noch nicht, aber wenn wir es sportlich schaffen und die Rahmenbedingungen passen, dann ist das natürlich ein Thema.“ Vor allem ist’s auch eine finanzielle Frage, denn der TTC bräuchte in der ersten Liga „den doppelten Etat“ (Veith). Den momentanen Geldbedarf beziffert er mit „knapp sechsstellig“.Uwe Bauer

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