Lokalsport

Ein Esslinger in Rio

Am Donnerstag startet das deutsche Team bereits einen Tag vor der Eröffnungsfeier der Spiele in Rio in das olympische Fußballturnier. Mit dabei ist auch ein Esslinger.

Esslingen. Der 21-jährige Grischa Prömel will mit der DFB-Auswahl in Brasilien eine Medaille holen. Der zentrale Mittelfeldspieler, der in der vergangenen Saison 21 Partien für den Zweitligisten Karlsruher SC absolvierte, machte seine ersten fußballerischen Gehversuche auf dem Bolzplatz am Aktivspielplatz Raunswiesen. Bis zur U14 spielte Prömel, der sich selbst als Teamplayer und klassischen Sechser bezeichnet, dann beim TSV RSK Esslingen.

Nach einem Probetraining beim VfB Stuttgart, bei dem der Esslinger mit Nachwuchs-Star Joshua Kimmich vom FC Bayern München zusammenspielte, zog es Prömel über die Zwischenstation Stuttgarter Kickers zur TSG Hoffenheim. Dort holte er unter Trainer Julian Nagelsmann die deutsche A-Junioren-Meisterschaft. Bei der TSG trainierte Prömel zwar regelmäßig mit der ersten Mannschaft, stand jedoch nur einmal im Bundesliga-Kader. Im vergangenen Jahr folgte deshalb der Wechsel zum KSC. „Ich wollte mehr Einsätze, und die hat mir der KSC geboten“, erklärte der 21-Jährige.

Prömel nutzte seine Chance, überzeugte bei den Badenern und spielte sich in den Fokus des DFB. Die Belohnung: Vergangenen Donnerstag ging es mit der deutschen Olympia-Auswahl nach Brasilien, am 4. August steht das erste Spiel gegen Mexiko auf dem Programm. Am 7. August folgt das Duell mit Südkorea, zum Abschluss der Gruppenphase wartet Fidschi auf Deutschland. Wenn es nach Prömel geht, ist das Ziel für die DFB-Elf dabei klar: „Ich denke, dass eine deutsche Nationalmannschaft immer zu den Favoriten gehört. Wie unser Trainer Horst Hrubesch gesagt hat: Wir fahren nicht nur nach Brasilien, um dabei zu sein. Wir wollen gewinnen“, sagte der 21-Jährige selbstbewusst. Seine persönlichen Ziele formulierte der Esslinger dagegen deutlich zurückhaltender: „Ich bin der einzige Zweitligaspieler im Kader. Ich möchte deshalb keine großen Ansprüche stellen. Aber ich hoffe, dass ich mein Debüt in der U23 geben darf.“

Angst vor Terroranschlägen während der Spiele hat Prömel nicht. „Es ist sehr traurig, was gerade auf der Welt passiert. Ab man darf sich da nicht zu sehr beeinflussen lassen. Die Terroristen wollen mit ihren Aktionen Angst schaffen. Den Gefallen darf man ihnen nicht tun“, sagte der Esslinger, der hofft, auch anderen Sportlern in Rio bei der Arbeit zusehen zu dürfen. „Die Basketballer vom Team USA, Michael Phelps oder Usain Bolt live zu sehen, wäre eine große Sache. Ich freue mich ex­trem, dass es nun losgeht.“

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