Lokalsport

Ein Ex-Kirchheimer knockt Köngen aus

Fußball-Relegation Die TSV Oberensingen steigt nach einem 2:1 vor Rekord-Kulisse in die Landesliga auf.

Bengalos in Wernau: Der TSV Oberensingen feiert den Landesliga-Aufstieg gegen Köngen.Foto: Markus Brändli
Bengalos in Wernau: Der TSV Oberensingen feiert den Landesliga-Aufstieg gegen Köngen.Foto: Markus Brändli

Wernau. Ferdi Er hat die TSV Oberensingen nach 44 Jahren wieder in überregionale Fußballregionen geschossen und den TSV Köngen zurück in die Bezirksliga katapultiert. Durch den Treffer des Kirchheimers zum 2:1 in der 107. Minute, ein Schuss aus kurzer Distanz, löste das Team aus dem Nürtinger Stadtteil gestern Abend in Wernau das letzte freie Landesligaticket für die Saison 2018/2019.

Dass der 37-Jährige als ältester Akteur auf dem Platz zum Matchwinner wurde, war nicht die einzige Besonderheit des Relegationsfinales zwischen Bezirksliga-Vizemeister und Landesliga-Tabellenviertletzten. Mit rund 2 300 Zuschauern (davon 1 800 zahlende) - das Spiel begann wegen des Zuschauerandrangs mit zwölfminütiger Verspätung - erklomm die Begegnung Platz eins in der ewigen Relegations-Besucherhitparade des Bezirks Neckar/Fils. „Eine Wahnsinnskulisse“, befand freudenstrahlend Michele Latte, in Notzingen wohnender Angreifer der Oberensinger. Besonders freue ihn, „dass Ferdi das entscheidende Tor gemacht hat“. Ferdi Er, einstiger Oberligakicker des VfL Kirchheim und Stütze des Landesligisten TSV Weilheim, wurde nach dem Schlusspfiff gar in Sprechchören gefeiert. Ans Feiern konnte der Umjubelte freilich in den ersten Minuten nach Ende der Verlängerung nicht denken. „Ich bin total kaputt, die Muskeln machen zu, aber die Freude ist groß“, sagte der Defensivakteur, ehe sich der Routinier mit reichlich unrundem Schritt Richtung feiernder Spielermeute verabschiedete.

„Ein Vorbild, es ist einfach unglaublich wie er sich mit 37 Jahren selbst in der Verlängerung noch in jeden Zweikampf reinhaut“, zeigte sich Oberensingens Trainer Andreas Bross begeistert vom Wirken seines Siegtorschützen. Dabei hatten die Oberensinger nach einem raschen Treffer (10., Tarik Serour) immer mehr Probleme bekommen, der Ausgleich des TSV Köngen durch Mustafa Baykara (38.) war zu diesem Zeitpunkt verdient. „Dann folgte ein Spiel auf Messers Schneide“, analysierte Köngens Trainer Stephan Hartenstein, der erleben musste wie seine Mannschaft für die Aufholjagd in der zweiten Hälfte der Landesliga-Punktrunde nicht mit dem Ligaverbleib belohnt wurde. „Die Enttäuschung ist riesengroß“, bilanzierte der Coach.

Nicht minder traurig schaute Köngens Angreifer Max Pradler drein. „Es ist einfach nur bitter“, formulierte der Kirchheimer Minuten nach dem fest stehenden Abstieg kurz und knapp. Bei den Oberensingern blickte derweil Macher und Stratege Hagen Gutekunst der neuen Liga erwartungsfroh entgegen. „Wir werden Nürtingen und den Altkreis in der Landesliga würdig vertreten“, kündigte die treibende Kraft des ehemaligen Zweitamateurligisten an.

Eine Nachricht hatte Gutekunst noch parat. Ferdi Er werde „auf jeden Fall noch eine Saison dranhängen“. Bis zum 12. Juli hat der von allen Seiten Gelobte nun Zeit zur Regeneration. Dann ist Trainingsauftakt beim Landesliga-Aufsteiger.Reimund Elbe

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