Lokalsport

Ein ganz linkes Ding

Immer, wenn aus dem Hardtwald ein Jubelschrei schallt, wissen die Bewohner von zwei Gemeinden: Unsere Fußballer haben ein Tor geschossen. Gestern war das gleich fünfmal der Fall. Die Sportgemeinschaft Erkenbrechtsweiler/Hochwang fegte den Dritten FC Donzdorf mit 5:3 aus dem Stadion.

SGEH-Angreifer Cosima Attorre konnte seine gelbe Karte wegen einer Schwalbe locker weg stecken. Der Italiener traf zuvor drei Ma
SGEH-Angreifer Cosima Attorre konnte seine gelbe Karte wegen einer Schwalbe locker weg stecken. Der Italiener traf zuvor drei Mal.Foto: Genio Silviani

Kirchheim. Der Sieg war deutlicher, als es die drei Gegentreffer vermuten lassen. Die SGEH führte schon 5:0, musste aber zu neunt zu Ende spielen. Erst verletzte der Schiedsrichter beim Rückwärtslaufen unabsichtlich Marco Parrotta am Sprunggelenk. Kurz danach erwischte es den eben eingewechselten Sven Petto am Knie. Trainer Georgios Karatailidis konnte nicht mehr reagieren – er hatte schon viermal ausgewechselt.

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Es war der vierte Sieg im fünften Spiel bei einem Unentschieden. Als Mannschaft der Stunde in der Bezirksliga verbesserte sich die SGEH auf Platz sechs. Die Nummer zwei in der Teckregion hinter dem TSV Weilheim und vor dem VfL Kirchheim ist nun alle Abstiegssorgen los, ebenso den Ruf der Fahrstuhlmannschaft, der ihr lange Jahre anhaftete. Abteilungsleiter Sven Laderer: „Es hätte nicht besser laufen können. Wir sind hochzufrieden mit dieser Saison.“

Die Mannschaft lebt von ihrem Kampfgeist und einem unbändigen Siegeswillen, der auch von außen von der Bank lautstark vermittelt wird. Die drei Stürmer sind brandgefährlich. Cosimo Attorre schraubte mit einem Hattrick seine Torquote auf acht. Glanzstück das 5:0 mit der Hacke. Dennis Oswald steuerte dazu den Assist und die beiden anderen Treffer bei. Der Ex-Weilheimer hat jetzt 13 auf dem Konto wie Marco Parrotta. Kurios: Alle fünf Tore gegen Donzdorf, dem Vizemeister des Vorjahrs, kamen von links, obwohl in der Mannschaft nur Rechtsfüßler spielen.

Im Gegensatz zur SGEH erwischte Kreisliga-Primus VfL Kirchheim einen gebrauchten Tag. Nichts klappte gegen Raidwangen, klarste Torchancen wurden versiebt. „Bis zur Pause hätten wir mit drei, vier Toren führen müssen. Raidwangen hat im ganzen Spiel dreimal aufs Tor geschossen und zweimal getroffen“, stöhnte Spielertrainer Markus Schweizer nach der unerwarteten 1:2-Niederlage.

Die erste Heimpleite des Stadtklubs brachte die SF Dettingen wieder ins Rennen. Vier Punkte Rückstand sind machbar, wenn sich der VfL weitere solcher Klöpse leistet. Doch Trainer Heiko Blumauer war nach dem 4:2 alles andere als begeistert: „Eine kämpferisch gute, aber spielerisch maue Vorstellung.“ Dass er seine ehemalige Mannschaft, die er dreieinhalb Jahre betreute, noch tiefer in den Abstiegsstrudel tunkte, tat ihm ein Stück weit leid: „Ich sehe das mit einem weinenden Auge. Ich hätte die Punkte gerne gegen andere geholt. Aber wir wollen unbedingt Platz zwei halten.“ Die Chancen dafür sind größer geworden, denn alle Verfolger – Nürtingen II, Neidlingen, Altdorf – mussten Federn lassen.

Kleiner Trost für Holzmaden: Das Tor des Tages erzielte einer der ihren. Beim Stande von 1:0 zog Steffen Rehm kurz hinter der Mittellinie ab. Über 45 Meter segelte der Ball zum Ausgleich ins Dettinger Tor. Ein Sonntagsschuss am Sonntagnachmittag. Zweimal 5:2 hieß es nach zweimal 90 Minuten in Jesingen. Erst gewann die zweite Garnitur gegen Ötlingen, anschließend schickte die Erste den FV Nürtingen II mit demselben Ergebnis auf die Heimfahrt. Dabei tat sich einmal mehr Kevin Rieke hervor (ein Tor, zwei Assists). Der Entschluss des früheren Unterlenningers, der in Jesingen anfangs nur Mitläufer war, im Sommer zu seinem alten Klub zurückzukehren, wirkte wie eine innere Befreiung. Seine Leistung explodierte.