Lokalsport

Ein Hauch Romantik und viel Kurioses

Kreisligafußball Der TSV Jesingen kommt in Weilheim nach einem verschossenen Elfmeter in der zweiten Minute noch mit 0:10 unter die Räder. In der B-Staffel 7 sorgt ein ehemaliger Oberligakicker für Aufsehen. Von Reimund Elbe

Das Bild täuscht: So spannend wie dieser Zweikampf war das Topduell in der Kreisliga B6 zwischen dem TSV Ötlingen und der TG Kir
Das Bild täuscht: So spannend wie dieser Zweikampf war das Topduell in der Kreisliga B6 zwischen dem TSV Ötlingen und der TG Kirchheim nicht. Der gastgebende TSVÖ gewann klar mit 4:0. Foto: Markus Brändli

Der gestrige Spieltag hat in den Fußballkreisligen jede Menge Geschichten geschrieben. Eine davon trug sich in der A-Staffel 2 unter der Limburg zu und war besonders kurios. Dass der TSV Weilheim II das Duell gegen den TSV Jesingen 10:0 gewann - außergewöhnlich genug. „Fast jeder Schuss war ein Treffer“, bilanzierte ein faszinierter Robert Walter. Ein ganz neues Gefühl für den Weilheimer Trainer. In den vergangenen Wochen hatte der Coach vornehmlich Gegentore zählen müssen: 13 in drei Spielen.

Für Erstaunen und Entzücken sorgte dabei Landesligaanleihe Deniz Emini. Vier Tore binnen acht Minuten machten den 8. Oktober 2017 für den Nachwuchskicker zu einem ganz besonderen Tag in seiner noch jungen Laufbahn. Ganz nebenbei legte der Youngster nach der Pause mit einem weiteren Treffer noch eine Schippe drauf.

Für die bemitleidenswerten Jesinger war die Klatsche deshalb besonders bitter, weil sie selbst hätten 1:0 führen können, wenn nicht gar müssen. Doch nach nicht einmal 100 Sekunden Spielzeit war Dino Scroppo mit einem Elfmeter an Weilheims Keeper Florian Schlote gescheitert. „In der Anfangsphase war Jesingen nicht schlechter“, befand Walter.

Einziger Trost für den Tabellenneunten aus Jesingen: Es geht einigen Teams tabellarisch deutlich schlechter - dem SV Nabern zum Beispiel. Nach dem Rücktritt von Trainer Maurizio Mantineo (wir berichteten) führt Marcel Geismann allein Regie am Spielfeldrand. Der erste Punktgewinn nach sieben Niederlagen am Stück war ein Hoffnungsschimmer. „Marcel wird bis zum Saisonende als Coach weitermachen“, stellte Naberns Sportlicher Leiter Axel Maier am Rande der Partie gegen Germania Schlaitdorf klar. Bemerkenswert: Die Naberner retteten in doppelter Unterzahl gegen den Tabellenfünften ein 0:0 über die Zeit. Nicht nur das. Nach der Pause musste zudem Torwart Dominic Adler wegen einer Zerrung passen. Feldspieler Benjamin Schubert übernahm den Schlussmann-Job. Als „einen Punkt für die Moral“ wertete Maier unter diesen Voraussetzungen den ersten Zähler der Runde.

Mit dem Punktesammeln wesentlich besser kennen sich die Kicker des AC Catania Kirchheim aus. Das Gebot des Trainers („meine Spieler sollen nicht auf die Tabelle schauen“) scheint leistungsfördernd zu sein. Gestern siegte das Team von Michel Forzano 4:2 beim TSV Oberboihingen. Forzano nahm die Punkte lächelnd mit. „Die Oberboihinger hatten das Match extra auf den alten Rasenplatz verlegt und nicht auf dem nagelneuen Kunstrasen angesetzt, weil sie sich dadurch Vorteile erhofft hatten“, betonte der Trainer des Tabellenzweiten verschmitzt, „doch wir haben gezeigt, dass wir auch unter diesen Bedingungen erfolgreich sein können.“

Wenig spannendes Spitzenspiel

Eine Etage tiefer erfüllte das B6-Spitzenspiel zwischen dem TSV Ötlingen und der TG Kirchheim die Erwartungen in einem Punkt nicht: Spannend war‘s nicht sonderlich im Rübholz. „Es war eine klare Geschichte“, kommentierte Ötlingens Spielleiter Marco Geißler das 4:0. Eins ist nach dieser Fußballdemonstration klar geworden: Nach sieben Siegen am Stück ist der TSV Ötlingen Titelkandidat Nummer eins.

Auch in der Kreisliga B gab es eine Kuriosität. Bei der B5-Partie TSV Oberlenningen II gegen den TV Tischardt (1:10) standen zwei Akteure mit dem nicht allzu häufigen Namen Marvin Schweizer auf dem Platz - je einmal pro Team. Untätig blieben beide Herren nicht. Der Tischardter Schweizer sorgte mit drei Toren für Unbill bei den Oberlenningern, der „heimische“ Schweizer wanderte nach gezückter Ampelkarte durch Schiedsrichter Erkan Özcelik in der Schlussphase vorzeitig vom Platz.

Scaffidi kann‘s nicht lassen

Ein Hauch Fußballromantik in Albershausen: Beim B7-Spiel des TSV Schlierbach traf ein „Dino“ der lokalen Fußballszene. Carmelo Scaffidi (40), vor rund 20 Jahren Mittelfeldakteur des damaligen Regionalligisten VfL Kirchheim und Schwager von TSVS-Coach Cesare D‘Agostino, besorgte das 1:0-Führungstor für den TSVS und war damit Wegbereiter für den 4:0-Triumph im Nachbarort. Schöner Nebeneffekt: die Festigung des zweiten Tabellenplatzes.

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