Lokalsport

Ein Hoffnungsträger im Wartestand

Leichtathletik Zehnkämpfer Leo Neugebauer hat sein Sportstipendium in den USA wegen Corona unterbrochen.

Leinfelden. Leo Neugebauer von der LG Leinfelden-Echterdingen zählt zu den größten Nachwuchshoffnungen im deutschen Zehnkampf. Wie viele vor ihm wagte der 20-Jährige den Sprung über den Großen Teich, weil sich an den amerikanischen Colleges Sport und Ausbildung besser miteinander vereinbaren lassen. Gleich bei seinem ersten Indoor-Siebenkampf Ende Februar hatte der Stettener als überlegener Sieger mit 5 848 Punkten eine Wertung erzielt, die, hochgerechnet auf sein Leistungsvermögen im Zehnkampf, um die 8 200 Punkte ergeben. Seit Anfang April ist Leo Neugebauer nach nur drei Monaten USA-Aufenthalt aufgrund der Corona-Pandemie bereits wieder zurück in Deutschland.

Ins kalte Wasser ist er vor seinem USA-Trip nicht gesprungen. „Ich habe mir das genau überlegt, habe verschiedene Colleges vorher angeschaut, die ich dann angeschrieben habe.“ Das war im Oktober 2019. Dann ging es ganz schnell. Aufgrund der sportlichen Vita und seinen guten Englischkenntnissen, übrigens neben Mathematik zwei Grundvoraussetzungen, um überhaupt Chancen auf ein Stipendium zu bekommen, war das Interesse sehr groß an dem 1,97 Meter großen Modellathleten. Entschieden hat sich Leo Neugebauer, der zwei Jahre in Sindelfingen das Technische Gymnasium besuchte, für die University of Texas in Austin, um dort Maschinenbau zu studieren.

Start des auf vier Jahre angesetzten Studiums war im Januar. Doch Corona machte auch vor den amerikanischen Colleges nicht halt. Das erste Semester, das noch bis Mitte Mai läuft, wird Leo Neugebauer nun von zu Hause aus online beenden. Im August soll es dann wieder zurück nach Austin gehen, viertgrößte Stadt des US-Bundesstaates Texas. Die in urbaner Lage gelegene Uni, der insgesamt 13 Colleges angegliedert sind, zählt mit rund 50 000 Studenten zur fünftgrößten der USA.

Neben dem Online-Studium will Neugebauer die nächsten vier Monate in der schwäbischen Heimat nutzen, um sich in seinem eigens eingerichteten kleinen „Sportstudio“ bei seinen Eltern fit zu halten und die Landschaft rund um Stetten für Trainingsläufe nutzen.Martin Moll

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