Lokalsport

Ein Kirchheimer rockt den Himmel über den Anden

Segelfliegen Beim Grand-Prix-Finale in Südamerika hat Sebastian Nägel von der Fliegergruppe Wolf Hirth überraschend den ersten Wertungstag gewonnen. Von Lars Reinhold

Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Tilo Holighaus, Mario Kiessling und Sebastian Nägel (von links) tun‘s in Chile.Foto: Cla
Wer wird denn gleich in die Luft gehen? Tilo Holighaus, Mario Kiessling und Sebastian Nägel (von links) tun‘s in Chile.Foto: Claire Heliot

Sebastian Nägel von der Kirchheimer Fliegergruppe Wolf Hirth hat beim Finale des Segelflug-Grand-Prix im südamerikanischen Chile den ersten Wertungstag gewonnen. Der in Fliegerkreisen unter dem Kosenamen „Krümel“ bekannte Nägel absolvierte die 266 Kilometer lange Strecke mit einer Wertungsgeschwindigkeit von 143,8 Stundenkilometern und konnte so Werner Aman aus Österreich um hauchdünne 0,4 km/h auf Platz zwei verweisen. Der Pole Sebastian Kawa belegte Rang drei. Mario Kiessling und Tilo Holighaus, beide ebenfalls in der Fliegergruppe Wolf Hirth aktiv, belegten im 19 Mann starken Starterfeld die Plätze sechs und zwölf.

Der Segelflug-Grand-Prix ist eine inzwischen zum neunten Mal ausgetragene Wettbewerbsserie, in der über die Saison neun Qualifikationsrennen auf der ganzen Welt geflogen werden. Die besten Piloten dieser Vorläufe qualifizieren sich für das Finale. Ähnlich wie beim Hahnweide-Wettbewerb, werden die Flugzeuge innerhalb eines bestimmten Zeitfensters in die Luft geschleppt. Wenn alle Teilnehmer in der Luft sind, wird die Abfluglinie freigegeben und das Rennen startet. Der Streckenverlauf ist durch sogenannte Wendepunkte definiert, die in der richtigen Reihenfolge abgeflogen werden müssen. Dabei gilt es für die Piloten, ihren Flugweg so zu wählen, dass sie möglichst starke Aufwinde nutzen können, um Höhe zu tanken und dann weite Strecken im schnellen Gleitflug zurücklegen zu können.

Dank Rückenwind erreichte Tilo Holighaus auf den letzten Kilometern seines Fluges eine Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h über Grund. Allerdings hatte der Kirchheimer zuvor bei der Thermiksuche, die durch heftige Turbulenzen erschwert wurde, zu viel Zeit verloren, um noch in die Punkteränge zu fliegen.

„Der Grand Prix in den Anden ist sicher eins der anspruchsvollsten Rennen, die ich je mitgeflogen bin“, hatte Holighaus im Vorfeld des Wettbewerbs erklärt. „Die Bedingungen werden nicht einfach sein, aber ich kenne Chile bereits von mehreren Wettbewerben und habe dadurch vielleicht sogar ein bisschen Heimvorteil.“

Aktuelle Informationen zu den Rennen, die noch bis 20. Januar dauern, gibt es hier.

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