Lokalsport

Ein Olympiasieger am Himmel über Kirchheim

Stippvisite Ruderer Hans Gruhne, Goldmedaillengewinner von Rio, hat einen Segelrundflug spendiert bekommen.

Startvorbereitungen: Hans Gruhne (links) und Jan Andersen bringen einen Segelflieger in Position. Foto: Sebastian Großhans
Startvorbereitungen: Hans Gruhne (links) und Jan Andersen bringen einen Segelflieger in Position. Foto: Sebastian Großhans

Kirchheim. Was machen ein Olympiasieger und einer, der es werden will, auf der Kirchheimer Hahnweide? Die Antwort gab‘s am Donnerstagnachmittag. Die Kreissparkasse Esslingen-Nürtingen spendierte Ruder-Crack Hans Gruhne, Goldmedaillengewinner im Doppelvierer 2016 in Rio, und Jan Andersen, Nachwuchsskispringer aus Kirchheim, als Dankeschön einen Segel(rund)flug - beide hatten vergangenes Jahr an einer von der KSK ausgerichteten Podiumsdiskussion zum Thema „Mythos Olympia“ teilgenommen.

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Hans Gruhne ist der Teckregion ohnehin verbunden. Seine Freundin Theresa Romer kommt aus Nabern, mittlerweile leben die beiden aber in Potsdam. „Ich freue mich besonders auf die Aussicht“, sagte der 29-Jährige und malte sich kurz vor dem Start bereits die ungewohnte Ruhe in dem Flugzeug aus.

Beide Sportler segelten mit einem Piloten im Zweisitzer, von einem Motorflugzeug auf entsprechende Höhe gebracht. Lars Reinhold, Pressewart der Fliegergruppe Wolf Hirth, erklärte Gruhne und Andersen kurz vor dem Start, was sie in der Obhut der beiden Piloten Steffen Keppler und Felix Ruof erwarten würde. „Die Bewegungen sind etwas ganz anderes als in den Ferienbombern nach Mallorca.“ Die beiden Hochleistungs-Segelflieger erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 280 Km/h - wem schlecht werden sollte, für den standen Spucktüten bereit. Und für den Fall der Fälle mussten Pilot und Begleitung auch Fallschirme tragen.

Kurz vor dem Abflug plauderten beide Athleten aus dem Nähkästchen. Hans Gruhne pausiert in diesem Jahr, hat aber das Fernziel Olympia 2020 vor Augen. Der 15-jährige Jan Andersen ist nach einer Knieverletzung wieder im Aufbautraining. „Ich werde vermutlich zur Wintersaison wieder gesund sein“, sagt er, der vor dem Start betont cool war - als Skispringer ist Andersen Höhe gewohnt, da machte ihn der Flug im Segelflieger nicht nervös.

Beim Olympiasieger von Rio war die freudige Anspannung dagegen schon eher vorhanden, zumal er davor noch nie in einer so kleinen Maschine geflogen war. Doch am Ende benötigten weder er noch Andersen die Spucktüten - von den Fallschirmen ganz zu schweigen.Sebastian Großhans