Lokalsport

Ein Riese unter der Reuse

Nach einem verlorenen Bundesliga-Jahr versucht Fast-Nationalspieler Björn Schoo einen Neuanfang

Alles ging ziemlich flott. Nur zwei Tage benötigte der 2,13 Meter große Center-Hüne Björn Schoo (32), um die persönlichen Weichen für seine sportliche Zukunft zu stellen – um woanders ab- und bei den Knights zuzusagen. Am vergangenen Samstag unterzeichnete der Mann aus der ersten Basketball-Bundesliga (BBL) einen Vertrag für die Spielzeit 2013/14.

Neuer Knights-Hoffnungsträger unterm Korb: Center Björn Schoo kommt vom Bundesligisten Phönix Hagen unter die Teck.Foto: Michael
Neuer Knights-Hoffnungsträger unterm Korb: Center Björn Schoo kommt vom Bundesligisten Phönix Hagen unter die Teck.Foto: Michael Kleinrensing

Kirchheim. Als der 19-jährige Björn Schoo 2001 von seinem Heimatverein TV Bad Säckingen zum Zweitligisten USC Freiburg wechselte, da konnte er nicht ahnen, dass sein (Basketball-)Weg ein langer mit zahlreichen Stationen werden würde: Es folgten Gastspiele in den USA, Frankreich, Griechenland und den Niederlanden. Ab dem Jahr 2007 spielte er für Kaiserslautern Braves (Pro B), Köln 99ers (BBL), UBC Hannover (Pro A), USC Heidelberg (Pro A) und für den Erstbundesligisten Phoenix Hagen in der vergangenen Spielzeit 2012/13. Doch für den Wandervogel, der gebürtiger Ulmer ist, schließt sich jetzt der Kreis: Seit Samstag, als er bei den Kirchheim Knights einen Einjahreskontrakt unterschrieb, ist er endgültig zurück in der schwäbischen Heimat. Nichts, was ihm jetzt fremd ist. Die meisten Knights-Akteure kennt Schoo („gegen Akteure wie Tomasevic oder Adeberg habe ich schon gespielt“), den Trainer ebenfalls: „Den Frenkie Ignjatovic kennt doch ganz Basketball-Deutschland“, sagt er.

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Tatsächlich hatte Kirchheims serbischer Chef-Übungsleiter die Finger beim Schoo-Blitztransfer entscheidend im Spiel. Ein Freund hatte Ignjatovic vergangene Woche davon erzählt, dass Schoo seit seinem Abgang bei Phönix Hagen noch immer auf dem Markt sei – Trainer und Knights versuchten danach alles, den Center-Riesen herzulotsen. Mit Erfolg. Als sich der Sportliche Leiter der Knights Karl Lenger am Freitag in seinen wohlverdienten Gardasee-Urlaub verabschiedete, hatte sich Schoo („ich möchte in Kirchheim meine Erfahrung weitergeben“) schon entschieden. Danach sah Ignjatovic eine „Win-win-Situation“ gegeben: „Schoo hat das Potenzial zur tragenden Säule innerhalb meiner Mannschaft. Es war Glück für uns, dass er auf dem Markt war. Umgekehrt bietet sich für Schoo jetzt die Chance, wieder auf mehr Spielzeiten zu kommen.“ Zuletzt hatte der 110-Kilo-Mann unter Hagens Bundesligatrainer Ingo Freyer regelmäßig auf der Bank geschmort. Schon nach einer Spielzeit kehrte der Mann, der nach seiner USA-Rückkehr im Jahr 2006 unter dem damaligen DBB-Trainer Dirk Bauermann noch an der Aufnahme im Nationalteam geschnuppert hatte, dem NRW-Verein wieder den Rücken.

Zum Glück für die Knights, die seit Wochen sehnsüchtig nach einem groß gewachsenen Centerspieler fahndeten. Mit Schoo ging ihnen ein Hochkaräter ins Netz, der für Karl Lenger „der Wunschspieler“ ist und für Kirchheims stets kritischen Ex-Basketballer Uli Tangl „ein Center alter Schule“. Es sind konträre Charakterisierungen – beide Funktionäre sind sich gleichwohl sicher, dass ein Spieler mit Erstliga-Erfahrung den Rittern sportlich weiterhilft.

Sonst hätte der Club die Schatulle auch nicht so weit geöffnet.