Lokalsport

Ein Silberstreif am Horizont

Tischtennis Zweitligist TTC Frickenhausen geht optimistisch in die am Sonntag beginnende Rückrunde.

Frickenhausen. In der zweiten Saison nach dem freiwilligen Rückzug aus der Tischtennis-Bundesliga kämpft der TTC Frickenhausen auch in der Zweiten Liga ums Überleben. Doch am Horizont zeichnet sich ein Silberstreif ab. Die Konsolidierungsphase ist fast abgeschlossen, die Altlasten sind so gut wie abgetragen. Und: Kurz vor der vierwöchigen Weihnachtspause hat die Mannschaft auch noch sportlich die Kurve gekriegt und die Abstiegsplätze verlassen.

„Der Abschluss war versöhnlich“, freut sich Manager Jürgen Veith nach drei Zählern aus den letzten beiden Begegnungen. Veiths Befürchtungen vor der Runde haben sich bestätigt. „Es wird eine ganz enge Kiste“, hatte er im Sommer prophezeit und gehofft, dass sich die blutjunge Truppe mit den beiden 18-jährigen Japanern Ryotaro Ogata und Yuki Matsuyama, die sich an Position eins ablösen, dem Dänen Tobias Rasmussen (20), dem Litauer Alfredas Udra (23) und dem Schweden Jesper Hedlund (24) aus dem Abstiegskampf würde raushalten können. Die Hoffnungen haben sich nicht erfüllt, zwischendurch war das Team aus dem Neuffener Tal sogar Tabellenletzter.

An den Abstieg verschwendet Veith trotzdem keinen Gedanken. „Das ist kein Thema“, sagt er. Zumal die Erste Liga in der kommenden Saison um zwei auf zwölf Vereine aufgestockt wird und demzufolge wohl bloß ein Zweitligist runter in die Dritte Liga muss.

„Ich bin sehr zufrieden, alle haben spielerisch einen Riesensprung gemacht“, ergänzt Veith und bringt Ex-Trainer Jian Xin Qiu, in dessen Tischtennis-Center trainiert wird, ins Spiel. „Er ist und bleibt der beste Lehrmeister.“ Die Differenzen mit dem ehemaligen TTC-Coach seien beigelegt, daher schließt der Frickenhausener Manager eine Rückkehr Qius auf den Sessel des offiziellen Cheftrainers auch nicht aus. „Wir wollen wieder gemeinsam an einem Strang ziehen.“

Da drängt sich unweigerlich die Frage nach einer Rückkehr in die Erste Bundesliga auf. „Grundsätzlich ja“, sagt Jürgen Veith frank und frei, „aber ohne jegliches finanzielles Risiko.“ Die TTBL kommt den Aufsteigern bei den Startgeldern zwar deutlich entgegen, um den Neulingen den Schritt in die Eliteklasse zu erleichtern. Doch Veith stellt klar: „Diese Hürde kann man irgendwann vielleicht mal nehmen, aber davon sind wir noch weit entfernt.“

„Die finanziellen Probleme der Vergangenheit sind abgearbeitet“, versichert Veith, „jetzt sind wir auf einem überschaubaren Level angekommen.“ Große Sprünge seien in Zukunft allerdings nicht geplant. Weder personell noch finanziell. „Es sei denn“, schränkt Veith ein, „dass ein großer Geldgeber einsteigt.“ Jetzt gelte es jedoch, mit viel weniger Geld als in der Ersten Liga zu versuchen, das Beste draus zu machen. „Wenn wir die Saison einigermaßen unfallfrei überstehen, dann wollen wir wieder vorne mitspielen“, blickt er nach vorn.

Doch das ist noch recht weit weg, jetzt zählt erst einmal die am Sonntag beginnende Rückrunde. Das wird schwer genug, denn die Frickenhausener müssen um 14.30 Uhr gleich beim Titelkandidaten TTC Jülich antreten. „Das ist kein Spiel von der Sorte, das wir gewinnen müssen“, nimmt Veith Druck vom Team, „wir müssen gegen die direkten Kontrahenten gewinnen und vielleicht noch ein, zwei Plätze nach oben klettern.“Uwe Bauer

Anzeige