Lokalsport

Ein Tag für viele Vereinschronisten

TSV Bad Boll feiert Vizemeisterschaft – TSV Köngen in Abstiegsrelegation – Katzenjammer in Bonlanden

Bad Boll Vizemeister, Köngen in der Klassenerhalt-Relegation, Bonlanden abgestiegen: Der letzte Landesliga-Spieltag war voller Dramatik und Emotionen.

Grund zum Jubeln: Die TSVW-Kicker beenden zum vierten Mal in Folge eine Saison unter den Top fünf. Archiv-Foto
Grund zum Jubeln: Die TSVW-Kicker beenden zum vierten Mal in Folge eine Saison unter den Top fünf. Archiv-Foto

Kirchheim. Im Bohnensträßle zu Hofherrnweiler ist am Samstag um 17.17 Uhr mit dem Schlusspfiff durch Schiedsrichter Manuel Eggle (Straß) offiziell die Trainerlaufbahn von Alexander Hübbe zu Ende gegangen. Ein glanzvoller Sieg zum Abschied war dem scheidenden Coach des TSV Weilheim nicht vergönnt. Immerhin: Mit Rang vier im Abschlussklassement beenden die Weilheimer zum vierten Mal hintereinander die Saison unter den Top fünf – nicht zuletzt dank Hübbe.

In hofherrnweiler blieb das hoffnungsfroh stimmende 1:0 durch Mike Tausch nach 230 Sekunden die einzige Offensivgroßtat der Gäste vor 200 Zuschauern. Die TSG Hofherrnweiler-Unterrombach sicherte sich letztendlich per 2:1 sogar den endgültigen Ligaverbleib.

Die Punkte hätten die Kicker von der Ostalb freilich nicht einmal mehr benötigt. Durch die 1:3-Pleite des SV Bonlanden gegen den TSV Bad Boll sowie das 1:1 des TSV Köngen in Stammheim waren die Plätze in den Fragen Direktabstieg und Relegation verteilt. Soll heißen: Der „historische“ Abstieg des SV Bonlanden mit dem erstmaligen Abrutschen auf Bezirksebene seit rund drei Jahrzehnten war perfekt, zudem die Köngener Verbesserung auf den Relegationsplatz.

„Vor vier Wochen wären wir noch froh gewesen, überhaupt diesen Tabellenplatz zu erreichen“, zeigte sich TSVK-Trainer Ralf Rueff nach dem auf den ersten Blick mageren, aber wichtigen Zähler bringenden 1:1 beim Absteiger SC Stammheim erleichtert. Per Internet war der ehemalige VfL-Trainer ständig über die Vorkommnisse in Bonlanden informiert. Was er von dort an Fakten geliefert bekam, stimmte nicht immer froh; so war der TSV Köngen in der 59. Minute nach dem SVB-Ausgleich durch Bonlandens Kapitän Stefan Adam zwischenzeitlich wieder auf den Direktabstiegsplatz gerutscht. Der Ex-Weilheimer Marcel Mettang setzte jedoch kurze Zeit später per 2:1 die Ampeln für Bad Boll in Sachen Relegation auf Grün, für Bonlanden bezüglich Klassenerhalt auf Rot. Zum Leidwesen besonders eines Mannes: Bonlandens Vereinslegende Kurt Adam, seit 1977 Abteilungsboss, gleitet nun nach bewegenden Jahrzehnten (unter anderem mit einer DFB-Pokalteilnahme 1996 und vielen Jahren Oberliga-Fußball) mit dem Fahrstuhl eine weitere Etage tiefer.

Totale Niedergeschlagenheit darüber auf den Fildern, beste Laune in Bad Boll: Die Kurortkicker dürfen am kommenden Mittwoch im Ditzinger Ortsteil Heimerdingen ein Stückchen positive Vereinshistorie schreiben. Bei ihrer Premiere in der Verbandsliga-Aufstiegsrelegation bekommen sie es mit dem SKV Rutesheim zu tun. „Dieser Gegner ist für uns natürlich ein großer Unbekannter“, erklärt TSV-Trainer Benjamin Geiger, der sich eilends über sein persönliches Netzwerk bezüglich der gegnerischen Stärken und Schwächen schlaugemacht hat. Für Mittwoch wird ein Sonderbus gechartert. „Ein riesiges Ereignis für uns“, betont Geiger. Im Erfolgsfalle bekäme es Bad Boll mit dem Sieger aus dem Match SV Zimmern/SSV Ehingen-Süd und final mit dem Verbandsligisten Olympia Laupheim zu tun.

Den Ebersbachern bleibt nur die Frustrolle. Mit dem 2:4 gegen den FV 09 Nürtingen verabschiedete sich der Ex-Spitzenreiter am Samstag maximal enttäuschend aus der Runde. „Wir haben eine bessere Platzierung schon in den vergangenen Wochen verspielt“, haderte SVE-Trainer Dinko Radojevic.

Ein weiterer Traum platzte zwölf Kilometer von Ebersbach entfernt. Das Verbandsliga-Gastspiel des FC Heiningen ist nach nur einer Spielzeit zu Ende. „Über die gesamte Saison hinweg hatten vor allen Dingen unsere Leistungsträger zu lange Ausfallzeiten“, bilanzierte ein maßlos enttäuschter FCH-Trainer Tobias Flitsch. So fehlten beim letzten Spiel gegen den TSV Essingen (3:4) unter anderem Torjäger Franco Petruso. Von der Aufstiegseuphorie des vergangenen Jahres (nach einem dramatischen Titelrennen mit dem TSV Weilheim) und dem von vorwitzigen Personen im Umfeld sehr hochgesteckten Ziel („Oberliga“) ist in Heiningen nichts mehr zu spüren. Der 4. Juni 2016: ein Tag für viele Vereinschronisten.

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