Lokalsport
Ein Team für die vorderste Linie

Handball Die Frauen der HSG OLE gehören zum Kreis der Titelaspirantinnen der Landesliga. Von Reimund Elbe

Owen/Lenningen. „Möglichst früh den Klassenerhalt sichern“ – mit exakt dieser Vorgabe starteten vor fast genau einem Jahr die Frauen der HSG OLE in die Landesliga-Saison. Was folgte, war bemerkenswert. Nach mauem 2:6-Punkte-Start plus erster Sorgen begann eine irre Aufholjagd, belohnt mit der Vizemeisterschaft hinter Verbandsliga-Aufsteiger SpVgg Mössingen.

Wie sich die Zeiten ändern. Zwölf Monate später gehören nämlich die Handballerinnen der HSG OLE zu jenen wenigen Teams, denen vom regionalen Handball-Expertentum grundsätzlich ein Mitmischen an vorderster Linie mit Klubs wie Verbandsliga-Absteiger HSG Ermstal zugetraut wird. „Es geht darum, uns auf Verbandsebene zu etablieren“, sagt Tobias Bäuchle, seit vergangenem März Sportlicher Leiter des HSG-Teams.

Kaum Fluktuation

In den Kader der Vizemeisterinnen kam zwar etwas Bewegung (drei Abgänge, drei Zugänge), einen extremen Qualitätsverfall sieht Trainer Markus Weisl jedoch keinesfalls. Ksenija Lekic (A-Juniorinnen Frisch Auf Göppingen), Neele Attinger (kam bereits während der vergangenen Rückrunde vom TSV Heiningen) und Monja Reichle vom TSV Weilheim sollen den Ersatz für die die HSG verlassenden Sandra Ebner (HSG Erms­tal) sowie Ramona Haid und Sabrina Klein (beide Karriereende) geben. Ksenija Lekic ist laut Coach Weisl in der Lage, „auch mal für einfache Tore aus neun Metern zu sorgen“, Monja Reichle könnte als Linkshänderin auf der rechten Außenposition für Druck und Effizienz sorgen, Neele Attinger als Allrounderin für die nötige Flexibilität bei Taktik und Aufstellung.

Eine wichtige Rolle beim perspektivischen Denken in Owen und Lenningen spielt zudem das unlängst kreierte Perspektivteam. In jedem Landesliga-Match sollen zwei Plätze für Jugendspielerinnen frei gehalten werden. Zum Konzept gehört auch das: Immer mittwochs rückt ein Kreis von sieben bis acht Akteurinnen zum spezifischen Handball-Training mit

Delia Cleve (langjährige Zweitligaakteurin TG Nürtingen) an. „Wir erhoffen uns hiervon und von den ganzen weiteren Rahmenbedingungen im Jugendbereich sehr viel für die Zukunft“, verdeutlicht Florian Bäuchle.

Die kommende Hatz um Punkte und beste Plätze wird auf jeden Fall kein Marathon. Lediglich zehn Mannschaften sind der Landesliga-Staffel drei zugeordnet, macht pro Klub in Summe 18 Partien – nicht ganz nach dem Geschmack von Markus Weisl. „Es wird Phasen geben, in denen wir bis zu vier Wochen Spielpause haben“, moniert der 46-Jährige, da sei es „schwierig, den Rhythmus und die Spannung hoch zu halten“. Eine Zwölfer-Liga halte er für eine deutlich bessere Lösung.

Nicht nur diese Umstände machen der HSG OLE das Handballerinnen-Leben etwas schwer: Im Starterfeld stehen mit dem TB Neuffen und der HSG Ermstal nur zwei aus der näheren Umgebung. Die Auswärtspartien bei der restlichen Konkurrenz? Teils mit Fahrtstrecken von über 100 Kilometern einfach verbunden. „Das ist eben das Schicksal, das wir in dieser Staffel haben“, sagt Markus Weisl achselzuckend. Am Samstagabend ab 18 Uhr beginnt für die HSG OLE die Saison gleich mit dem längsten Trip. Nach rund 155 Kilometern über die Autobahnen 8 und 81 wird der Tross am Nachmittag die Tuttlinger Mühlau-Halle erreichen. Kurz vor 20 Uhr wird es erste Erkenntnisse bezüglich der HSG-Leis­tungsstärke geben – Gegner HSG Nendingen/Tuttlingen/Wurmlingen spielte vergangene Runde immerhin noch eine Etage höher in der Verbandsliga. Und Trainer Weisl warnt: „Nur weil wir in der vergangenen Saison Platz zwei belegt haben, wird die neue Saison kein Selbstläufer.“