Lokalsport

Eine Niederlage, die nicht weh tut

VfL-Turner verlieren deutlich gegen Drittligatabellenführer TSV Pfuhl

Der Turner des VfL Kirchheim sind in ihrem letzten Heimwettkampf der laufenden Saison dem TSV Pfuhl mit 14:49 unterlegen. Die Gäste sicherten sich mit diesem Sieg vorzeitig die Meisterschaft und qualifizierten sich als Erstplatzierte der dritten Bundesliga Süd für den Aufstiegswettkampf in Bühl.

Spektakulärer Flug von Moritz Pohl über die Reckstange. Dennoch waren die Pfuhler Turner zu stark für den VfL Kirchheim.Foto: He
Spektakulärer Flug von Moritz Pohl über die Reckstange. Dennoch waren die Pfuhler Turner zu stark für den VfL Kirchheim.Foto: Heiko Paul

Kirchheim. Während der VfL den Wettkampf gegen den Tabellenführer im Wissen, die beste Mannschaft der Liga zu Gast zu haben, eher entspannt anging, war die Zielstellung des TSV Pfuhl klar formuliert. Mit einem deutlichen Sieg wollten sich die Neu-Ulmer vorzeitig als Meister für den Aufstiegswettkampf in Bühl qualifizieren. Für die Kirchheimer hingegen war nichts mehr zu holen. Von Abstiegsplätzen und der Spitze weit entfernt, befinden sie sich im Mittelfeld der Tabelle.

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Hoch motiviert startete die Pfuhler Mannschaft in den Wettkampf, holte im ersten Duell am Boden gegen Julian Hausch gleich vier Score-Punkte. Als Simon Paul im zweiten Duell seine Übung souverän durchzog, setzten die Gäste gleich ihren litauischen Nationalturner Tomas Kuzmickas dagegen. Offenbar übermotiviert und unter Druck bei seinem ersten Einsatz im Pfuhler Trikot, unterliefen ihm bei seiner schweren Übung mehrere Fehler, und so hatte Simon Paul sein persönliches Erfolgserlebnis, einem WM-Teilnehmer einen Score-Punkt abgeluchst zu haben. Bei den restlichen zwei Duellen am Boden gingen Marcus Bay und Simon Schlick leer aus.

Am Pauschenpferd lief es ähnlich. Dominik Weber, Simon Paul und Julian Hausch gaben Punkte ab, erst Marcus Bay holte mit einer anspruchsvollen Übung zwei Score-Punkte – die Pfuhler führten so nach zwei Geräten bereits mit 23:3.

An den Ringen leisteten sich die Neu-Ulmer eine Schwächephase, während die VfL-Turner fehlerfrei durch ihr Programm kamen. Waldemar Guillard schaffte ein Unentschieden, Henning Weise gab einen Punkt ab und Julian Hausch gewann vier. Schlussendlich sicherte aber Tomas Kuzmickas mit vier Score-Punkten den Pfuhlern einen knappen 5:4-Gerätesieg. Kirchheim war am Ziel, gegen den Tabellenführer wenigsten einen Gerätesieg zu landen, vorbeigeschrammt.

Nach der Pause fanden die Neu-Ulmer regelmäßig bessere Antworten auf gute Kirchheimer Vorträge: Als Simon Paul zum ersten Mal in einem Wettkampf einen Tsukahara mit eineinhalbfacher Schraube zeigte, setzte der Litauer mit einer Doppelschraube noch eine halbe Schraube drauf. So hatte einzig Moritz Pohl nach einem Sturz seines Gegner einen Punkt ergattert. 0:6 dann das Ergebnis am Barren – trotz fehlerloser Kirchheimer Darbietung.

Um doch noch ein Gerät zu gewinnen, riskierten die Kirchheimer am Reck viel – spektakuläre Übungen waren die Folge. Paul Kohnle traf jedoch auf Dominik Fett, einen Reckspezialisten, der ihm fünf Punkte abnahm. Simon Paul und Markus Bay schrieben vier beziehungsweise zwei Punkte ihrem Konto gut. Trotz einer spektakulären Übung von Moritz Pohl mit einer spektakulären Flugteilkombination aus Tkachev und Gingersalto, holte Tomas Kuzmickas zum Abschluss drei Punkte. Wieder war der Gerätesieg in letzter Sekunde entglitten.

Durch den hohen Sieg sicherte sich der TSV Pfuhl bereits am vorletzten Wettkampftag die Meisterschaft in der dritten Bundesliga Süd und wird beim Aufstiegsfinale in Bühl in zwei Wochen gegen den Zweiten der dritten Liga Nord starten.

Der VfL ist nach wie vor die beste Drittligamannschaft, die vollständig auf eigenen Nachwuchs setzt. Das Teck-Team bleibt auf dem fünften Tabellenplatz und kann mit dem erwarteten Sieg am nächsten Wochenende gegen den Tabellenletzten TG Wangen/Eisenharz auf Rang vier klettern. Kirchheim hätte dann, wie bereits in der vergangenen Saison, auch Mannschaften, die mit dem Geldbeutel im Ausland auf Turnersuche gehen, deutlich hinter sich gelassen.