Lokalsport

Eine schrecklich emsige Familie

Was dem Fernsehsender RTL die Wollnys oder die Geissens, sind dem TSV Ötlingen seine Geißlers: Eine schrecklich emsige Familie. Und fast alle im Clan prägen den Fußball im Verein, der in der zurückliegenden Woche den Teckbotenpokal so souverän über die Bühne gebracht hat.

Spielplan

Ötlingens prägende Fußball-Familie (von links nach rechts): Petra Geißler. Horst Koch, Angelika Koch, Burgi Geißler, Roland Geiß
Ötlingens prägende Fußball-Familie (von links nach rechts): Petra Geißler. Horst Koch, Angelika Koch, Burgi Geißler, Roland Geißler, Klaus Geißler und Marco Geißler.

Alles hat seinen Ursprung bei Roland Geißler, dem heute 80-jährigen Mentor der Familie. Er war Mittelstürmer beim TSV, gab 1954 seinen Einstand. „Wir haben 2:1 gegen Weilheim gewonnen und ich habe beide Tore gemacht“, erinnert er sich lachend. 1964 holte die Rübholz-Elf zum ersten Mal den Teckbotenpokal – mit ihm als Spieler im Finale gegen den TSV Notzingen. Ebenso 1969 mit 6:2 im Endspiel gegen die TG Kirchheim.

Ein Jahr später löste der mittlerweile 35-Jährige das Trainergespann Gerhard Nafzer/Ernst Hummel ab. Geißler setzte verstärkt auf den Nachwuchs und mischte mit seiner jungen Truppe stets auf den vorderen Tabellenplätzen mit, bis die Mannschaft nach 34 Jahren lückenloser Zugehörigkeit zur Kreisliga A absteigen musste. Da war „Mister TSV“ aber schon Abteilungsleiter und seine „Burgi“ musste weiterhin viel Verständnis für die zeitraubende Freizeitbeschäftigung ihres Mannes aufbringen. Denn dieses Amt bekleidete er zweimal und insgesamt 16 Jahre lang.

2006 trat seine Tochter Angelika in die großen Fußstapfen des Vaters, lenkt seither mit tatkräftiger Unterstützung von Ehemann Horst Koch die Geschicke des Vereins. Sohn Klaus war erst Spieler, dann Jugendtrainer und Jugendleiter. Heute ist er der gute Geist im Verein, der sich für keinen Handgriff zu schade ist.

Auch in der dritten Generation des Geißler-Clans wird Fußball großgeschrieben. Rolands Enkel Marco Koch ist Spielleiter beim TSV, nachdem er seine kurze Karriere wegen zwei Kreuzbandrissen und eines Meniskusschadens vorzeitig aufgeben musste. Marcos Schwester Stefanie jagte vor ihrer Heirat ebenfalls dem runden Leder nach. Jetzt hat sie zwei Kinder – die nächsten Kandidaten für die Fußballsippe?

Die Familien-Dynastie hat sogar einen Draht in die Bundesliga. Rolf Geißler aus Zizishausen, seit Jahrzehnten bewährter Busfahrer der VfB-Profis, ist der Vetter von Roland Geißler. Die Geißlers – ein vom Fußball geprägter Familienbund, der in der Region rund ums Rübholz seinesgleichen sucht.

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