Lokalsport

Einmal ist immer das erste letzte Mal

Mountainbike Zum Auftakt seiner Abschiedssaison startet Manuel Fumic beim „Cape Epic“.

Vergangenes Jahr war Manuel Fumic mit seinem Partner lange im gelben Trikot gefahren - ob das 2020 erneut gelingt? Foto: Nick Mu
Vergangenes Jahr war Manuel Fumic mit seinem Partner lange im gelben Trikot gefahren - ob das 2020 erneut gelingt? Foto: Nick Muzik/Cape Epic

Kirchheim. Die Weltelite im Mountainbike pilgert nach Südafrika. Dort beginnt am Sonntag das Etappen-Rennen „Cape Epic“, das für Manuel Fumic als Kirchheims erfolgreichstem Sportexport das erste Highlight seiner letzten Saison darstellt. Der 37-Jährige, der Ende des Jahres die Mountainbikeschuhe an den Nagel hängen wird, träumt mit seinem brasilianischen Partner Henrique Avancini vom Sieg.

Warum auch nicht? 2018 waren sie gemeinsam Dritter, im Vorjahr Zweiter - ein Sieg 2020 ist aber alles andere als die logische Konsequenz. Auch wenn Avancini sich gegenüber 2019 einen Schritt weiter sieht und Fumic von sich sagt, dass „die Leistungsparameter alle auf der Höhe sind“ und, dass man ihn im Normalfall nicht mehr abhängen könne.

Wenn‘s stimmt, liegt es nicht zuletzt daran, dass er sein Training, anders als in den Vorjahren über den Winter ohne Hindernisse und Infekte durchziehen konnte. An der Vorfreude auf den ersten Saisoneinsatz ändert dies freilich nichts: „Ich bin gespannt nervös wie immer, als ob es das erste Mal wäre“, sagt Fumic.

Da es ganz im Gegenteil das letzte Mal sein wird, dass er rund ums Kap radelt, spornt nicht nur den Mountainbike-Altmeister richtig an. Teamkollege Henrique Avancini ist ebenfalls heiß: „Das ,Cape Epic‘ ist auf meiner Liste der Rennen, die ich gewinnen will. Dieses Jahr mehr als jemals zuvor, weil es das letzte Mal mit Mani sein wird, und das ist was Besonderes.“

Einem Erfolg stehen viele namhafte Konkurrenten im Weg. Allen voran die Vorjahressieger Nino Schurter und Lars Forster aus der Schweiz, die absolutes Top-Niveau verkörpern und in der Regel auch wenig Fehler machen. Diese gilt es bei einem derart anspruchsvollen Rennen wie dem „Cape Epic“ jedoch zu vermeiden - falsche Materialwahl, falsche Linienwahl oder falsche Ernährung können am Ende den Unterscheid machen.

Erfahrung haben Fumic und Avancini zwar genug, aber wer kann schon dieses „ungezähmt“ genannte Rennen im wilden südafrikanischen Gelände berechnen. „Es ist zwar etwas kürzer als die vergangenen Jahre, aber dafür mit mehr Höhenmetern“, weiß Fumic.

Fünfte Olympia-Teilnahme winkt

Eine Platzierung weit vorne ist auch aus anderem Grund von Bedeutung. Er und seine jungen deutschen Kollegen kämpfen noch um den zweiten Startplatz für die olympischen Spiele in Tokio. Dafür soll der Kirchheimer in Südafrika möglichst viele Zähler ergattern, im Duell auf jeden Fall mehr als der direkte Konkurrent Jaroslav Kulhavy aus Tschechien, der mit dem US-Amerikaner Howard Grotts fährt. Übrigens: Sollte Fumic nominiert werden, wären es für den Kirchheimer die fünften Spiele seit 2004.

Bevor das „Cape Epic“ startet, hat das schwäbisch-brasilianische Duo in Südafrika noch einen ziemlichen Medienrummel vor sich. Cannondale stellte ein neues Bike vor, die Organisatoren des Rennens bitten zur Pressekonferenz, es gibt Fernsehinterviews. „Das ist sehr intensiv. Da habe ich am meisten Angst vor“, bekennt Fumic. Unabhängig davon, dass er diese Termine immer souverän meistert, haftet dem Ballyhoo ebenfalls das Etikett „letztes Mal“ an. eg/tb

Bei der 17. Auflage fehlen einige Fahrer

Das „Cape Epic“ beginnt am Sonntag in Kapstadt mit einem Zeitfahren über 20 Kilometer und endet acht Tage, 647 Kilometer und 15 550 Höhenmeter später im Val de Vie in Paarl. Das Etappenrennen in Südafrika findet zum 17. Mal statt. Maximal 650 Teams können in den Kategorien Männer, Frauen, Mixed, Masters und Grand Masters an den Start gehen.

Spanier und Italiener haben ihre Teilnahme wegen des Coronavirus allerdings abgesagt, darunter auch die Drittplatzierten des Vorjahres, Damiano Ferraro und Samuele Porro. tb

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