Lokalsport

Eisenhardt pokert und gewinnt

Weilheimer Dreierkette als Schlüssel zum Weilheimer 4:2-Erfolg im Eybacher Tal

Chris Eisenhardt nahm sein Töchterchen auf den Arm und strahlte: „Das hat richtig Spaß gemacht.“ Gemeint war der 4:2-Coup im Eybacher Tal.

Geislingen. Ein Sieg der Erleichterung. Der erste in fünf Jahren in Geislingen, seit die beiden Vereine in der Landesliga aufeinandertreffen. Der letzte TSV-Erfolg datierte aus der Saison 2009/10 aus Bezirksligazeiten (5:1). Entsprechend groß war der Jubel danach. Die „Roten“ tanzten im Kreis und skandierten „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ gemeinsam im Chor.

Es war der dicke Schlusspunkt unter eine erfolgreiche englische Woche für die Limburgstädter. Sieben Punkte in drei Spielen innerhalb von acht Tagen ließen den Fehlstart glatt vergessen. Der TSV Weilheim hat Kontakt nach oben, ist wieder auf Kurs. Nächsten Sonntag kommen die SF Dorfmerkingen an die Lindach. Chris Eisenhardt zuversichtlich: „Da wollen wir vor hoffentlich großer Kulisse das i-Tüpfelchen setzen.“

Dann gegen einen anders gepolten Gegner, trotz des diesmal gelungenen Versuchs wohl wieder mit dem herkömmlichen Spielsystem. In Geislingen entschied sich der Trainer erstmals für eine Dreierkette in der Abwehr mit Christoph Bauer, Georgios Natsis und Daniel Heisig. Einerseits geschuldet den Ausfällen von Ferdi Er (Zerrung) und Martin Kirschmann (Herzmuskelentzündung). Andererseits in der Hoffnung, die nach zwei Niederlagen verunsicherten Geislin-ger besser überrumpeln zu können. Die Rechnung ging auf, das Risiko machte sich bezahlt. Das Trio leistete ganze Arbeit, ließ kaum etwas anbrennen. Torwart Ben Brenken musste fast nur bei Eckbällen eingreifen. Beide Gegentore resultierten aus Fehlern im Mittelfeld. Erst nach dem 1:3, als die Platzherren verzweifelt anrannten, verstärkte der TSV die Abwehr zahlenmäßig.

Besonders auffällig an diesem Nachmittag: Rechtsverteidiger Bauer. Er eröffnete mit einem Freistoß den Torreigen. Seine Maßflanke köpfte Yücel Uluköyli so präzise in den Torwinkel, dass zwischen Pfosten und Latte kein Blatt Papier mehr gepasst hätte. Ein Traumtor. Schließlich kassierte der umtriebige Bauer Gelb und wurde ausgewechselt.

Ein anderer feierte sich und sein Debüt in der Landesliga gleich mit einem Einstandstor. Für Samuel Lopes Silva ein Geschenk des Himmels. Weit vor dem Strafraum unterlief SC-Torwart Jonas Pangerl einen langen hohen Ball. Der 18-jährige Lopes Silva, der aus der eigenen TSV-Jugend kam, stand unverhofft vor einem gähnend leeren Tor und brauchte aus 20 Metern nur noch einzuschieben. Der K.O.–Schlag für die Geislinger, der „HB-Männchen“ Uli Haug auf der Trainerbank endgültig niederbrechen ließ.

Auf der Bank nebenan saß der angeschlagene Ferdi Er umgezogen im roten Trikot, stand aber gar nicht auf dem Spielberichtsbogen. „Ich hoffe, dass es kein Faserriss ist und ich bis Sonntag wieder fit bin“, sagte er. Wäre wichtig gegen die zuletzt so erfolgreichen Dorfmerkinger mit den beiden torhungrigen Stürmern Fabian Weiß und Niklas Weißenberger, die zusammen neun Mal getroffen haben. Falsche Rückschlüsse aus der jüngsten 0:1-Heimpleite der Ostälbler gegen Echterdingen zu ziehen, könnte fatal werden. Die Elf von den Fildern verteidigte nach dem Treffer von Lukas Haselmaier (32.) und dessen Ampelkarte (50.) die Führung mit Zähnen und Klauen bis zum Schluss. In der 88. Minute verlor Dorfmerkingen auch noch Daniel Nietzer durch eine Rote Karte wegen einer Tätlichkeit.

Der zunächst als graue Maus gehandelte TV Echterdingen nun punktgleich mit Topfavorit 1. FC Heiningen, wer hätte das gedacht? Wie schon in Weilheim mussten sich die Absteiger aus der Verbandsliga beim Derby in Bad Boll mit einem 2:2 begnügen. Dabei führten die Kurstädter schon mit 2:0 durch zwei Tore von Eric Llanes-Ona. Zwei Importe aus Spanien, Salvador Estevez Hernandez und Daniel Perez Castaneda, retteten der Flitsch-Elf wenigstens einen Punkt.

Null Punkte gab es für Ebersbach und Weilimdorf. Das Spiel wurde verlegt, da Weilimdorf im WFV-Pokal gegen VfR Aalen ran musste. Das hatte Vorrang. Für den SV Ebersbach kam der Spielausfall wie gerufen. Pressewart Oliver Konya: „Wir haben fünf gute Stürmer, und alle sind verletzt. So eine extreme Situation habe ich noch nie erlebt. In Hofherrnweiler musste sogar unser Trainer Dino Radojevic mit 38 nochmal seine Fußballschuhe schnüren.“

Anzeige