Lokalsport

Eiszeit zwischen TG und Fußballbezirk

Künftig finden in Kirchheim keine Kreisliga-Staffeltage mehr statt

Eiszeit mitten im Frühling: Die TG Kirchheim wird bis auf Weiteres keine Staffeltage der Fußball-Kreisligen mehr ausrichten. Hintergrund ist ein Zwist der Vereinsverantwortlichen mit dem Fußballbezirk.

Bezirksfunktionäre müssen draußen bleiben: Die TG Kirchheim steht künftig nicht mehr als Ausrichter für Fußball-Staffeltage zur
Bezirksfunktionäre müssen draußen bleiben: Die TG Kirchheim steht künftig nicht mehr als Ausrichter für Fußball-Staffeltage zur Verfügung. Foto: Jean-Luc Jacques

Kirchheim. Manch lokaler Fußball-Funktionär dürfte sich dieser Tage beim Öffnen einer E-Mail verwundert die Augen gerieben haben. Im aktuell verschickten digitalen Terminkalender des Fußballbezirks gibt es mit Nürtingen einen neuen Ort für den Staffeltag der hiesigen Kreisligisten. Damit findet das Treffen erstmals seit mehreren Jahrzehnten nicht mehr im heimeligen Klubsaal der TG Kirchheim statt.

Der überraschende Ortswechsel hinauf aufs Waldheim zum SPV 05 Nürtingen (Termin ist der 18. Juli) hat einen konkreten Grund: Intensive atmosphärische Störungen, die es aktuell zwischen den Funktionären der TG Kirchheim und denen des Fußballbezirks gibt. Auslöser ist ein Urteil, das das Sportgericht unter Vorsitz von Siegfried Bippus am 28. Februar dieses Jahres fällte. Konkret ging es in der Verhandlung um die tumultartigen Szenen in den Schlussminuten der Kreisliga-A-Partie zwischen dem TSV Holzmaden und der TG am 9. Dezember 2014. Zuschauer und Spieler hatten sich nach dem 2:3-Anschlusstreffer des TSVH gezerrt, festgehalten und gerempelt. Unter anderem wurde infolgedessen Kirchheims Kicker Mehmet Kilic zu einer Sperre vom 9. März bis 23. Mai 2015 verurteilt.

„Dieser Gerichtsspruch war für uns die Spitze des Eisbergs“, verdeutlicht TG-Funktionär Wolfgang Kretzschmar, „weil das Urteil angesichts der Qualität der Vorfälle und der Unschuld Kilics total überzogen war.“ Und der Kirchheimer legt nach. Seit Jahren habe man schon mit überzogenen und ungerechten Urteilen seitens des Verbandes zu kämpfen. „Es steht nicht zur Diskussion, dass auch wir und unsere Spieler in der Vergangenheit Fehler gemacht haben, doch nun wurde das Fass zum Überlaufen gebracht.“

Die TG-Spitze habe deshalb beschlossen, grundsätzlich nicht mehr als Ausrichter der Staffeltage zur Verfügung zu stehen. Damit geht eine Epoche zu Ende, die der Bezirk Neckar/Fils allerdings mehr oder weniger gleichzeitig auch von sich aus beendet hat. So haben sich die Staffelleiter bei ihrer jüngsten Besprechung angesichts verschiedener Vorfälle und Verfahren gegen TG-Kicker für einen anderen Ausrichter entschieden. „Ich habe die Arbeit und die Gastfreundschaft bei der TG immer zu schätzen gewusst“, ist der Bezirksvorsitzende Karl Stradinger um Deeskalation bemüht, „allerdings handelt es sich um eine Entscheidung der zuständigen Staffelleiter.“

Stradinger kann derweil einem regelmäßigen Wechsel der Örtlichkeiten ohnehin einiges abgewinnen. „In der Göppinger Ecke ist es schon immer Usus, dass der kommende Ausrichter unter mehreren Bewerbern beim Staffeltag direkt gewählt wird.“ Die Handhabung mit der TG sei somit schon immer ein Ausnahmefall gewesen.

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