Lokalsport

Eitel Sonnenschein im Rübholz

Kreisligafußball Aufstiegsanwärter TSV Owen bekommt im Spitzenspiel der Staffel 6 beim 2:5 im Rübholz die Grenzen aufgezeigt, was im Lager des TSV Ötlingen für beste Stimmung sorgt. Von Reimund Elbe

Kein Durchkommen: Owens Eugen Neustätter beißt sich an Ötlingens Keeper Timo Hohensteiner die Zähne aus. Foto: Mirko Lehnen
Kein Durchkommen: Owens Eugen Neustätter beißt sich an Ötlingens Keeper Timo Hohensteiner die Zähne aus. Foto: Mirko Lehnen

Kaum hat die Saison begonnen, schon das erste Topspiel: Das Kreisliga B-Duell zwischen dem TSV Ötlingen und dem TSV Owen überstrahlte den gestrigen Spieltag. Und das Match brachte gleich Erkenntnisgewinne: Die Ötlinger sind in der Lage, einen Titelanwärter nach allen Regeln der Kunst auseinanderzunehmen, und die Owener sind verwundbar.

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„Dieses 5:2 ist natürlich ein großer Erfolg für uns“, betonte TSVÖ-Trainer Benedetto Savoca nach dem Schlusspfiff. Besonders gefiel dem Coach, dass sein Team nach dem zwischenzeitlichen 2:2 noch eine Schippe drauflegen konnte. „Owen wurde von der Mehrheit der Trainer als großer Titelfavorit gesehen“, erklärte Savoca, deshalb sei es „umso schöner“, gleich zu Beginn der Runde mit diesem Sieg eine Duftmarke gesetzt zu haben. Dass die Ötlinger „Zweite“ per 5:0 über den TSV Owen II auch an der Ligaspitze (B5) thront, hat sogar vereinshistorische Dimensionen. „Wir haben eine überragende Trainingsbeteiligung in beiden Teams und sind damit sehr breit aufgestellt“, sagt Savoca.

Für den TSV Owen war das 2:5 ein erster Fingerzeig, dass die Reise Richtung Kreisliga A nicht ohne Gegenwind verlaufen wird. Erfreulicher für die Owener als das Ergebnis, war die Information, dass der Klub am kommenden Sonntag von der DFB-Stiftung Egidius Braun geehrt wird - als Beispiel für Integration von Flüchtlingen, die in Owen untergebracht sind und seit dem vergangenen Jahr dort Fußball spielen. „Zur Preisübergabe erwarten wir auch den Fußball-Bezirksvorsitzenden Karl Stradinger hierzu“, erläutert Owens Abteilungsleiter Martin Wischropp.

Die SG Ohmden/Holzmaden II schlägt sich in der Kreisliga B6 bislang ordentlich. Gestern gab‘s mit dem 2:1 über den TV Neidlingen II den zweiten Sieg, verbunden mit Tabellenplatz drei. Holzmadens Abteilungsleiter Marius Remmler („ich hatte im Internet den Liveticker laufen“) fieberte am Urlaubsort in Italien mit. „Der Start ist natürlich top, allerdings kommen auch noch andere Kaliber“, lautet seine Prophezeiung.

In der Staffel 7 gab es beim TSV Schlierbach nach dem 12:0-Rausch beim Auftakt in Hattenhofen nun ein wenig Katerstimmung. Das 3:3 gegen Türk SV Donzdorf Jugendclub sicherte Torjäger Nicolo Incorvaia erst Sekunden vor Schluss.

In der Kreisliga A haben die SF Dettingen nach dem 3:2-Auftaktsieg in Jesingen den zweiten Teil beim Projekt Aufstieg weniger erfolgreich absolviert. Das 1:3 gegen den TSV Grafenberg schmerzt. Zwar konnten die Urlaubsrückkehrer Coskun Isci und Tim Lämmle spielen, Letzterer traf auch zum 1:0, im weiteren Verlauf waren die Dettinger in der Abwehr jedoch zu anfällig und kassierten drei Gegentore.

Sogar fünf Gegentreffer mussten die Unterlenninger in Nürtingen wegstecken, holten trotzdem beim Spektakel-Fußballspiel auf Kunstrasen einen Zähler. Das 5:5 der Unterlenninger ließ allerdings einen regelrecht hin- und hergerissenen TVU-Abteilungsleiter Marc Schmohl zurück. „Einerseits großes Kompliment an unser Team, dass es nach einem 3:5 noch Moral und Charakter gezeigt hat, andererseits haben wir die Nürtinger auch teils zum Toreschießen eingeladen.“ Vier Punkte aus den ersten beiden Partien sind freilich ein mehr als solider Start für den Aufsteiger.

Auf Drama machte zudem der AC Catania Kirchheim in Altdorf. In der Nachspielzeit traf Spielertrainer Michel Forzano zum 4:4-Endstand - spektakulär. Der Coach verwandelte eine Ecke direkt. „Ich habe schon ins lange Eck gezielt, umso besser, dass der Ball auch tatsächlich reinging“, sagte Forzano lächelnd.