Lokalsport

Englische Woche im Pokal

Fußball Landesligist TSV Weilheim trifft heute Abend in der zweiten Runde im WFV-Pokal auf den Oberligisten SGV Freiberg und einen der Gentner-Brüder. Von Reimund Elbe

Einen schweren Stand hatten die Weilheimer (Ex-Spielmacher Ferdi Er, links) im letzten Pokal-Duell mit einem Oberligisten: 2015
Einen schweren Stand hatten die Weilheimer (Ex-Spielmacher Ferdi Er, links) im letzten Pokal-Duell mit einem Oberligisten: 2015 gab es gegen den SSV Ulm ein 0:2 auf eigenem Platz.Foto: Markus Brändli

Es musste fast so schnell gehen wie das Brezelbacken. Kaum ist die erste WFV-Pokalrunde überstanden, dürfen die Weilheimer Landesliga-Kicker heute Abend schon wieder ran - diesmal in heimischen Gefilden. Anpfiff im Lindachstadion ist um 19 Uhr. Geleitet wird das Match von Schiedsrichterin Karoline Wacker (SF Großerlach).

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Nach dem 4:0-Aufmunterer in Köngen ist der nächste Gegner der Weilheimer deutlich stärker einzuschätzen: Der SGV Freiberg sicherte sich im Frühsommer mit 13 Zählern Vorsprung hoch überlegen die Verbandsliga-Meisterschaft, kehrte damit in die Oberliga zurück. „Ich halte Freiberg für einen der stärksten Gegner, die wir bekommen konnten“, meint Weilheims Trainer Christopher Eisenhardt. „Eine gut sortierte Mannschaft, die, wenn sie verletzungsfrei bleibt, in der Oberliga ganz oben mitspielen kann.“

Für die Weilheimer ist das heutige Match ein Déjà-vu-Erlebnis: Auch in der zweiten WFV-Pokalrunde der Saison 2015/2016 gab es ein Heimduell gegen einen Oberligisten. Die Limburgstädter, damals noch trainiert von Alexander Hübbe, unterlagen dem späteren Meister und Regionalliga-Aufsteiger SSV Ulm 1846 am 1. August 2015 nach ansehnlicher Vorstellung im Lindachstadion mit 0:2. Eisenhardt muss heute Abend wegen einiger Urlauber erneut Abstriche machen. Felix Stolz ist weg, Christoph Bauer und Marc Kevin Theimer sind gerade erst zurückgekehrt. Claudio Portale wird am Mittwoch zurückerwartet. Alle drei werden zwar auf der Bank sitzen, dürften aber kaum zum Einsatz kommen.

Oberliga hat Vorrang

Der Termin kam deshalb so kurzfristig zustande, weil die Freiberger am Wochenende in den Oberliga-Spielbetrieb einsteigen, just wenn die zweite WFV-Pokalrunde offiziell über die Bühne gehen soll. Am darauffolgenden Oberliga-Spieltag werden die SGV-Kicker bereits freitags bei der Neckarsulmer Sportunion beschäftigt sein - ein Spiel am Mittwoch zuvor wäre daher zeitlich zu eng gewesen.

Oberligist Freiberg zerstörte in der ersten Runde den Traum der Sportfreunde Dorfmerkingen, das Sommermärchen vom Vorjahr wiederholen zu können. Am vergangenen Samstag nach dem 0:3 war für den Pokalverteidiger diesmal bereits nach der Ouvertüre Schluss. Dafür trifft der Neu-Verbandsligist im DFB-Pokal am Sonntag in Aalen auf den Deutschen Vizemeister RB Leipzig.

Der „kleine Bruder“ des VfB-Kapitäns

Einer der wichtigsten Akteure bei den Freibergern ist zweifellos Thomas Gentner, Bruder des VfB-Profis Christian Gentner. Wie sein älterer Bruder unternahm er in der Jugend des TSV Beuren die ersten fußballerischen Schritte. Danach kickte der Linksverteidiger bis zu den A-Junioren beim VfB Stuttgart und nach Stationen bei den Stuttgarter Kickers und Eintracht Frankfurt II über vier Jahre für die TuS Koblenz in der dritten Liga sowie Regionalliga. „Wir haben jetzt gerade in Freiberg den Wiederaufstieg gefeiert, die Stimmung ist entsprechend top, und wir hoffen auf eine gute Runde“, sagt der 28-Jährige. Ende 2014 hatte Gentner eigentlich seine Profikarriere beendet, wechselte an die Seitenlinie und arbeitete in Koblenz zunächst als Co-Trainer unter Cheftrainer Petrik Sander. In der Winterpause 2015/2016 entschloss sich Gentner dann doch wieder zu kicken, schloss sich dem SGV Freiberg an. Nach langer Verletzungspause ist der Beurener dort längst Stammspieler. Seine Offensivausflüge auf der linken Seite sowie seine Gabe eines genauen Passspiels dürfte auch den Weilheimern heute zu schaffen machen.rei