Lokalsport

Enttäuschung am Ende der Welt

Manuel Fumic kommt beim Weltcup-Auftakt in Australien nicht über Platz 30 hinaus

Nur Platz 30: Der Weltcup-Auftakt im australischen Cairns ist für Profi-Mountainbiker Manuel Fumic mit einer großen Enttäuschung zu Ende gegangenen. Der 34-jährige Kirchheimer hatte zwar Pech mit einem Defekt in der letzten Runde, aber auch so verfehlte er beim Sieg von Weltmeister Nino Schurter sein Ziel deutlich.

Cairns. „Jetzt macht man den ganzen langen Weg hierher und dann ...“ – Manuel Fumic beendete den Satz nicht, aber den Rest kann man sich denken. Platz 30, so ein Resultat hat es für den Kirchheimer seit Langem nicht mehr gegeben. Zum letzten Mal war Fumic vor zwei Jahren nicht in den Top 15. Das war auch im Regenwald von Cairns – Zufall?

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Im Grunde hätte es auch der zehnte Platz werden können, was einer Schadensbegrenzung gleichgekommen wäre. So hatte auch Bundestrainer Peter Schaupp am Streckenrand die Aufgabe Fumics bezeichnet, nachdem er sich bereits in der zweiten Runde aus der Spitzengruppe verabschiedet hatte. „Kämpfen“, rief er ihm zu. Fumic tat sein Möglichstes, hielt sich in einer Gruppe zwischen Platz zwölf und fünfzehn, und in der Schlussrunde schien der Cannondale-Fahrer sogar noch mal Plätze gut machen zu können. „Da habe ich schon mit Platz zehn geliebäugelt. Aber dann bin ich gleich zu Beginn des Downhill in eine komische Linie gekommen, hab dafür gleich die Quittung bekommen.“

Und was für eine: Den gesamten Downhill absolvierte er auf der Hinterradfelge und entschloss sich auch noch zu einem Wechsel. „Von da aus waren es noch zwei Kilometer“, erklärte Fumic, „das hat mich auch noch mal 30 bis 35 Sekunden gekostet“, schüttelte er den Kopf.

Allerdings wäre auch der zehnte Platz nicht das gewesen, was er sich ursprünglich erhofft hatte. „Ich habe während des Rennens gemerkt, ich bin nicht voll da. Ich konnte meine Leistung nicht so entfalten, wie ich mir das gewünscht hatte.“

Der unbefriedigende 30. Platz hat darüber hinaus gleich zwei unangenehme Auswirkungen. Einerseits bedeutet es, dass Fumic beim Heimweltcup in Albstadt am 22. Mai mit der dritten Startreihe vorlieb nehmen muss. Anderseits gingen damit auch viele Weltranglistenpunkte für die Nationenwertung flöten. Die Chance auf den dritten deutschen Startplatz bei Olympia in Rio ist damit wohl so gut wie dahin, weil Fumic trotz Platz 30 immer noch der beste Deutsche war. Das tangiert ihn zwar nicht direkt, doch er hätte es auch gerne gehabt, wenn ein dritter Deutscher in Rio am Start wäre.

Der Sieg in Cairns ging an Nino Schurter. Der Weltmeister aus der Schweiz hatte nach gerade überstandenem Infekt allerdings Glück, dass der Franzose Julien Absalon gleich in der ersten Runde einen Defekt beheben musste und es so nicht zum alt bekannten Duell kam. So siegte Schurter in 1.27,44 Stunden mit drei Sekunden Vorsprung auf Maxime Marotte (Frankreich) und 27 auf Absalon, der mit starken Rundenzeiten noch von Position 41 nach vorne fuhr.

Zweitbester Deutscher wurde der Freiburger Martin Gluth auf Rang 35, während Moritz Milatz als 52. (+7:26) einen genauso enttäuschenden Tag erlebte wie Manuel Fumic.