Lokalsport

Ernüchtert und bemüht

VfL-Fußballer im Derby gegen Boll mit neuem Trainergespann – Weilheimer wollen Rehabilitation

Die ersten Wunden sind geleckt. Ernüchtert, aber mit dem festen Vorsatz, es besser zu machen als am ersten Spieltag, gehen die beiden Landesliga-Teckteams in die zweite Runde. Der VfL Kirchheim bestreitet am frühen Samstagabend (ab 18 Uhr) sein erstes Heimspiel gegen den TSV Bad Boll mit einem neuen Trainergespann. Für den TSV Weilheim heißt es tags später bei Aufsteiger TSGV Waldstetten den Fehlstart gegen Echterdingen wettzumachen.

Landesliga, SV Ebersbach - VFL Kirchheim, Freitag (16.08.13), Ebersbach: Michael Bezler (links) und Fatih Oezkahraman. Foto: Dan
Landesliga, SV Ebersbach - VFL Kirchheim, Freitag (16.08.13), Ebersbach: Michael Bezler (links) und Fatih Oezkahraman. Foto: Daniel Kopatsch

Kirchheim. Der VfL Kirchheim hat auf die bittere 1:6-Schlappe zum Auftakt in Ebersbach schnell reagiert und sich bereits nach dem ersten Spiel von seinem Trainer getrennt – wie der Premier-League-Club Bangkok Glass im fernen Thailand. Angeblich halten beide Vereine nun weltweit den Rekord für den schnellsten Trainerwechsel der Saison.

Der VfL hätte auf diese fragwürdige Bestleistung gerne verzichtet. „Aber es musste sein“, sagt Norbert Krumm, der beim VfL gewissermaßen zum lebenden Inventar gehört und sein Funktionärs-Comeback gab, „die Mannschaft machte nach der Vorbereitung keinen fitten Eindruck und offenbarte taktische Mängel. Der Verein hat zu Recht die Reißleine gezogen. Ich stehe hinter dieser Entscheidung.“

Krumm („ich bin ein Herzblut-Blauer“), der neue Spielleiter Dirk Lange und einige VfL-Urgesteine haben sich bereit erklärt, Abteilungsleiter Fabian Preuß in dem Bemühen, die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zu bringen, unter die Arme zu greifen. „Wir gehen einen steinigen Weg Richtung Klassenerhalt. Der ist nur über Teamgeist, Disziplin und die Bereitschaft der Spieler, alles für den Erfolg zu tun, zu bewältigen. Wer sich dem nicht unterordnet, kann gehen“, kündigt Krumm für die nahe Zukunft eine harte Welle an.

Ein Nachfolger für den frei gestellten Trainer Andreas Gerstenberg ist noch nicht gefunden. Vielleicht muss der VfL aber auch gar nicht mehr lange suchen. Es kommt darauf an, wie gut jetzt Coach Vincenzo Scaglione und sein „Co“ Aydin Caglar ihre Sache machen. Die Erkenntnisse der ersten Trainingswoche sind positiv. Erste greifbare Pluspunkte kann das Interimsgespann mit einem Sieg gegen den TSV Bad Boll sammeln. Caglar ist als Mittelfeldspieler dabei, der frühere Bonlandener Spieler Scaglione hat seine Laufbahn beendet. Bedauerlich für den VfL, dass Nebih Kandrija, Fatih Öhkahraman und Nick Köber verletzungsbedingt ausfallen.

Der Vorjahrsfünfte TSV Bad Boll ist mit einem 1:0 gegen die TSG Schnaitheim in die Saison gestartet. Das magere Ergebnis darf den VfL nicht täuschen. Die Platzherren waren haushoch überlegen, was drei Alu-Treffer unterstreichen. Bester Mann war ausgerechnet ein Ex-Kirchheimer. Michel, der ältere der beiden Forzano-Brüder, feierte nach neun Monaten Verletzungspause (Knorpelschaden im Knie) ein tolles Comeback. Er schoss das Tor des Tages und scheiterte zwei Mal am Gestänge.

In Weilheim verfolgt man mit großem Interesse, was sich beim Nachbarn tut. TSV-Trainer Alexander Hübbe wünscht dem Konkurrenten, dass sich alles wieder zum Besseren wendet. „Nur ein gesunder Konkurrenzkampf kann das Geschäft beleben“, meint er.

Für seine Mannschaft geht es in Waldstetten darum, die 0:1-Scharte gegen Echterdingen auszuwetzen. Hübbe: „Die zweite Halbzeit war nicht zu akzeptieren, die ganze Truppe spielte unter Form. Es war ein klassischer Fehlstart. Beim Aufsteiger müssen alle eine Schippe drauflegen.“ Große Veränderungen in der Mannschaft sind nicht geplant. Als Alternative bietet sich Michele Latte an, der seinen Urlaub beendet hat.

Für den TSV Weilheim sind die Waldstettener „Löwen“, die bei der 0:2-Startniederlage gegen Dorfmerkingen nach 35 Jahren Landesliga-Abstinenz zahnlos wirkten, elf unbekannte Wesen. Es gibt nur eine Gemeinsamkeit zwischen den Vereinen ob der Rems und von der Limburg: Sie wurden beide im Jahr 1847 gegründet.

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