Lokalsport

Ernüchterung nach spätem Gegentor

Fußball-Landesliga: TSVW verpasst Heimsieg

Es hat nicht sollen sein. Nur zwölf Minuten haben dem TSV Weilheim in der Fußball-Landesliga zum zweiten Saisonsieg in diesem Jahr gefehlt. Nach einer abwechslungsreichen Begegnung, in der die Weilheimer knapp 50 Minuten in Unterzahl spielten, trennten sich der TSVW und der TSGV Waldstetten 1:1 (1:0).

Spielplan

Weilheim. Nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Andreas Neef fühlte sich die Punkteteilung für die meisten Spieler im Weilheimer Trikot wie eine Niederlage an. Auch Trainer Alex Hübbe war sichtlich enttäuscht, aber dennoch vollen Lobes für seine Jungs: „Wir wollen jetzt nicht von zwei verlorenen Punkten reden, das hat meine Mannschaft nicht verdient. Wir haben 90 Minuten lang einfach alles gegeben.“

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Nichtsdestotrotz hätten die Weilheimer nach dem Führungstreffer von Mike Tausch mit einem zweiten Tor für eine Vorentscheidung sorgen können. Allerdings war es gegen die gut aufgestellte Gäste-Defensive nicht leicht, eine Lücke zu finden. Ohnehin präsentierten sich die Waldstettener als der erwartet unangenehme Gegner. Aus einer sicheren Abwehr heraus auf Kontern lauernd, machte die Elf von Trainer Leonard Gjini den Gastgebern das Leben schwer. Unterm Strich ging die Taktik auf, was Gjini naturgemäß freute: „Für mich geht das Ergebnis in Ordnung. Wir haben im zweiten Durchgang die nötige Geduld bewiesen und gewartet, bis sich die Chance ergibt.“

Die erste Möglichkeit hatte Mike Tausch durch einen 20-Meter-Schuss, mit dem der Waldstettener Keeper Bernd Stegmaier seine liebe Müh und Not hatte. Nachdem er den Ball nicht richtig hatte festhalten können, kam TSVW-Stürmer André Kriks nur einen Schritt zu spät (12.). Nur wenige Minuten später fabrizierten die Gäste nach einem Freistoß von Tausch fast ein Eigentor. Doch das von Kevin Börngen abgefälschte Leder ging knapp am Tor vorbei (23.).

Danach eine sehr strittige Szene. Innerhalb von nur einer Spielminute sah der Weilheimer Steffen Kuch die Gelb-Rote Karte (27.). Zunächst zeigte Schiedsrichter Neef ihm die gelbe Karte, ehe er bemerkte, dass Kuch bereits verwarnt war – die Ampelkarte war die aus Neefs Sicht logische Folge, was die Weilheimer allerdings anders sahen: „Das war wohl ein Witz“, ärgerte sich Alex Hübbe. Und Steffen Kuch war sich sicher: „Wenn der Schiedsrichter gewusst hätte, dass ich schon Gelb gesehen hatte, hätte er sicher anders entschieden.“

Wer nun allerdings dachte, dass sich der Spielverlauf ändern würde, sah sich getäuscht. Mit einem Spieler weniger waren die Jungs von Trainer Hübbe immer noch das bessere Team und verdienten sich damit auch die 1:0-Halbzeitführung. Nach einem Eckball von Lennart Zaglauer kam der beste Weilheimer Spieler Mike Tausch völlig frei zum Kopfball und krönte damit seine Leistung mit dem Treffer zum 1:0 (45.).

Nach dem Seitenwechsel wurden die Gäste etwas stärker, konnten sich aber gegen die dicht gestaffelte Weilheimer Abwehr zunächst keine nennenswerten Torchancen herausspielen. Zumal sich die Gastgeber sich ob ihrer Unterzahl auf die Defensive beschränkten, nicht ohne auf Konterchancen zu lauern. Die beste Möglichkeit zum 2:0 hatte Mike Tausch, dessen Kopfball der Waldstettener Keeper gerade noch um den Torpfosten lenken konnte (68.). Fast im Gegenzug die bis dahin beste Chance für die Gäste durch einen Weitschuss von Beytullah Cinar, der die Oberkante der Querlatte streifte (70.).

Als eigentlich keiner der 123 Zuschauer mehr damit gerechnet hatte, gelang den abstiegsgefährdeten Gästen nach einer Unachtsamkeit in der Weilheimer Hintermannschaft durch Claudio Römer doch noch der glückliche Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand (78.).me