Lokalsport

Es droht der schnelle Tod

Wo anfangen? Wer seriös all die Probleme auflisten will, die einer Etablierung des Fußball-Supercups zum alljährlich wiederkehrenden Event im Wege stehen, der braucht entweder viel Papier oder einen großen Arbeitsspeicher. Auf alle Fälle braucht er viel Geduld. Das Spektrum der ungelösten Fragen reicht von A wie Ausrichterverein bis Z wie Zuschauer (-preise, -sicherheit, -anreiz).

Als größter Hemmschuh für eine Fortsetzung des Prestigeduells Teckbotenpokalsieger gegen Sennercupgewinner erweist sich bislang der Spieltermin: Ins Zeitfenster zwischen Mitte Juli und Mitte August fallen im Bezirk Neckar/Fils nacheinander die einwöchigen Turniere Sennerpokal, Teckbotenpokal sowie Bezirkspokal-Qualifikation, erste Bezirkspokal-Hauptrunde, WFV-Pokal und Rundenspielstart. Somit absolvieren mehrere Hundertschaften von Neckar/Fils-Fußballern in der Hochsommerzeit alljährlich einen Spiele-Marathon, über den die Kicker-Kollegen aus den meisten anderen 15 Bezirken des Württembergischen Fußball-Verbandes (WFV) nur staunen können. Luft für einen weiteren Ecktermin bleibt da eigentlich kaum.

Was bedeutet, dass der Cup nur dann überhaupt Zukunft hat, wenn sich ein günstigerer Spieltermin findet – etwa im Frühherbst, am Saisonende oder zu Beginn der Nachfolge-Saison. Letztgenannte Variante, vom Lenninger Kreisliga-B-Staffelleiter Rudi Cserny ins Spiel gebracht, birgt allerdings das Risiko in sich, dass die Mannschaft des neuen Supercup-Gewinners mit der Vorjahres-Mannschaft nur noch den Vereinsnamen im Extremfall gemeinsam hat – schließlich liegen zwischen den Cup-Triumphen zwei Wechselperioden.

Doch ein Termintausch allein kann den Supercup auch nicht retten. Das Spiel braucht neben Ausrichterverein(en) noch Sponsor(en) und Veranstalter – Letzteres sind die beiden Verlagshäuser in Kirchheim und Nürtingen entgegen landläufiger Meinung nämlich nicht. So gesehen ist der Supercup gewissermaßen der Outlaw unter den lokalen Fußball-Veranstaltungen. Wie allen Ausgestoßenen droht ihm der schnelle Tod. THOMAS PFEIFFER

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