Lokalsport

„Es ist wie verhext“

Tischtennis VfL verliert beim Oberligazweiten Bietigheim-Bissingen knapp mit 6:9.

Bietigheim. Der abstiegsgefährdete Tischtennis-Oberligist VfL Kirchheim kommt nicht vom Fleck. Trotz starkem Auftritt beim Tabellenzweiten TTC Bietigheim-Bissingen gab es nichts Zählbares bei der 6:9-Niederlage.

„Es ist wie verhext“, klagt VfL-Routinier Klaus Hummel nach seiner nicht entscheidenden Niederlage zum neunten Punkt für die Gastgeber - am Nebentisch war bereits das Abschlussdoppel verloren gegangen, sodass sein Sieg gegen Hingar nur noch Ergebniskosmetik gewesen wäre.

5:9, 7:9 und jetzt 6:9 - so die Niederlagenserie aus den letzten drei Begegnungen, bei denen für das Teck-Sextett stets mehr drin gewesen wäre. Dass im Abstiegskampf „Murphys Gesetz“ gilt, weiß der 41-jährige Hummel aus eigener Erfahrung. Zweimal - 1994 mit dem TTC Frickenhausen und 2003 mit dem VfL - musste er bereits den Gang in die Verbandsliga antreten. Das Potenzial in der Mannschaft ist dieses Jahr jedoch viel höher als in den früheren Zeiten.

Der indische VfL-Spitzenspieler Sanmay Paranjape kommt beispielsweise nach mehreren Trainingswochen im Butterfly-Tischtennis-Leistungszentrum in Nürtingen immer besser in Fahrt und zeigte im Topspiel gegen seinen japanischen Trainingspartner im Dienste des TTC Bietigheim-Bissingen, Takumi Ichinose, seine bislang beste Saisonleistung. Paranjape holte beide Einzelpunkte.

Erneut nicht belohnen konnte sich Simon Geßner, der im zweiten Durchgang gegen Pelz nach 2:1-Satzführung und 9:6-Punktestand schon auf der Siegesstraße stand - doch der Holzmadener hadert seit Wochen mit knappen Fünfsatzniederlagen.

Dass es im mittleren Paarkreuz leichtere Aufgaben als gegen die Enz-Städter gibt, war bereits vor der Partie klar. Dennoch kämpfte sich Michael Klyeisen sowohl gegen den Schweden Sandell als auch gegen Oliver Herbrik in den Entscheidungssatz, wobei er gegen das TTC-Eigengewächs die Oberhand behielt.

Ohne echte Siegchance blieb Matthias Gantert, der zudem mit Leistenproblemen an die Platte ging. Letztlich spielentscheidend waren jedoch die Doppel sowie die Ergebnisse im hinteren Paarkreuz.

Die Auftaktniederlage des überraschend schlecht harmonierenden VfL-Spitzenduos Paranjape/Geßner war unerwartet, während Gantert/Hummel gegen Ichinose/Sandell sowieso nur Außenseiterchancen eingeräumt wurden. Weiterhin ungeschlagen in der Rückrunde bleibt dafür Doppel drei, Klyeisen/Strauch, die Herbrik/Bojic relativ klar dominierten. „Hinten“ gewann im ersten Durchgang Hummel gegen den 14-jährigen baden-württembergischen Schülerranglistensieger Uros Bojic. Auch Patrick Strauch revanchierte sich für seine Vorrundenniederlage beim 16-jährigen Marc Hingar. Im zweiten Durchgang drehten die nervenstarken TTC-Youngster jedoch das Blatt und holten den 9:6-Endstand.

Kommendes Wochenende steht für das Ligaschlusslicht VfL Kirchheim ein Doppelauswärtsspieltag an. Nach dem Auftritt beim designierten Meister SV Plüderhausen kommt es am Sonntag zu einem weiteren Derby: „Beim Tabellenvorletzten TG Donzdorf muss ein Sieg her“, weiß nicht nur Teamkapitän Michael Klyeisen.kh

Spielstenogramm

TTC Bietigheim-Bissingen - VfL Kirchheim 9:6

Ichinose/Sandell - Gantert/Hummel 3:0, Pelz/Hingar - Paranjape/Geßner 3:1, Herbrik/Boijc - Klyeisen/Strauch 1:3, Ichinose - Geßner 3:1, Pelz - Paranjape 0:3, Sandell - Klyeisen 3:2, Herbrik - Gantert 3:1, Bojic - Hummel 1:3, Hingar - Strauch 1:3, Ichinose - Paranjape 0:3, Pelz - Geßner 3:2, Sandell - Gantert 3:0, Herbrik - Klyeisen 2:3, Bojic - Strauch 3:1, Hingar - Hummel 3:2

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