Lokalsport

Falsches Signal

Kommentar Gewalt hat auf und neben dem Fußballplatz nichts verloren. Um dieses eigentlich selbstverständlichste aller (Sport-)Prinzipien zu schützen, sehen die Regelhüter des württembergischen Fußballverbands neben Geld- und Sperrstrafen mittlerweile auch Maßnahmen zur Gewaltprävention vor. Mithilfe von Workshops zum Thema Respekt, Fairness und Konfliktlösung sollen Hitzköpfe lernen, wie man handgreifliche Auseinandersetzungen vermeidet.

Dass es der Verband im Fall des Göppinger Funktionärs bei einer relativ geringen Geldstrafe belassen hat, mag aufgrund der aus rechtlicher Sicht dünnen, weil einseitigen Beweislage nachvollziehbar sein. Allerdings lässt die Begründung, dass der Schiedsrichter als wichtigste neutrale Person den Vorfall nicht gesehen hat, fragwürdige Schlussfolgerungen zu: Muss künftig nach jedem Schubser, Schlag oder Tritt erst eine Massenkeilerei entstehen, damit der Unparteiische auf das Geschehen aufmerksam wird? Gewalt, egal in welcher Form, ist nur deshalb nicht weniger schlimm, weil sie außerhalb des Blickfelds des Pfeifenmanns geschieht. Vor diesem Hintergrund wäre für den SGM-Funktionär eine verpflichtende Teilnahme an einem Präventionsseminar angemessen und richtig gewesen. Alles andere ist ein falsches Signal. Peter Eidemüller


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