Lokalsport

Fans strömen trotz Regen

Rund 5 000 Zuschauer verfolgen Inline-WM in Unterensingen

Rasante Rennen, spektakuläre Stürze, Jubel und Tränen – die WM im Inline-Alpin-Slalom in Unterensingen war ein Spektakel der besonderen Art.

Gekonnt durch den Stangenwald: Katharina Hoffmann vom FC Chammünster ist in Unterensingen Weltmeisterin im Inline-Alpin-Slalom g
Gekonnt durch den Stangenwald: Katharina Hoffmann vom FC Chammünster ist in Unterensingen Weltmeisterin im Inline-Alpin-Slalom geworden. Foto: Michael Gerber

Unterensingen. Insgesamt etwa 5 000 Zuschauer pilgerten am Wochenende zum deutschen Inline-Mekka und verfolgten die spannenden Läufe mit großer Begeisterung. Die Fans sorgten an der 250 Meter langen Strecke in der steilen Kirchstraße für eine ausgelassene Stimmung. Nur das miese Wetter trübte die vom Skiclub Unterensingen (SCU) bestens organisierte Veranstaltung. Heftige Gewitter und starke Regengüsse sorgten öfter für unwillkommene Unterbrechungen. So wurden am Sonntag die ersten Slalom-Läufe der Frauen und Männer nach Protesten wiederholt.

Nachmittags musste dann eine längere Pause eingelegt werden. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das Wetter hat es wirklich nicht gut mit uns gemeint“, klagte Bundestrainer Emil Schmohl. Trotzdem fiel sein Resümee der beiden Tage überaus positiv aus. Dass Lokalmatadorin Lisa Wölffing aus Unterensingen Bronze im Slalom holte und seine Schützlinge zehn von zwölf möglichen Medaillen sammelten, freute ihn natürlich ganz besonders. „Das ist einfach super“, so Schmohl. Mit fünf Plätzen auf dem Treppchen hatte er im Vorfeld geliebäugelt. Im Mittelpunkt des Events standen die SCU-Läuferinnen Lisa Wölffing (23) und Manuela Schmohl (26).

Die beiden sind nicht nur Vereins-, sondern auch Nationalmannschafts-Kolleginnen und Freundinnen. Am Samstag und Sonntag ruhte allerdings die Freundschaft. Sie wurden zu Konkurrentinnen und lieferten sich dramatische Duelle bei dieser WM, die eigentlich eine EM war. Denn nur Teilnehmer aus Europa stürzten sich den Parcours mit einem Durchschnittsgefälle von zehn Prozent hinunter. Lisa Wölffing ließ sich durch die Wetterkapriolen nicht aus der Ruhe bringen. Nach dem ersten Slalom-Lauf lag sie noch auf dem fünften Platz, dann gab sie mächtig Gas und errang noch den heiß ersehnten Medaillenrang.

Weltmeisterin wurde Katharina Hoffmann vor Claudia Wittmann (beide FC Chammünster). Manuela Schmohl blieb im ersten Lauf an einer Torstange hängen und schied aus. Die Weltmeisterin von 2012 avancierte ausgerechnet vor ihrer Haustüre zum Pechvogel. Denn im Parallelslalom musste sie nach einem Sturz im Viertelfinale aufgeben. Dementsprechend groß war ihre Enttäuschung. Claudia Wittmann siegte vor Jana Börsig, Elea Börsig (beide TG Tuttlingen) und der Tschechin Gabriela Kudelavskova.

Der Titel bei den Männern ging an den Letten Kristaps Zvejnieks, der die deutschen Konkurrenten Moritz Doms und Jonas Börsig auf die Plätze verwies. Einen Achtungserfolg landeten zwei Nachwuchsfahrer des TV Unterlenningen. Nick Baumann und Luca Gökeler ließen als Achter und Neunter im Konzert der Großen aufhorchen.

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