Lokalsport

Fehlstart ist perfekt

Kirchheim und Weilheim verlieren weiter – Hängepartie für Schweizer

Der Fehlstart für die Vereine aus der Teck-Region in der Fußball-Landesliga ist perfekt. Während die einen, der VfL Kirchheim, gegen Boll (1:4) nach dem Trainerwechsel unter der Woche (wir berichteten) noch mit keiner großen Ausbeute rechneten, kam für die anderen, den TSV Weilheim, die zweite Saisonniederlage bei Aufsteiger TSGV Waldstetten umso überraschender.

VfL Kirchheim (blaue Trikots) - TSV BollSinan Karamaz
VfL Kirchheim (blaue Trikots) - TSV BollSinan Karamaz

Kirchheim/Weilheim. „Die Mannschaft ist noch nicht so weit, wie die Ansprüche hoch sind“, analysierte Weilheims Spielleiter Günther Friess die unnötige 1:2-Pleite in Waldstetten. Er attestierte dem Team eine Steigerung im Vergleich zur 0:1-Heimniederlage gegen Echterdingen, kritisierte aber die mangelnde Chancenverwertung. „Wenn wir unsere Chancen nicht machen, dürfen wir uns nicht wundern, wenn wir am Ende mit leeren Händen dastehen.“ Da half auch die Führung der Limburg-Kicker nichts. „Wir haben uns durch Zweikampfhärte zu oft den Schneid abkaufen lassen und wollten die Führung dann nur noch verwalten. Wir waren einfach zu nachlässig“, kritisierte Friess.

In Michael Zimmermann steht ein Routinier als Stütze, der auf dem Platz die Fäden in die Hand nehmen könnte, derzeit wegen Prüfungsstress nur eingeschränkt zur Verfügung.

Eine klare Tendenz gibt es momentan dagegen wohl im Weilheimer Tor. Trainer Alexander Hübbe scheint sich vorläufig für Hannes Ihring als Nummer eins festgelegt zu haben. Nach den Wechselspielen in der vergangenen Spielzeit, müssen sich jetzt die anderen beiden Keeper, Philipp Uttikal und Bastian Treiber, vorerst für Einsätze gedulden.

Zur Hängepartie gerät der Rückwechsel von Michael Schweizer. Ehe der SC Geislingen, pikanterweise der nächste Gegner der Weilheimer („die spielen anscheinend etwas auf Zeit“, so Friess), nicht eine letzte Formalität beim Verband eingereicht hat, erhält Schweizer kein Spielrecht für den TSVW. „So sind die Richtlinien, wir müssen uns im schlechtesten Fall noch bis zum Ende der Wechselperiode am 2. September gedulden“, sagt Friess, um gleichzeitig nachzuschieben: „So oder so müssen wir jetzt langsam ans Punktesammeln denken, zumal die Aufgabe in Geislingen sicher nicht leichter wird.“

Punkte fürs Selbstvertrauen bitter notwendig hat auch der VfL Kirchheim. Die misslungene 1:4-Heimpremiere des Interims-Coaches Vincenzo Scaglione gegen die ambitionierten Boller brachte den Blauen die Rote Laterne ein. Mit 2:10 Toren in zwei Spielen drückt vor allem in der Defensive der Schuh. „Das Ergebnis steht zwar, aber jeder hat gesehen, dass die Mannschaft lebt. Wir haben unsere Großchancen nicht gemacht und die Tore zu ungünstigen Zeitpunkten bekommen“, konstatierte VfL-Funktionär Norbert Krumm. Auch Kirchheims Abteilungsleiter Fabian Preuss konnte der Niederlage etwas Positives abgewinnen. „Es wäre mehr drin gewesen, aber die Moral stimmte. Darauf lässt sich jetzt aufbauen“, sagte er. Die VfL-Verantwortlichen hoffen dabei auch, dass die restlichen Akteure um Nebih Kadrija aus dem Lazarett zeitnah zurück- kommen und schnellstmöglich wieder fit werden.

Seinen Teil dazu beitragen möchte auch Trainer Scaglione, der „die Chance nutzen und gute Arbeit abliefern möchte.“ Selbstkritisch zeigte sich der 33-jährige Ex-Oberligaspieler (SV Bonlanden und Stuttgarter Kickers II) bereits. „Ich muss die Niederlage auch auf meine Kappe nehmen, da ich zweimal falsch ausgewechselt habe.“ „Das war ein Schritt in die richtige Richtung, wir müssen jetzt weitere kleine Schritte machen, um die ersten Punkte einfahren zu können“, schaute Krumm nach der Partie positiv nach vorne. Ein schwieriges Unterfangen ist es allemal, zumal der VfL nach dem frühen Trainerwechsel keine weitere Zeit verlieren darf.

Vorne steht dagegen bereits nach dem zweiten Spieltag Meisterschaftsmitfavorit SF Dorfmerkingen, der mit einem 6:2-Kantersieg gegen die Reserve der Ulmer Spatzen aufhorchen ließ. „Das war schon etwas überraschend, aber wir wollten unser erstes Heimspiel unbedingt gewinnen. Jetzt haben wir erstmal eine optimale Ausgangsposition“, sagte SFD-Trainer Heiko Wick. Der einzig weitere verlustpunktfreie Klub nach dem zweiten Spieltag ist der Kirchheimer Gegner TSV Bad Boll.

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