Lokalsport

Feierlaune hier, Katerstimmung da

Fußballszene Während der TV Neidlingen den Klassenerhalt so gut wie sicher hat, droht der VfL weiter abzurutschen.

Kirchheim. Ein Hauch von vergangenen, glanzvollen Oberligazeiten wehte am gestrigen Ostermontag durch das Kirchheimer Stadion. Bei bestem Fußballwetter und nur wenigen sportlichen Konkurrenzveranstaltungen strömten gut und gerne 400 Zuschauer an die Jesinger Allee - fast die Hälfte davon aus Neidlingen. Und die machten das Auswärtsspiel der Kölle-Truppe mit Anfeuerungen und Szenenapplaus fast zum Heimspiel.

Die Stimmung nach dem Neidlinger 2:0-Sieg war bei dem ein oder anderen TVN-Anhänger ambivalent. Reiner Kuch, langjähriger Neidlinger Fußball-Funktionär, erinnerte sich trotz aller Siegeseuphorie an Oberliga- und Regionalligazeiten, in denen er ständiger Gast bei VfL-Heimspielen war und entsprechend die Daumen gedrückt hatte: „Das war heute endlich mal wieder eine tolle Kulisse.“ Kuch und weitere TVN-Edelfans sowie ein Kirchheimer Gastronom zeigten sich großzügig und luden Mannschaft, Trainer und Funktionäre nach der Partie zum Abendessen ein.

Zwar kann beim TVN noch kein Klassenverbleib gefeiert werden, die Weichen wurden aber gestern entsprechend gestellt. Dank einer konzentrierten, körperbetont gespielten zweiten Halbzeit und etwas Glück im ersten Spielabschnitt stehen die Neidlinger mit 34 Punkten auf Tabellenplatz sieben, haben 14 Zähler Vorsprung auf den Abstiegsrelegationsplatz - und derer acht Rückstand auf Platz zwei. Davon will freilich unterm Reußenstein keiner etwas wissen. Abteilungsleiter Marlon Lamour: „Wir sind im Soll, haben aus vier Rückrundenpartien vier Siege geholt. Mehr geht nicht.“

Geplant wird in Neidlingen derweil schon für die neue Bezirksligarunde. Die Mannschaft, so Marlon Lamour weiter, bleibt zusammen und wird möglicherweise noch auf zwei Positionen verstärkt. Und wie fast jedes Jahr geistert auch wieder der Name Pascal Hartmann, Stürmer in Diensten von Landesligist TSV Bad Boll mit lokalen Wurzeln, durchs Lindachtal. Marlon Lamour: „Es ist alles offen. Aber Passi will erst noch mit Boll den Klassenerhalt sichern.“ Derweil hat Coach Patrick Kölle bereits sein Handschlagversprechen für eine weitere Saison in Neidlingen gegeben. Der schriftliche Vertrag soll bald folgen.

So weit wäre der VfL Kirchheim auch gerne. Abteilungsleiter Oliver Klingler, nach der ges­trigen Niederlage verständlicherweise enttäuscht, sucht immer noch nach einem Nachfolger für Markus Schweizer: „Bislang gab‘s nur Absagen für uns. Aber wir führen diese Woche weitere Gespräche mit potenziellen Kandidaten.“ Kritisch äußerte sich der Kirchheimer Fußball-Boss zur zweiten Halbzeit des Derbys: „Man muss kämpfen, um zu gewinnen.“ Damit stieß er in ein ähnliches Horn, wie der ein oder andere VfL-Zuschauer auf der Tribüne, die Konditionsmängel der Schweizer-Truppe für die Niederlage verantwortlich gemacht hatten.

Durch die gestrige Pleite und dem mageren Punktgewinn am Gründonnerstag beim TSV Berkheim (1:1) rutschte der VfL auf Platz vier ab und hat derzeit zwei Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz - allerdings noch mit den Punkten aus der Partie gegen den FV Faurndau. Über den Einspruch gegen den Drei-Punkte-Abzug soll in dieser Woche entschieden werden.

SGEH verliert deutlich

Unter die Räder kam gestern auch die SGEH. Bei der SGM T/T Göppingen kassierten die Älbler eine empfindliche 1:4-Niederlage, verschliefen die ersten 15 Minuten komplett und lagen schnell 0:2 zurück. „Ärgerlich“, meinte der mitspielende Pressewart Florian Lenuzza, „weil wir uns tabellarisch etwas hätten absetzen können.“ Dennoch ist auch die SGEH, die auch in der kommenden Spielzeit auf Trainer Dieter Hiller setzt, im Soll. Florian Lenuzza: „Wir haben nicht das Ziel aufzusteigen. Wenn es mit der Relegation allerdings klappt, nehmen wir das natürlich gerne mit.“Helge Waider

Spielfreie Weilheimer rutschen auf Platz vier

In der Landesliga fanden am ges­trigen Ostermontag vier Partien statt. Schlusslicht TSV Köngen gelang dabei ein Husarenstreich. Die Truppe aus der Fuchsgrube siegte 3:0 bei Germania Bargau. Nicht minder interessant: Der SV Ebersbach kassierte gestern eine 0:4-Klatsche beim TSV Blaustein. 40 Kilometer weiter südwestlich gelang dem TSV Buch derweil ein 4:1 gegen TV Echterdingen. Und das hat Auswirkungen auf den gestern spielfreien TSV Weilheim. Die Limburgstädter verloren einen Platz und rangieren mit 31 Zählern nur mehr auf dem vierten Tabellenplatz.wai

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