Lokalsport

Feinschliff für die beiden Teckbiker

Mountainbike Vor dem Saisonstart in Bad Säckingen in einer Woche steht für Luca Schwarzbauer und Christian Pfäffle morgen ein letzter Formtest an. Von Erhard Goller

Abwärts nimmer, aufwärts immer: Christian Pfäffle will in dieser Mountainbikesaison durchstarten. Foto: Armin Küstenbrück
Abwärts nimmer, aufwärts immer: Christian Pfäffle will in dieser Mountainbikesaison durchstarten. Foto: Armin Küstenbrück

Bei Christian Pfäffle schien alles bestens zu laufen. Nach einer starken Saison 2016 mit dem 15. Platz bei der WM als Krönung bekam er beim Schweizer Team Möbel Märki seinen ersten Profi-Vertrag. Das Training im Winter lief bestens, die Cross-Rennen auch. Beim zweiten Trainingslager des Nationalkaders in Gran Canaria staunten auch die Kollegen, wie gut der Neuffener drauf war. Doch von einem Tag auf den anderen zwickte ein Knie, und Pfäffle musste das Training einstellen - das war vor gut vier Wochen.

Seit Dienstag gibt er wieder Gas im Training. Allerdings hatte er schon vorige Woche wieder zwei Tage trainiert und am Samstag wieder Schmerzen gehabt. „Die Reizung ist raus, die Schmerzen kamen von Blockaden“, habe ihm Physiotherapeut Hansi Friedl gesagt, zu dem er nach Wasserburg am Inn gefahren war. Friedl gilt in Sportlerkreisen als Mann mit goldenen Händen. Wenn sich keine Probleme mehr einstellen, könnte sich das Handicap im Hinblick auf den Saisonaufbau in Grenzen halten. „Er war Anfang März schon sehr gut drauf. Ich denke, die Pause wird ihm nicht sehr viel nehmen“, schätzt Bundestrainer Peter Schaupp.

Mit konkreten Zielen für die Saison 2017 wollte und konnte sich der 23-Jährige vor diesem Hintergrund gar nicht auseinandersetzen. Ob er sich am morgigen Sonntag in Montichiari dem geplanten Belastungstest aussetzt, will Pfäffle kurzfristig entscheiden. Aufkreuzen wird er dort auf jeden Fall, denn mit dem Team Möbel Märki ist ein Foto-Shooting anberaumt. Das gibt schon einen Hinweis darauf, dass er es 2017 mit professionellen Strukturen zu tun hat, die dem Sportsoldaten noch mal einen Schub vermitteln können.

Die Teilnahme an den Weltmeisterschaften im australischen Cairns ist das Ziel Nummer eins und damit zusammenhängend auch die verbesserte Weltranglistenposition für entsprechende Weltcup-Resultate zu nutzen.

Schwarzbauer will Fuß fassen

Sein Vereinskamerad vom MTB Teck zieht aktuell seine Kreise in Freiburg. Luca Schwarzbauer macht ein halbjähriges Praktikum bei Lexware, dem Titelsponsor seines Teams. Er nimmt das Rennen in Montichiari, so wie es für Pfäffle auch geplant war: als Testlauf für die eine Woche später stattfindende Gold Trophy in Bad Säckingen. „Ich will zwar Vollgas fahren, aber das Augenmerk ist eher auf Bad Säckingen gerichtet“, sagt der 20-Jährige aus Reudern. „Ich freue mich auf die Saison, bin aber noch ein bisschen vorsichtig mit dem Zielesetzen. Ich muss erst mal schauen, wie es läuft.“

Da ist also noch ein wenig Skepsis, gespeist aus den Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre, in denen er Mühe hatte, seinen Weg durchs Leistungssport-Dickicht zu finden. Aber im Großen und Ganzen gehe es ihm darum, „konstant vorne Fuß zu fassen“, soll heißen im U23-Weltcup Top-Ten-Resultate einzufahren und bei kleineren Rennen auf dem Podest zu landen. „Ich will zeigen, dass ich wieder so fahren kann wie als Junior. Mit derselben Ausstrahlung wie damals und nicht wie in den letzten beiden Jahren.“ Das klingt, als hätte sich da einer über sich selbst viele Gedanken gemacht.

Ein Weilheimer auf dem Weg nach oben

Pirmin Sigel aus Weilheim startet am morgigen Sonntag beim LBS-Cup in Untermünkheim in die Saison. Der 18-Jährige vom Bike Junior Team powered by Bulls hat etliche Trainingseinheiten mit Luca Schwarzbauer abgespult. „Das hat mich sicher ein Stück weiter gebracht“, glaubt er, der zu Beginn seines zweiten Junioren-Jahres eine Leistungssteigerung beobachtet haben will. „Ich sehe mich in Deutschland unter den ersten fünf“, sagt Sigel, „aber man weiß ja nie genau, wie man selbst und wie die andern aus dem Winter kommen.“

Ein wenig liebäugelt er mit einer Teilnahme bei der EM oder der WM. „Das wäre für mich die Krönung“, sagt Sigel.eg

Anzeige