Lokalsport

Felix Pohl reckt sich nach Wetzgau

Turnen Durch den Bundesligaausstieg des MTV Stuttgart kommt es für Kirchheims Top-Turner Felix Pohl zu ganz neuen Herausforderungen. Von Klaus Schlütter

Felix Pohl wird für seinen neuen Verein TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau vor allem an seinem Paradegerät Reck für Verstärkung sorgen.
Felix Pohl wird für seinen neuen Verein TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau vor allem an seinem Paradegerät Reck für Verstärkung sorgen.Foto: Dr. Qingwei Chen

Wenn am 2. März 2019 die neue Saison in der Turn-Bundesliga beginnt, wird Felix Pohl aus Kirchheim (22) ein blaues statt bisher ein rotes Trikot tragen. Der deutsche Meister 2017 am Reck geht künftig für den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau an die Geräte.

„Es gab zwei weitere Interessenten, aber aus guten Gründen habe ich mich so entschieden“, sagt der 22-Jährige. Einerseits turnen in Wetzgau ein paar seiner Trainingskollegen aus dem Olympiastützpunkt Stuttgart. Beispielsweise Helge Liebrich, Deutscher Meister 2011 im Pferdsprung, oder Christian Auer. Anderseits sprach auch die räumliche Nähe zum Wohnort für diese Wahl.

Felix Pohl musste sich verändern, weil sein bisheriger Verein MTV Stuttgart im September zwei Runden vor Schluss die Männermannschaft aus der Bundesliga zurückgezogen hat. Der deutsche Mannschaftsmeister 2014 war zuletzt nicht mehr konkurrenzfähig, vor allem in finanzieller Hinsicht. Es gab kaum noch Sponsoren. Damit fehlte es an Zugpferden und die Zuschauerzahlen in der Scharrena waren rückläufig. Doppelt bitter mit Blick auf die WM, die im Oktober in Stuttgart stattfindet.

Das Schicksal des MTV teilen Meister KTV Obere Lahn und KTT Heilbronn, die aus denselben Gründen nicht mehr in der höchsten Klasse vertreten sind. Für die drei Aussteiger rücken Stadt-Turnverein Singen, TSV Pfuhl und TuS Vinnhorst nach. Titelfavorit ist der KTV Straubenhardt, nicht zuletzt dank potenter Sponsorenhilfe.

Der TV Wetzgau wird gesponsert von den Stadtwerken Gmünd und ist bekannt für seine konsequente Nachwuchsförderung. Das Team, angeführt vom Russen Kirill Prokopet und dem deutschen Mehrkampfmeister 2016, Andreas Toba, beendete die vergangene Saison als Tabellensechster. Mit Felix Pohl und ein oder zwei weiteren Zugängen ist in der Achterliga das Halbfinale drin. „Felix wird bei uns an allen Geräten turnen. Vor allem an seinem Spezialgerät, dem Reck, wird er für uns äußerst wertvoll sein“, meint sein neuer Teamkollege und guter Bekannter Dominik Pfeifer.

Die Verstärkung aus Kirchheim freut sich schon auf den Bundesliga-Auftakt im März. Bis dahin dürfte sein Leistungsvermögen auch wieder bei hundert Prozent sein. Felix war bei der DM am 30. Mai beim Einturnen vom Reck gestürzt. Dabei hatte sich ein alter Bandscheibenvorfall wieder verschoben. Vier Wochen war an Turnen nicht zu denken. Doch inzwischen ist er auf dem Weg zur vollen Genesung. „Es wird von Woche zu Woche besser“, freut er sich.

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