Lokalsport

Finale um den Heimbonus

Basketball Ein dickes Punkte-Polster wird rasch dünn – Die Lehre aus dem Ehingen-Spiel kann für die Knights gegen Heidelberg morgen wertvoll sein. Von Bernd Köble

In guter Erinnerung: Seth Hinrichs und die Knights boten beim 87:71 in Heidelberg einen überzeugenden Auftritt. Ein deutlicher S
In guter Erinnerung: Seth Hinrichs und die Knights boten beim 87:71 in Heidelberg einen überzeugenden Auftritt. Ein deutlicher Sieg, der morgen von Wert sein könnte. Foto: Tanja Spindler

Generalproben im Bühnenfach sind selten öffentlich. Auf den Sport übertragen ist das morgen ganz anders. Die Knights erwarten ein volles Haus. Der Auftrag: Gegen Play-off-Gegner Heidelberg am letzten Hauptrunden-Spieltag einen 16-Punkte-Vorsprung aus dem Hinspiel ins Ziel retten. Nur wenn dies gelingt, starten die Kirchheimer in eigener Halle und mit dem Vorteil, ein Heimspiel mehr austragen zu können als der Gegner, in die erste Runde.

Doch wie hineingehen in eine solche Partie? Dass das Vertrauen auf einen beruhigenden Vorsprung in die Irre leiten kann, erlebten die Ritter am Sonntag in Ehingen. Dort betrug der Vorsprung sogar 17 Punkte. Gereicht hat er nicht. Alles hat auch eine gute Seite: Der Trainer dürfte damit kaum Gefahr laufen, einen Teil seiner Stammkräfte für die kraftraubende Finalrunde schonen zu wollen. Man erinnere sich an vergangenes Jahr: Da gewannen die Knights am letzten Spieltag zwar mit einer B-Auswahl beim Absteiger in Rhöndorf, verloren danach aber völlig den Rhythmus und schieden nach drei Play-off-Niederlagen gegen Trier sang- und klanglos aus.

Eine Wunde, die bei Coach Michael Mai noch immer nicht verheilt ist. Er weiß, die Saison war hart und lang. Der kleine Kader strapaziert die Kräfte, auch wenn er morgen auf seine Bestbesetzung vertrauen kann. Die richtige Balance zwischen Ökonomie und Sicherheit zu finden, ist nicht einfach, gesteht Mai. Sein Wunsch daher: „Möglichst früh klare Verhältnisse.“ Insgeheim weiß er jedoch: Es wird wohl ein harter Kampf.

Mit der Gelassenheit eines Trainers, dessen Zukunft seit dem Wochenende geklärt ist, geht Frenkie Ignjatovic ins morgige Spiel. Sein Vertrag wurde bis 2019 verlängert, was bedeutet, dass sein Traum vom Aufstieg, der sich in sechs Jahren Kirchheim nicht erfüllen ließ, weiterlebt. Stadt und Klub basteln an der Zukunft. 2018 ist der Umzug in die neue, erstligataugliche Halle geplant. „Hier tut sich was“, freut sich Ignjatovic, der mit den Heidelbergern in den vergangenen drei Jahren zweimal den Sprung in die Play-offs geschafft hat. Zuletzt allerdings wenig erfolgreich: Im April 2015 scheiterten die Neckarstädter mit drei Erstrunden-Niederlagen am späteren Meister Gießen.

Die Mannschaft heute verfügt als größtes Plus über eine gute Balance. Keine herausragenden Köpfe, sieht man vom 25-jährigen US-Spielmacher Vance Hall und dem erstligaerfahrenen Center Phillipp Heyden einmal ab. Dafür viele Teamplayer. Hall spielt nach durchwachsener Hinserie mit durchschnittlich 13,3 Punkten und 3,5 Assists seit Weihnachten eine konstant gute Rückrunde. Der Ex-Kirchheimer Heyden ist mit seinen 112 Kilo und 5,8 Rebounds pro Spiel ein ebenbürtiger Gegner für Knights-Kapitän Andreas Kronhardt. Unter dem Korb haben die Heidelberger trotz Heyden allerdings ein Problem: Im Rebound-Vergleich aller Teams belegen die Gäste nur den vorletzten Platz. Beim Kirchheimer 87:71-Erfolg im Hinspiel im November entschieden die Kirchheimer das Rebound-Duell mit 35:27 klar für sich.

Acht geben sollten die Ritter auf die beiden gefährlichsten Dreier-Schützen der Gäste: Hrvoje Kovacevic und Albert Kuppe. Während bei Kovacevic die Tagesform entscheidet, ist Kuppe mit einer Trefferquote von fast 45 Prozent einer, den man an der Linie besser nicht aus den Augen verlieren sollte. Das gilt auch für Shy Ely. Der ExCrailsheimer ist nach einem Achillessehnenriss zurück und nähert sich langsam alter Form.

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