Lokalsport

Finaler Akt im Lokalfußball

Relegationsendspiele am Wochenende

Die einen wollen aufsteigen, die anderen den Absturz verhindern: Relegationsdramen mit lokalem Anstrich wird es am Sonntag wieder zuhauf geben.

Kirchheim. Auf dieses Triple wollen sie liebend gerne verzichten. Nach zwei gescheiterten Relegationsversuchen in den vergangenen beiden Spielzeiten soll der Spuk nun endgültig ein Ende haben. Verbandsliga-Vizemeister SV Göppingen will nach mehr als drei Jahrzehnten wieder zurück in die Oberliga.

Zum sonntäglichen Showdown unterm Hohenstaufen rechnen die Vereinsoberen mit mindestens 2 000 Zuschauern. „Wir haben durch das 2:2 im Hinspiel bei der TSG Weinheim eine gute Perspektive“, frohlockt SVG-Trainer Gianni Coveli (45). Es hätte noch besser für die Göppinger aussehen können, wäre im Hinspiel am vergangenen Sonntag der Ball nach einem Schuss von Phlip Kühnert in der 93. Minute statt vom linken zum rechten Pfosten über die Linie gerollt – eine unglaubliche Szene, die noch schmerzen könnte. Die Angst vor dem dritten Scheitern ist unterm Hohenstaufen jedenfalls nicht zu leugnen.

Um das letzte Verbandsliga-Ticket kämpfen zeitgleich in Biberach Verbandsligist Olympia Laupheim und Landesliga-Vizemeister SV Zimmern ob Rottweil. Der Club aus der 6 000-Einwohner-Gemeinde hat in den bisherigen Relegationsrunden zunächst den SSV Ehingen-Süd und anschließend den SKV Rutesheim eliminiert. Ein Verbandsliga-Aufstieg wäre der größte sportliche Erfolg in der Vereinsgeschichte. Seit Dezember 2015 ist Rolf Baumann bei den Laupheimern im Amt. Der einstige Oberliga-Trainer des VfL Kirchheim, mit dem er 2009 sogar Tabellenführer war, hat die Mission Nichtabstieg in Oberschwaben zu erfüllen.

Dies gilt auch für den ebenso einst für den VfL wirkenden Ralf Rueff. Der Noch-Köngener versucht das Unheil, sprich den Abstieg aus der Landes- in die Bezirksliga, per Sieg über den FV Senden zu vermeiden. Das Team aus Bayern räumte allerdings in der Relegation zunächst den FC Frickenhausen (6:2) und anschließend N.A.F.I. Stuttgart (4:2) souverän aus dem Weg. „Wir sehen uns gegen Köngen als Außenseiter“, erklärt trotzdem FVS-Co-Trainer Markus Schenk.

Die Köngener ziehen derweil alle Register, um die eigene Anhängerschaft fürs entscheidende Match zu motivieren. Zusammen mit dem Kö8 haben die TSVK-Verantwortlichen einen Shuttle-Service ins unweit entfernt gelegene Nellingen organisiert. Für jeden Bus-Passagier gibt es neben einem Getränk, einer Roten Wurst und einem Fan-Shirt auch freien Eintritt beim Spiel.

Die entscheidende Partie um den letzten freien Platz in der Staffel 2 der Landesliga geht auf dem Sportgelände des TV Nellingen über die Bühne. Nach dem glanzlosen Aus der SF Dettingen im Kampf um den Bezirksliga-Aufstieg versucht nun SFD-Bezwinger FV Plochingen in Dürnau gegen den FC Rechberghausen sein Glück. In der vom Nürtinger Johannes Steck geleiteten Partie setzt Plochingens Trainer Christian Mirbauer auf den Schwung aus dem Match gegen die Sportfreunde. „In der zweiten Halbzeit gegen Dettingen haben wir mächtig aufgedreht, das macht Mut“, so Mirbauer vor dem Match im Landkreis Göppingen. Auch die Plochinger werden einen Fanbus einsetzen. Die Organisation der Begleittour hat Trainer Mirbauer in Personalunion gleich mit übernommen.

Neuling rüstet auf

Gekommen, um zu bleiben: Bezirksliga-Aufsteiger TSV Oberensingen sorgt auf dem Transfermarkt derzeit für Furore. Der Meister der Kreisliga A, Staffel 1, verstärkt sich für seine erste Saison im Bezirksoberhaus seit über 35 Jahren mit namhaften Spielern. Neben Weilheims Mittelfeldrenner Michele Latte wechseln auch der Göppinger Verbandsliga-Torjäger Yannick Kögler sowie Stürmer Marcel Brandstetter (zuletzt SSV Reutlingen) in den Nürtinger Teilort. Der ehemalige VfL-Junioren-Kicker soll bei der Turn- und Sportvereinigung als Spielertrainer fungieren.tb

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