Lokalsport

Fingerzeig beim Heimrennen

Mountainbike Beim zweiten Weltcup-Rennen in Albstadt hat Manuel Fumic als Neunter sein persönliches Ziel erreicht. Beim neuen Short Race hatte er Pech, genauso wie Luca Schwarzbauer im U23-Rennen. Von Erhard Goller

Happy im Ziel: Manuel Fumic war mit dem neunten Platz in Albstadt nicht unzufrieden. Foto: Sebastian Sternemann
Happy im Ziel: Manuel Fumic war mit dem neunten Platz in Albstadt nicht unzufrieden. Foto: Sebastian Sternemann

Der Weltcup in Albstadt hat seinem Ruf mal wieder alle Ehre gemacht: Der Hexenkessel „Bullentäle“ hat am Sonntag gebrannt. Vor rund 10 000 Zuschauern holte Kirchheims erfolgreichster Mountainbike-Export Manuel Fumic das Maximum aus dem heraus, was für den 36-Jährigen derzeit möglich ist. Seinen Heimweltcup beendete er auf Platz neun, knapp zweieinhalb Minuten hinter Sieger Nino Schurter (1.28,07 Stunden).

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Obschon er nur in der dritten Startreihe stand, gelang es Fumic in Runde eins, Anschluss an die Spitze herzustellen. Fumic sprengte später eine Gruppe, die von Rang sieben bis zehn reichte, mit einer Attacke und ging gemeinsam mit dem Schweizer Lukas Flückiger in die letzte Runde. Doch Anfangs der Schlussrunde kam von hinten der Spätstarter David Valero. Der Spanier schloss auf und attackierte sofort. „Da konnte ich nicht mehr mitgehen“, so Fumic. „Ich habe dann versucht meinen neunten Rang abzusichern, weil ich wusste, dass wir dadurch die Teamwertung gewinnen würden“, erklärte der Cannondale-Biker. „Ich denke, ich habe eine gute Leitung abgerufen und bin mit mir zufrieden.“ Dass er mit seiner Schiene am Ringfinger und dem Trainingsrückstand vom Winter noch nicht bei 100 Prozent ist, machte auch sein Coach Phil Dixon klar. „Mani ist im Aufbau“, betonte der Brite am Streckenrand.

Indes feierte Weltmeister Nino Schurter seinen 27. Weltcupsieg, 16 Sekunden vor dem Franzosen Stephane Tempier und 40 Sekunden vor dem Niederländer Mathieu van der Poel.

Pfäffle steigt aus

Der Neuffener Christian Pfäffle musste das Rennen frühzeitig aufgeben. Der Biker des MTB Teck wäre wohl gar nicht an den Start gegangen, wenn es nicht der Heimweltcup gewesen wäre. Er war die Tage vorher krank geworden. „Ich habe zwar mit der Entscheidung bis am Morgen gewartet, doch im Rennen selbst habe ich dann schnell gemerkt, dass ich doch sehr eingeschränkt bin“, erklärte er seine Aufgabe an 81. Stelle liegend.

Im Short Race, das als Weltcup-Rennen am Freitagabend seine Premiere gab, spielte Manuel Fumic eine gute Rolle, bis ihm in der siebten von zehn Runden plötzlich die Kette aus der Führung fiel. „Ich weiß nicht, wie das passieren konnte. Unser System ist eigentlich hundertprozentig. Vielleicht ist mir hinten einer reingefahren“, erklärte Fumic.

In dem 25-minütigen Rennen auf einem 1,2 Kilometer langen Rundkurs hatte er mit einer Verfolgergruppe gerade eine Lücke zu den führenden Mathieu van der Poel und Florian Vogel geschlossen, als das Malheur passierte. „Nichtsdestotrotz, mir gefällt das Format und ich kann das auch. Obwohl ich nicht mehr der Jüngste bin“, sagte Fumic, der schließlich mit 13 Sekunden Rückstand als 18. ins Ziel kam. Damit verlor er seinen Startplatz in den ersten beiden Reihen. Der Premieren-Sieg ging an Mathieu van der Poel.

Pech für Schwarzbauer

Am Samstag, als Luca Schwarzbauer (Reudern) und Pirmin Sigel (Weilheim) das U23-Rennen der Herren in Angriff nahmen, hatte es gerade zu regnen begonnen und den Kurs äußerst schwierig gemacht. Doch das war nicht das Problem von Luca Schwarzbauer. Der bekam eines in Gestalt eines Konkurrenten noch vor der ersten Kurve. Der fuhr einen kleinen Schlenker, hakte bei Schwarzbauer im Lenker ein und beide gingen mitten im Feld zu Boden. Pech: Schwarzbauers Lenker war verbogen. Um den wieder geradezubiegen, stoppte er erst in Runde zwei. Dadurch verlor er deutlich weniger Plätze, als wenn er es sofort getan hätte. Allerdings lag er trotzdem nur an 55. Stelle und es stellten sich Magenschmerzen ein. „Vielleicht vom Sturz, ich weiß es nicht. Aber nach einer Zeit ging es weg und ich konnte richtig fahren“, erzählte der Reuderner. Das drückte sich in Runde vier in der achtschnellsten Zeit aus.

Die Chance wenigstens in die Top 25 zu fahren, war noch da, doch dann kam doch noch das Aus. Schwarzbauer schlitzte sich in der vorletzten Runde den Reifen auf und war viel zu weit von der technischen Zone entfernt. „Sehr schade, die Form wäre da gewesen“, so Schwarzbauer.

Pirmin Sigel fuhr sein Rennen zu Ende, und zwar vergleichsweise unspektakulär. Darüber dürfte der Weilheimer auch froh gewesen sein. Nach einem guten Start aus der vorletzten Reihe registrierte Sigel, dass seine Beine nicht so wirklich gut waren. „Ich hatte keinen Bumms die Berge hoch“, meinte Sigel.

Er machte das Beste daraus und fuhr technisch sauber durch und blieb auf dem rutschigen Untergrund ohne Sturz. „Das ist eigentlich nicht so mein Wetter und für meinen ersten Weltcup bin ich auch zufrieden“, erklärte er. Mit einer Runde Rückstand auf den französischen Sieger Joshua Dubau (1.17,48 Stunden) landete er auf Position 87.