Lokalsport

Frauen-Power auf der Festwiese

Vier Überraschungs-Medaillen bei Leichtathletik-Landesmeisterschaften in Stuttgart

Frauen-Power auf der Festwiese. Bei den Landesmeisterschaften der Leichtathleten in Stuttgart holten Mädels aus dem Kreis vier Mal Edelmetall.

Mit der zweitbesten Saisonleistung in die Grube: Die Köngenerin Jana Schubert von der LG Filder holte im Weitsprung Landes-Silbe
Mit der zweitbesten Saisonleistung in die Grube: Die Köngenerin Jana Schubert von der LG Filder holte im Weitsprung Landes-Silber. Foto: Ralf Görlitz

Stuttgart. Überraschungs-Coup bei den baden-württembergischen Leichtathletik-Meisterschaften in Stuttgart: Lena Stäbler von der LG Filder gewann im Stadion Festwiese den Titel im Weitsprung der U20. Jana Schubert, Sabrina Gehrung und Lea Steinbach überraschten mit Silber und Bronze.

Die Teilnahme aus der Kreisregion war jedoch bescheiden. Auch insgesamt gesehen waren etliche Wettbewerbe dünn besetzt. Was jedenfalls den Männern nicht gelang, nämlich eine Medaille zu ergattern, gelang den Mädels gleich im Dreierpack.

Dass Jana Schubert (LG Filder) gut drauf ist, hat die Köngenerin in dieser Saison bereits mehrfach bewiesen. Spätestens mit ihrem Siebenkampfsieg bei den Regionalmeisterschaften mit knapp 5 000 Punkten hat sich Schubert wieder über die Landesgrenzen hinaus empfohlen. Ihre Bestweite von 5,95 Metern im Weitsprung, die sie erst vor zwei Wochen aufgestellt hatte, hätten in Stuttgart zum Titel gereicht. Mit ihrer nun zweitbesten Weite von 5,83 Metern wurde die 23-Jährige hinter Maria Herbinger (SSV Ulm), die gleich im ersten Versuch die Siegerweite von 5,89 Meter vorlegte, Vizemeisterin. Dritte wurde Nina Garay (LG Region Karlsruhe) mit 5,81 Metern. Über 100 Meter Hürden steigerte sich Schubert nach 15,53 Sekunden im Vorlauf im Finale auf 15,40 Sekunden, was zum fünften Platz reichte. Auch mit ihrer Bestzeit von 14,94 Sekunden hätte Schubert Bianca Marten (SV Stuttgarter Kickers) bei ihrem Sieg mit 14,14 Sekunden nicht gefährden können.

Bei der weiblichen U20 ging ­Sabrina Gehrung (LG Filder) mit viel Selbstvertrauen in den Wettkampf, denn die Nellingerin sprang erst vor Kurzem mit 1,73 Meter eine ausgezeichnete Saisonbestleistung. Für ihr Ziel, nach langwierigen Verletzungen wieder an ihre Bestleistung von 1,80 Meter anzuknüpfen, kam Stuttgart noch zu früh. Mutig war jedenfalls, bei 1,68 Meter in den Wettkampf zu starten. Diese schaffte Gehrung gleich auf Anhieb und meisterte die 1,71 Meter schließlich im dritten Versuch. Danach war Schluss. Am Ende reichte diese Höhe zur Bronzemedaille hinter Lisa Maihöfer (LG Staufen/1,75) und Hannah Budnik (TSV Gomaringen/1,73).

Auch Lea Steinbach vom ASV Aichwald durfte sich über Bronze freuen. Über 1 500 Meter der weiblichen U20 überraschte die erst 16-Jährige mit der drittschnellsten Zeit von 4.57,89 Minuten. Dabei verfehlte die Mittelstrecken-Spezialistin ihre Bestzeit nur um rund eineinhalb Sekunden. Es siegte Pia Quak (SG Schorndorf) mit 4.39,63 Minuten.

Für einen Paukenschlag sorgte Lena Stäbler von der LG Filder im Weitsprung der weiblichen U20. Der Denkendorferin, die eigentlich noch der U18 angehört, gelang gleich mit dem ersten Sprung die Siegesweite von 5,55 Meter. Schade, dass keiner ihrer sechs Sprünge, die alle konstant über 5,44 Meter lagen, in Richtung 5,75 Meter gingen. Denn dies ist die Norm zur Teilnahme an den deutschen U18-Meisterschaften. Ein Ziel, das Lena Stäbler weiterverfolgt. Zeit bleibt noch bis Ende Juni.

Die beste Platzierung bei den Männern lieferte für den Leichtathletikkreis Marc Corin Steinsberger (TV Zell), der über 1 500 Meter mit starken 3.51,27 Minuten Vierter wurde. Landesmeister wurde Patrick Öhler vom VfL Sindelfingen mit 3.48,60 Minuten.

Der ehemalige TG-Nürtingen-Athlet Michael Salzer holte sich im Dress des VfL Sindelfingen den Titel im Diskuswerfen mit 56,09 Metern. Sven Haumacher (LG Teck), 40-jähriger Schultes von Notzingen, wurde Sechster mit 42,03 Metern. Den Titel bei der U20 sicherte sich der ehemalige LG-Teck-Athlet Mario Scheufele (VfL Sindelfingen) mit 49,04 Metern. Im Hammerwerfen erzielte Haumacher mit 40,52 Meter Platz sieben.

Doppelmeister über 100 Meter (10,60 Sekunden) und 200 Meter (21,39) wurde Raphael Müller (VfB Stuttgart), Schützling von Trainer Micky Corucle. Ex-Nationalsprinter Alex Schaf wurde bei seinem Comeback nach Verletzungspause Dritter über 100 Meter in 10,73 Sekunden. Im Vorlauf war der 29-Jährige vom VfB in 10,64 Sekunden noch gemeinsam mit Müller Schnellster gewesen.

Anzeige