Lokalsport

Fruchtgummi versüßt die Niederlage

Volleyball Die Regionalligafrauen des TTV Dettingen scheitern im Viertelfinale des Verbandspokals erwartungsgemäß an Zweitligist MTV Stuttgart II. Von Reimund Elbe

Tapfer gewehrt und doch verloren: Die Dettingerinnen (hier beim Block gegen Stuttgarts Saskia Lenk) haben sich dem Zweitligisten
Tapfer gewehrt und doch verloren: Die Dettingerinnen (hier beim Block gegen Stuttgarts Saskia Lenk) haben sich dem Zweitligisten aus der Landeshauptstadt 0:3 geschlagen geben müssen. Foto: Carsten Riedl

Diese Niederlage schmeckte zuckersüß - zumindest in der ersten Phase gleich nach Spielende. Als Bojan Slegel von der Volleyball-Akademie des MTV Stuttgart den Akteurinnen und Betreuern auf dem Platz aus einer XXL-Packung freundschaftlich Fruchtgummi anbot, griffen auch die Dettingerinnen sowie Trainer Roland Hunger beherzt zu.

Dass am Dienstagabend in der Dettinger Sporthalle solch eine lockere Atmosphäre herrschte, war stark auf das einseitige Geschehen - nach 75 Minuten war die Begegnung gelaufen - beim David-Goliath-Duell zurückzuführen. Der glatte 3:0-Triumph der „Zweiten“ des Bundesliga-Tabellenführers MTV Stuttgart, gleichbedeutend mit dem Verbandspokal-Halbfinaleinzug, spiegelte das Kräfteverhältnis wider und bestätigte die Prognosen der Experten.

Dass überhaupt ein Hauch von Spannung aufkam, lag einzig und allein an den Dettingerinnen, die im dritten Satz plötzlich den Faden fanden. „Anfangs hatten wir vermutlich zu viel Respekt, produzierten zu viele Fehler“, betrieb Hunger nach dem Spiel Ursachenforschung, warum sein Team in den ersten beiden Durchgängen (17:25, 15:25) instabil wirkte.

Im dritten Satz schien allerdings die Leichtigkeit des Seins beim krassen Außenseiter TTV um sich zu greifen. 7:5 führte der Regionalliga-Tabellensechste gegen den Zweitliga-Neunten, trotz einer folgenden Schwächephase verkürzten die Dettingerinnen im späteren Verlauf auf 21:23. Zu einem Satzgewinn reichte es freilich nicht. „Wir hatten am vergangenen Wochenende zwei Auswärtsspiele und lange Fahrten“, sah Stuttgarts Trainer Johannes Koch einen Grund für die Leistungsschwankungen seines Teams. Der Trip nach Dresden und Ansbach sei „nicht gerade super entspannend“ gewesen.

Was gut für die Dettinger Sympathisanten unter den 80 Zuschauern war. Zumindest für kurze Zeit herrschte beim einheimischen Anhang ein Stimmungshoch. TTV-Kapitänin Clarissa Preuß („ich verliere nicht gerne“) wirkte trotz der Niederlage nicht unzufrieden. „Wir hatten heute immerhin einen Gegner, der zwei Spielklassen höher spielt“, ordnete die Angreiferin Resultat und Spielverlauf ein. Trotz Pokal-Aus könne man einiges lernen, wie beispielsweise „das taktische Verhalten des Gegners“.

Von dem gab es derweil ein Lob. „Wir wussten, dass Dettingen was kann“, sagte MTV-Akteurin Saskia Lenk, „als Favorit musst du dich hier erst einmal durchsetzen.“ In der vergangenen Saison waren die Stuttgarterinnen sensationell am FV Tübinger Modell gescheitert - just an jenem Team, das anschließend der TTV Dettingen im Pokal-Halbfinale besiegte und den erstmaligen Finaleinzug perfekt machte. Allzu lange wollen sich die Dettingerinnen nicht mehr an der Pokalthematik aufhalten. „Jetzt gilt die volle Konzentration der Regionalliga, schließlich wollen wir den Abstand zur Abstiegszone vergrößern“, so Hunger. Reichlich Gelegenheit hierzu gibt es kommenden Sonntag beim Tabellenletzten USC Freiburg.

Spielstenogramm

TTV Dettingen: Babinger, Großmann, Hertle, Kehle, Koch, Kuhr, Pinar, Preuß, Sharalieva, Kiedaisch, Nestel

MTV Stuttgart: Böhler, Deckers, Fischer, Grathwol, Günther, Krenn, Lenk, Schammer, M. Wlk, J. Wlk

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