Lokalsport

Früher Vogel oder Nachteule?

Laufsport Wann die richtige Uhrzeit für eine Joggingrunde ist, hängt vor allem von der individuellen Zielsetzung ab. Zumal sich die Vor- und Nachteile von Training am Morgen oder Abend die Waage halten. Von Peter Eidemüller

Zur Sonne, zur Freude: Morgenläufer schwören auf den belebenden Effekt eines frühen Trainings. Symbolbild: pixabay
Zur Sonne, zur Freude: Morgenläufer schwören auf den belebenden Effekt eines frühen Trainings. Symbolbild: pixabay

Corona macht den Menschen Beine: Seit die Pandemie Schlagzeilen, Welt und Alltag beherrscht, hat die Zahl der Freizeitläufer stark zugenommen. Wie eine Studie des Wirtschaftsdienstleisters Deloitte herausgefunden hat, favorisieren rund 38 Prozent der sportlich aktiven Menschen in Deutschland das Joggen, Tendenz steigend. „Viele Sportler sind in den vergangenen Monaten auf Workouts zu Hause oder Individualsportarten im Freien wie Joggen ausgewichen“, hat Stefan Ludwig, Leiter der Sport Business Gruppe bei Deloitte festgestellt.

Eine grundsätzliche Frage ist dabei unabhängig von corona-bedingt gestiegenen Zahlen aber immer noch ungeklärt: Wann ist die beste Tageszeit zum Laufen? Einschlägige Fitnessportale quellen über vor Beiträgen, in denen die Vor- und Nachteile von Früh- und Spätschichtjoggern aufgelistet werden. So raten Experten Morgenläufern beispielsweise zu einem funktionellen Aufwärmprogramm, um die müden Knochen auf Temperatur zu bringen: Nach dem Aufstehen ist die Muskulatur unbeweglich, da die Gelenkflüssigkeit noch sehr zähflüssig ist.

Nicht länger als 60 Minuten

Abgesehen vom Aufwärmen treibt Morgenläufer die Frage um, ob sie auf leeren Magen trainieren können, ohne dass sie Gefahr laufen, Muskelmasse abzubauen. Hier sind sich Sportwissenschaftler weitgehend einig, dass die jeweilige Laufeinheit nicht länger als 60 Minuten dauern und die Intensität im unteren Grundlagenbereich liegen sollte. Als optimaler Zeitpunkt für das anschließende Frühstück gelten die ersten 30 Minuten nach dem Training. Zu dieser Zeit nimmt der Körper die Nährstoffe am schnellsten auf und kann so die entleerten Speicher optimal auffüllen.

Umgekehrt können zu volle Speicher all jene ausbremsen, die lieber in den Abendstunden die Laufschuhe schnüren: Eine üppige Mahlzeit mag zwar den Hunger stillen, liegt beim Laufen aber schwer im Magen. Abgesehen davon droht bei spätem Training eine kurze Nacht: Da der Körper durch die Aktivität mit neuer Energie versorgt wird, sind Einschlafprobleme keine Seltenheit. Wer die in Kauf nimmt, hat zumindest im Sommer einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Am kühlen Abend läuft es sich angenehmer als bei strahlendem Sonnenschein. Zumal jeder noch so stressige (Arbeits-)Tag mit einer Spätschicht positiv abgeschlossen wird.

Aus sportmedizinischer Sicht ist für die Uhrzeit des Laufens das individuelle Ziel entscheidend. Wer lediglich seine Leistungsfähigkeit erhalten will, kann zu allen Tageszeiten ran. Intensive Intervalle zur Entwicklung und Steigerung des Leistungsniveaus empfehlen sich mittags, während abends Trainingsinhalte zur Erholung angesagt sind. Zumal dies die Fettverbrennung über Nacht ankurbelt.

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